Hattersdorf ist ein Gemeindeteil der oberfränkischen Stadt Seßlach im Landkreis Coburg.
Geographie Hattersdorf liegt etwa zwölf Kilometer südwestlich von Coburg rechts der Rodach. Die Staatsstraße 2204 von Seßlach nach Dietersdorf führt an dem Ort vorbei. Etwa ein Kilometer nördlich liegt die unbewohnte Einöde Aumühle.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung als „Hartiratisdorf“ war zwischen 1087 und 1102 im Rahmen von Weizenlieferungen für das Domstift Bamberg.Dorothea Fastnacht: Staffelstein. Ehemaliger Landkreis Staffelstein. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 5: Staffelstein. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, ISBN 978-3-7696-6861-2. S. 145 Die nächste Nennung erfolgte im Jahr 1135.Walter Schneier: Das Coburger Land. 2. Auflage, Coburg 1990. S. 216 Eine weitere Nennung war 1291, als das Kloster Langheim eine Hube in Harttersdorf erwarb.Friedrich Hausmann: Tambach und die Grafen zu Ortenburg. In Weitramsdorf Vergangenheit und Gegenwart 1177–1977. S. 280 Die Langheimer Besitztümer verwaltete das Klosteramt Tambach.
Im Januar 1806 nahm Graf Joseph Carl die Tambacher Lande, zu denen auch Hattersdorf gehörte, als reichsunmittelbare Grafschaft Ortenburg-Tambach in Besitz. Im Oktober 1806 wurde die Grafschaft mediatisiert. Von Dezember 1806 bis 1814 gehörte Hattersdorf als Teil des Tambacher Landes zum Großherzogtum Würzburg. Nach dessen Auflösung wurde das Herrschaftsgericht Tambach dem Mainkreis zugeordnet. 1862 erfolgte die Eingliederung Hattersdorfs in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Staffelstein.Heinz Pellender: TAMBACH vom Langheimer Klosteramt zur Ortenburg’schen Grafschaft. Heft 3 der Schriftenreihe der historischen Gesellschaft Coburg e. V. Coburg 1985.
1875 hatte das Dorf 171 Einwohner, 76 Gebäude und 32 Wohnhäuser. In der Gemeinde, aus Hattersdorf und Aumühle bestehend, lebten 176 Personen, von denen 158 zum Kirchsprengel der römisch-katholischen Pfarrkirche in Seßlach gehörten und 18 zu dem der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche in Heiligersdorf. 1925 hatte das Dorf 151 Einwohner und 30 Wohnhäuser. In der Gemeinde wohnten 156 Personen, von denen 134 römisch-katholisch und 22 evangelisch-lutherisch waren. Im Jahr 1987 hatte das Dorf 130 Einwohner und 32 Wohnhäuser mit 40 Wohnungen.
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Staffelstein aufgelöst. Seitdem gehört Hattersdorf zum Landkreis Coburg. Im Zuge der bayerischen Gebietsreform verlor Hattersdorf am 1. Januar 1978 seine Selbstständigkeit als Gemeinde und wurde wie sein Ortsteil Aumühle ein Gemeindeteil der Stadt Seßlach. Die etwa 1419–1420 erstmals genannte Aumühle wurde Ende des 20. Jahrhunderts abgerissen.Dorothea Fastnacht: Staffelstein. Ehemaliger Landkreis Staffelstein. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 5: Staffelstein. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, ISBN 978-3-7696-6861-2, S. 15.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl 1875 171 1900 155 1925 151 1950 242 1970 142 1987 130 2015 133 2025 126
Sehenswürdigkeiten mini|Dorfbrunnen Der Dorfbrunnen ist ein Werk des Bamberger Bildhauers Michael Trautmann und entstand 1787. Er stand bis 1806 im Tambacher Schlosshof. Neben der achtseitigen Pyramide befanden sich zwei Steinfiguren, die verloren gegangen sind.
In der Liste der Baudenkmäler in Hattersdorf sind weitere Baudenkmäler aufgeführt.
Weblinks
Ortsblatt 1851
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Coburg Kategorie:Seßlach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Coburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1977