Faith Chepngetich Kipyegon (* 10. Januar 1994 in Bomet) ist eine kenianische Mittel- und Langstreckenläuferin. Sie ist die aktuelle Weltrekordhalterin über 1500 Meter und über die Meile (Stand Juli 2024) und ehemalige Weltrekordhalterin über 5000 Meter.
Kipyegon gewann bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, den Olympischen Spielen 2021 in Tokio sowie den Olympischen Spielen 2024 in Paris jeweils die Goldmedaille über 1500 Meter.
Bei den Weltmeisterschaften 2017 in London, 2022 in Eugene, 2023 in Budapest und 2025 in Tokio siegte sie jeweils über 1500 Meter, 2023 zusätzlich auch über 5000 Meter.
Karriere Faith Chepngetich Kipyegon wurde 2010 im Juniorinnenbereich Vierte bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz. Im Jahr darauf siegte sie bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften in Punta und über 1500 Meter bei den Jugendweltmeisterschaften 2011 in Lille.
2012 folgte ein Sieg über 1500 Meter bei den Juniorenweltmeisterschaften in Barcelona. Zuvor schon hatte sie sich über diese Distanz für die Olympischen Spiele in London qualifiziert, bei denen sie das Halbfinale erreichte.
2013 verteidigte sie ihren Titel im Juniorinnenrennen der Crosslauf-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz und wurde über 1500 Meter Fünfte bei den Weltmeisterschaften in Moskau. Im darauffolgenden Jahr stellte sie mit dem kenianischen Quartett bei den IAAF World Relays 2014 in Nassau mit 16:33,58 min einen Weltrekord in der 4-mal-1500-Meter-Staffel auf und siegte über 1500 Meter bei den Commonwealth Games in Glasgow.
2015 gewann sie bei den Weltmeisterschaften in Peking über diese Strecke die Silbermedaille. Ein Jahr später siegte sie bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und wiederholte diesen Erfolg fünf Jahre darauf bei den Olympischen Spielen in Tokio, wo sie das Finale mit neuem olympischen Rekord von 3:53,11 min gewann. 2021 konnte sie auch ihre 1500-Meter-Bestzeit verbessern und steigerte den Landesrekord auf 3:51,07 min.
2022 wurde Kipyegon bei den Weltmeisterschaften in Eugene mit 3:52,96 min Weltmeisterin über die 1500 Meter. Es war ihre vierte Medaille in Serie bei Freiluftweltmeisterschaften.
Am 2. Juni 2023 lief Kipyegon in Florenz die 1500 Meter mit 3:49,11 min als erste Frau der Welt in unter 3:50 Minuten. Diesen Weltrekord verbesserte sie am 7. Juli 2024 beim Meeting de Paris um sieben Hundertstel auf 3:49,04 min.
Am 21. Juli 2023 stellte Kipyegon beim Diamond-League-Meeting in Monaco mit 4:07,64 min einen neuen Weltrekord über die Meile auf. Bei den Weltmeisterschaften 2023 in Budapest gewann sie die Goldmedaille im 1500-Meter-Lauf mit einer Zeit von 3:54,87 min. Fünf Tage später gewann sie auch den Titel im 5000-Meter-Lauf.
Im Dezember 2023 wurde sie als Welt-Leichtathletin des Jahres 2023 ausgezeichnet.
Olympische Spiele 2024 Am 5. August 2024 lief Kipyegon bei den Olympischen Spielen in Paris über die 5000 Meter hinter ihrer Landsfrau Beatrice Chebet mit einer Zeit von 14:29,60 min zu Silber. Wegen eines Tritts gegen Gudaf Tsegay aus Äthiopien und anschließender Rangelei in der vorletzten Runde wurde sie zunächst disqualifiziert und später wieder auf Rang zwei gesetzt. Fünf Tage später wurde die 30-Jährige mit neuem olympischen Rekord von 3:51,29 min zum dritten Mal Olympiasiegerin über die 1500 Meter. Weder bei den Frauen noch bei den Männern gab es bisher einen dreifachen Olympiasieger über diese Distanz.
Am 5. Juli 2025 verbesserte Kipyegon zum dritten Mal den Weltrekord über die 1500 Meter. In Eugene gelang ihr mit 3:48,68 min als erste Frau eine Zeit unter 3:49 Minuten. Am 16. August gelang ihr in Chorzów über die 3000 Meter mit einem neuen Afrikarekord von 8:07,04 min die zweitbeste Zeit jemals, sie lag nur hinter dem 1993 aufgestellten Weltrekord der Chinesin Wang Junxia. Bei den Weltmeisterschaften in Tokio feierte Kipyegon am 16. September überlegen ihren vierten Freilufttitel über die 1500 Meter und am 20. September wurde sie zudem Zweite über 5000 Meter.
2026 gab Kipyegon in Monaco ihr Debüt über die 10 km, wo ihr mit 29:46 min prompt eine Zeit unter 30 Minuten gelang.
Engagement außerhalb des Sports Im Anschluss an ihre sportlichen Erfolge kündigte Kipyegon den Bau einer Entbindungsstation in ihrer Heimat Keringet an, die unter dem Namen Dare to Dream Maternity Ward entstehen soll. Hintergrund des Projekts ist, dass Frauen aus der Region bislang rund 35 km bis zur nächsten Klinik zurücklegen mussten, was Mütter und Neugeborene einem erhöhten Risiko aussetzt; die neue Einrichtung soll deshalb sichere Geburten vor Ort ermöglichen. Kipyegon begründete ihr Engagement damit, dass sie seit ihrer Kindheit miterlebt habe, wie Frauen unter unzureichender geburtshilflicher Versorgung leiden, und dass fehlende Nähe, begrenzte Kapazitäten und mangelnde Qualität der Betreuung zu tragischen Verlusten für Familien und die Gemeinschaft führten. Die Grundsteinlegung wurde von ihr persönlich begleitet und umfasste auch einen Kinder-Crosslauf als Teil des Programms. Finanziert wird die Einrichtung als Legacy Project von Kipyegons Schuhpartner Nike; nach Unternehmensangaben versteht sich das Vorhaben als Bekenntnis zu Müttern, lokalen Familien und der nächsten Generation, weil sichere und würdige Geburtshilfe ganze Gemeinschaften stärkt. Das Projekt steht auch im Kontext eines gescheiterten Versuchs in Paris, als erste Frau die Meile in unter vier Minuten zu laufen, nach dem Nike die Unterstützung als langfristiges Vermächtnis zusagte. Kipyegon ist Mutter einer Tochter namens Alyn, die 2018 geboren wurde.
Persönliche Bestzeiten 800 m: 1:57,68 min, 25. Sep. 2020, Doha 1000 m: 2:29,15 min, 14. Aug. 2020, Monaco (Afrikarekord) 1500 m: 3:48,68 min, 5. Juli 2025, Eugene (Weltrekord) Meile: 4:07,64 min, 21. Juli 2023, Monaco (Weltrekord) 3000 m: 8:07,04 min, 16. August 2025, Chorzów (Afrikarekord) 5000 m: 14:05,20 min, 9. Juni 2023, Paris (Weltrekord bis 17. September 2023) 10 km: 29:46 min, 15. Februar 2026, Monaco
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