mini|Admiral Frederick J. Horne

Frederick Joseph Horne (* 14. Februar 1880 in Manhattan, New York City; † 18. Oktober 1959 in San Diego, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Admiral der US Navy, der 1942 erster Vice Chief of Naval Operations wurde und als solcher bis 1945 für alle logistischen Aufgaben der Marine im Zweiten Weltkrieg verantwortlich war.

Leben Militärische Ausbildung, Spanisch-Amerikanischer Krieg und Philippinisch-Amerikanischer Krieg Horne begann nach dem Schulbesuch am 20. Mai 1895 seine militärische Ausbildung an der US Naval Academy in Annapolis. Noch während seiner Ausbildung als Seekadett wurde er nach dem Beginn des Spanisch-Amerikanischen Krieges am 23. April 1898 zum Kriegsdienst herangezogen und wurde zunächst auf dem Kanonenboot USS Bancroft eingesetzt, ehe er im Sommer 1898 auf das Schlachtschiff USS Texas versetzt wurde und am 3. Juli 1898 an der Seeschlacht vor Santiago de Cuba teilnahm.

Danach setzte er seine Ausbildung an der US Naval Academy fort, die er am 28. Januar 1899 abschloss. Daraufhin nahm Horne als Midshipman an Bord des Geschützten Kreuzers New Orleans seinen Dienst auf und fand im Anschluss nacheinander Verwendungen auf dem Kanonenboot Paragua, dem Kanonenboot Castine, dem Kanonenboot Yorktown, auf dem Versorgungsschiff Iris sowie auf dem Hospitalschiff Solace. Während dieser Zeit nahm er an 15 Gefechtseinsätzen im Philippinisch-Amerikanischen Krieg teil. Nach Abschluss des zweijährigen verpflichtenden Seedienste wurde er am 28. Januar 1901 zum Leutnant zur See befördert.

Ingenieur, Navigator und Instrukteur an der US Naval Academy Als Leutnant zur See befand sich Horne zunächst weiter im Schiffsdienst und war zunächst auf dem Kanonenboot USS Alert, dem Kanonenboot USS Adams sowie zuletzt als Chefingenieur an Bord des Kanonenbootes USS Wheeling bis zu deren Außerdienststellung am 1. Juli 1904. Daraufhin kehrte er an die US Naval Academy zurück und lehrte dort als Instrukteur der Abteilung für Ingenieurwesen, ehe er anschließend am 25. Mai 1906 Leitender Ingenieur der USS Florida, ein Monitor der Arkansas-Klasse, wurde. Wenige Monate später erfolgte im September 1906 seine Versetzung an Bord des Schlachtschiffes USS Illinois, wo er ebenfalls Leitender Schiffsingenieur war.

Am 28. November 1908 übernahm Horne die Funktion als Erster Offizier (Executive Officer) des zur Denver-Klasse gehörenden Geschützten Kreuzers Chattanooga, der zur US-Asienflotte (US Asiatic Fleet) gehörte. Nach Beendigung dieser Verwendung am 8. Oktober 1910 kehrte er abermals an die US Naval Academy zurück, an der er vom 1. November 1910 bis zum 10. Juni 1912 als Instrukteur in der Abteilung für Navigation unterrichtete. Während dieser Zeit absolvierte er im Sommer 1911 aber auch einen praktischen Aufenthalt als Leitender Schiffsingenieur an Bord des Schlachtschiffes Iowa. Im Anschluss folgten Verwendungen als Navigationsoffizier auf den Schlachtschiffen New Hampshire und Alabama.

Daraufhin wurde Horne zum Marineausbildungsstützpunkt (Naval Training Station) versetzt, wo er auf die Überfahrt nach Manila vorbereitet wurde. Als Navigationsoffizier auf dem ebenfalls zur US-Asienflotte gehörenden Panzerkreuzer USS New York unternahm er im Anschluss die Überfahrt auf die Philippinen und fungierte nach seiner Ankunft von März bis Juni 1914 als Hafenkapitän des Marinestützpunktes in Olongapo. Danach übernahm er von Juni bis November 1914 sein erstes Schiffskommando als Kommandant (Commanding Officer) des Versorgungsschiffes USS Rainbow, das im Juli 1914 die Manilabucht verließ und auf ihrem Weg zur Dekommissionierung auf dem Mare Island Naval Shipyard in Kalifornien zwischenzeitlich Untersuchungen sowie Erkundungen der zu Hawaii gehörenden French Frigate Shoals unternahm.

Erster Weltkrieg und Marineattaché in Japan mini|Frederick J. Horne (1. Reihe, 8. von links) mit Offizieren der USS Steuben (September 1919)

Im November 1914 wurde Horne als Korvettenkapitän zunächst Mitarbeiter des Marineattaché an der Botschaft im Kaiserreich Japan, ehe er schließlich vom 15. Januar 1915 bis zum 15. März 1919 selbst Marineattaché in Tokio war. Für seine Verdienste bei der Begründung und Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Beziehungen zu Japan während des Ersten Weltkrieges sowie der Versorgung mit nützlichen Informationen für den Marinenachrichtendienst ONI (Office of Naval Intelligence) und den Oberbefehlshaber der US-Asienflotte wurde er mit dem Navy Cross geehrt, der höchsten Auszeichnung, die vom US-Marineministerium vergeben wird. Darüber hinaus wurde ihm als ersten US-Marineoffizier von der japanischen Regierung für seine Verdienste als Marineoffizier der Orden des Heiligen Schatzes 3. Klasse verliehen.OFFICERS OF 77TH OPEN HEADQUARTERS; Lieut. Col. Campbell and Party Prepare to Arrange for Jobs and Welcome. DIVISION RECORDS ARRIVE Capt. Loughborough Praises Work of Jewish Boys and Those of German Extraction. Japan Decorates Our Naval Attache. In: The New York Times vom 29. März 1919 Nach seiner Rückkehr in die USA versah er von März bis April 1919 Sonderdienst im ONI, um dort von seinen Erkenntnissen und Erfahrungen über Japan zu berichten.

Daraufhin wurde Horne im April 1919 Kommandant des Truppentransporters USS Von Steuben, um aus Frankreich heimkehrende US-amerikanische Truppen aufzunehmen. Am 17. Mai 1919 brach der runderneuerte Truppentransporter wieder in Richtung USA auf. Horne blieb für diese Transporte bis 13. Oktober 1919 zuständig, ehe das Schiff am 14. Oktober 1919 dekommissioniert wurde.

Offizier bei der US-Pazifikflotte, Absolvent des Naval und Army War College Daraufhin übernahm er das Kommando über den zur US-Pazifikflotte (US Pacific Fleet) gehörenden Zerstörertender USS Buffalo und verblieb bis Juni 1920 auf diesem Posten. Zwischenzeitlich fungierte er einen Monat als Kommandant des Kreuzers USS Birmingham, der als Flaggschiff des Zerstörergeschwaders der US-Pazifikflotte diente. Im Anschluss versah er von Juni 1920 bis Juni 1921 das Kommando über die USS Vestal, ein Reparaturschiff der US-Marine.

Nach seiner Rückkehr wurde Horne im Juni 1921 Adjutant des Kommandanten des Portsmouth Naval Shipyard, eine Werft der US-Marine in Kittery in der Nähe von Portsmouth. Im Anschluss war er nacheinander Absolvent des Naval War College (NWC) in Newport sowie des Army War College, das zu der Zeit im Fort Lesley J. McNair in Washington, D.C. untergebracht war. Am 14. Juni 1924 übernahm er das Kommando über den Leichten Kreuzer Omaha und versah danach vom 16. Januar 1926 bis März 1926 Dienst beim Dritten Marinebezirk (Third Naval District) in New York City, wo er für Fragen der Marinereserve zuständig war.

Ausbildung zum Marinefliegerbeobachter mini|Der damalige Leiter des Bureau of Aeronautics, William A. Moffett, überredete Horne 1926 zur Ausbildung als Naval Aviation Observer auf der Naval Air Station Pensacola

Im Anschluss gehörte Horne zwischen März und Juni 1926 zur ersten Klasse von Kapitänen zur See, die vom damaligen Leiter des Marinefliegeramtes (Bureau of Aeronautics) William A. Moffett überredet wurden, sich einer Flugausbildung auf dem Marinefliegerstützpunkt in Pensacola (Naval Air Station Pensacola) zu unterziehen. Eine neu erlassene Dienstvorschrift sah vor, dass das Kommando über Flugzeugträger, Tendern, Geschwadern und Marinefliegerstützpunkte auf Offiziere beschränkt wurde, die eine Qualifikation als Marineflieger mit dem Flugzeugführerabzeichen (Naval Aviator Badge) oder zumindest als Marinefliegerbeobachter (Naval Aviation Observer Badge) abgeschlossen hatte. Die Qualifizierung als Marineflieger sah 200 Flugstunden voraus, während für Marinefliegerbeobachter 100 Stunden im Flugdienst vorgesehen waren. Wie die meisten älteren Offiziere entschied sich auch Horne für die weniger aufwändige Fortbildung zum Naval Aviation Observer. Zu den Teilnehmern seines Lehrgangs gehörten mehrere spätere Vizeadmirale und Admirale wie Joseph M. Reeves, Harry E. Yarnell, Alfred Wilkinson Johnson und Henry V. Butler.

Nachdem er daraufhin seit Juni 1926 Mitglied des Marineprüfungsausschusses (Naval Examining Board) des US-Marineministeriums (US Department of the Navy) war, löste Horne Kapitän zur See Ernest J. King am 3. Januar 1927 vorübergehend als Kommandant des Flugzeugmutterschiffs USS Wright. Konteradmiral Moffett hatte King bereits vor der notwendigen Flugausbildung zum Kommandanten der USS Wright ernannt, um sicherzustellen, dass King das Kommando über dieses Schiff erhielt. Nach Abschluss der Flugausbildung übernahm King daraufhin von Horne am 6. Juni 1927 wieder das Kommando über die USS Wright. Während seiner Zeit als kommissarischer Kommandant der USS Wright war Horne darüber hinaus auch Leitender Offizier im Stab des Kommandeurs der Flugzeuggeschwader (Commander Aircraft Squadrons) der US-Aufklärungsflotte (US Scouting Fleet).

War Plan Orange und Kommandant der USS Saratoga mini|Flugzeugträger Saratoga

Im Anschluss wurde Horne im Juni 1927 Chefassistent von Konteradmiral Frank Herman Schofield, der damalige Leiter der Abteilung für Kriegsplanung (War Plans Division) im Büro des Chief of Naval Operations, und übte diese Funktion bis April 1929 aus. Seine Erfahrung mit der Marinefliegerei sowie als Marineattaché in Japan erwiesen sich als Vorteil bei der Überarbeitung des sogenannten War Plan Orange, der nach dem Ersten Weltkrieg erarbeitete Plan für einen erwarteten Krieg mit Japan. Dabei zeichnete er sich insbesondere durch seine Zusammenarbeit mit den Offizieren der US Army im Gemeinsamen Heeres- und Marineausschuss (Joint Army and Navy Board) aus.

Am 20. April 1929 wurde Horne Kommandant des zur Lexington-Klasse gehörenden Flugzeugträgers Saratoga und verblieb bis zum 5. September 1930 auf diesem Posten. Dann fungierte er vom 20. September 1930 bis zum 5. Juni 1931 selbst als Kommandeur der Flugzeuggeschwader der US-Aufklärungsflotte, wobei dieser Titel im Oktober 1930 zunächst in Kommandeur der 1. Flugzeugträgerdivision (Commander Carrier Division 1) sowie am 13. Februar 1931 in Kommandeur der Flugzeuge (Commander Aircraft) der Aufklärungskräfte (Scouting Force) sowie Kommandeur der 1. Division geändert wurde. Im Anschluss bekleidete er vom 18. Juli 1931 an zwei Jahre lang die Funktion als Chef des Stabes des 14. Marinebezirks (Fourteenth Naval District) in Pearl Harbor.

Flaggoffizier mini|Konteradmiral Frederick J. Horne als Befehlshaber der Marinestützpunktkräfte (stehend, 3. von links) mit Vize-Marineminister Henry L. Roosevelt (sitzend, 4. von links) und dem Oberbefehlshaber der Flotte, Admiral David F. Sellers (sitzend, 3. von links) sowie weiteren Flaggoffizieren (1934)

COMAIRBATFOR und die Marineübung Fleet Problem XVIII Im Juni 1933 wurde Horne zum Konteradmiral befördert und war bis Juni 1934 sowohl Kommandeur der Marinestützpunktkräfte (Commander Base Force) als auch von deren Ausbildungsgeschwader. Im Anschluss war er zunächst von Juni 1934 bis März 1935 erneut Mitglied des Marineprüfungsausschusses, ehe er vom 1. April 1935 bis zum 18. Juni 1935 Kommandeur der 6. Kreuzerdivision (Cruiser Division 6) der Aufklärungskräfte war. Am 18. Juni 1935 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur der Flugzeugverbände (Commander Aircraft) der Marinestützpunktkräfte. Während dieser Zeit unternahmen im Herbst 1935 Marineflugzeuge Flüge auf die Midwayinseln.NAVY PLANES TO FLY TO MIDWAY ISLAND; 48 Will Leave Pearl Harbor on Nov. 9 for an Advanced Base Test in the Pacific. In: The New York Times vom 29. Oktober 1935 Auf diesem Posten verblieb er bis zum 9. Juni 1936 und wurde dann durch Ernest J. King abgelöst, der nunmehr ebenfalls Konteradmiral war.