Heinrich Türler (* 6. Juli 1861 in Biel; † 12. November 1933 in Bern), heimatberechtigt in Erlenbach im Simmental und La Neuveville, war ein Schweizer Jurist und Kulturhistoriker.__NOTOC__
Leben Heinrich Türler kam als Sohn des Uhrenfabrikanten Jean Henri Türler und der Henriette Louise Wilhelmine Teutsch zur Welt. Er studierte Klassische Philologie, Geschichte und Recht an den Universitäten Bern und München.Feller NBT 1933, S. 4. 1889 wurde er als bernischer Fürsprecher patentiert, 1890 heiratete er Hildegard Franziska Zgraggen.
Der Regierungsrat des Kantons Bern betraute ihn 1891 mit dem neu geschaffenen Amt des Staatsarchivars.Feller 1933, S. 5. Unter seiner Leitung und Mitarbeit entstanden der achte und neunte Band der Fontes rerum bernensium. 1898 ernannte ihn die Universität Bern zum Ehrendoktor, im gleichen Jahr habilitierte er sich an der philosophischen Fakultät. Zwei Jahre später wurde er Privatdozent und 1904 ausserordentlicher Professor für Archivwissenschaften (ab 1917 historische Hilfswissenschaften) an der Universität Bern. 1913 heiratete er in zweiter Ehe Emma Bertha Hirt, 1914 ernannte ihn der Bundesrat zum Bundesarchivar.
Heinrich Türler bearbeitete politische, rechtsgeschichtliche, kirchengeschichtliche und kunsthistorische Themen des Mittelalters und der Neuzeit. Er verfasste in seinem Leben rund 400 Texte. Er war Mitarbeiter der Fontes rerum bernensium,Feller 1933, S. 5. gab das Neue Berner Taschenbuch heraus, publizierte in den Blättern für bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde, dem Mitteilungsblatt der Studentenverbindung Helvetia, war Mitautor der beiden Bände Das Bürgerhaus im Kanton Bern und Schriftleiter beim Historisch-Biographischen Lexikon der Schweiz. In den Jahren 1917 bis 1920 war er Präsident des Historischen Vereins des Kantons Bern,Dübi NBT 1933, S. 9. darüber hinaus war er Gesellschaftsrat der Allgemeinen Geschichtforschenden Gesellschaft der Schweiz.Nabholz NBT 1933, S. 10.
Als Jurist arbeitete Türler wesentlich am kantonalbernischen Kunstaltertümergesetz (1902) mit.Feller NBT 1933, S. 6. Im Ersten Weltkrieg war er als Oberstleutnant Grossrichter der Felddivision 5 und leitete den Prozess der Obersten-Affäre. 1919 war er Grossrichter beim Landesstreik-Prozess vor Militärgericht in Bern.Der Landesstreik-Prozess gegen die Mitglieder des Oltener Aktionskomitees vor dem Militärgericht 3 vom 12. März bis 9. April 1919. Mit einem Vorwort von Robert Grimm und Bildnissen der Angeklagten, Verteidiger und Richter, gezeichnet von Hanni Bay. Bern: Im Auftrag des Oltener Aktionskomitees herausgegeben von der Unionsdruckerei Bern 1919.
Auszeichnungen 1898: Dr. h. c. der Universität BernFeller NBT 1933, S. 5.
Archive
Streubestände, Burgerbibliothek Bern
Werke
Die Arbeiten des Architekten Carl v. Sinner in den Jahren 1776 bis Ende 1794, in: Neues Berner Taschenbuch auf das Jahr 1924, S. 214–239 online Heinrich Türler und Emanuel Jirka Propper: Das Bürgerhaus im Kanton Bern, II. Teil, Zürich 1922.
Aktenstücke über das Schützenwesen, in: Neues Berner Taschenbuch auf das Jahr 1902, Bern 1901, S. 295–307. Über den Ursprung der Zigerli von Ringoltingen und über Thüring von Ringoltingen. In: Neues Berner Taschenbuch, Bd. 7 (1901) Digitalisat Die Altäre und Kaplaneien des Münsters in Bern vor der Reformation. In: Neues Berner Taschenbuch auf das Jahr 1896. S. 70–118. doi:10.5169/seals-126600 Ueber die Thürme und Ringmauern der Stadt Bern. In: Neues Berner Taschenbuch auf das Jahr 1896, S. 164–165. doi:10.5169/seals-126602 Inventar des Staatsarchivs des Kantons Bern, Bern 1892.
Literatur
Weblinks Porträt Heinrich Türler (1920), von Hans von Matt (1899–1985) auf E-Periodica.
Einzelnachweise
Kategorie:Historiker Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bern) Kategorie:Ehrendoktor der Universität Bern Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1861 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann