mini|St. Petri mini|Blick durch das Mittelschiff zum Altar
Sankt Petri (schwedisch: Sankt Petri kyrka) ist die heute evangelisch-lutherische Stadtpfarrkirche in der Altstadt von Malmö, Schweden. Sie steht hinter dem historischen Rathaus von Malmö am Stortorget-Platz. Das gotische Kirchengebäude wurde im 14. Jahrhundert erbaut und ist das älteste Gebäude der Stadt.vgl. die auf der Website der Kirchengemeinde Der Sakralbau ist denkmalgeschützt.
Bauwerk Die Sankt-Petri-Kirche entstand im Zuge des Stadtausbaus von Malmö und spiegelt die strategische und kaufmännische Bedeutung der Siedlung zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Sie ist ein bedeutendes Beispiel der Ostsee-Backsteingotik. Als Vorbild gilt die Lübecker Marienkirche. Der Grundstein für die Krypta wurde 1319 im Auftrag von König Christoph II. gelegt. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika mit Querhaus. Den Chor umgibt ein Kapellenkranz. Sankt Petri verfügt über zwei Doppelkapellen, u. a. die im 15. Jahrhundert errichtete Marienkapelle auf der Südseite. Nördlich des Eingangsbereichs liegt die sog. Krämarkapelle (Kaufmannskapelle) aus dem 15. Jahrhundert. Die mittelalterliche Sakristei wurde zerstört.Vgl. die Der im Westen vorgelagerte Kirchturm ist 96 Meter hoch und weithin sichtbar; die heutige Gestalt mit der Kegelspitze stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Ausstattung Fresken mini|Gotisches Fresko in der Krämarkapelle
Beachtenswert sind einige Deckenfresken aus der Zeit vor der Reformation, insbesondere die Malereien in der Krämarkapelle und die Überreste der Malereien im Hauptschiff, die während der Reformation übertüncht wurden und freigelegt werden konnten.Vgl. die
Barockausstattung Altar
Von der übrigen vorreformatorischen Ausstattung ist nichts erhalten. Von besonderer Bedeutung ist der dreistöckige barocke Hochaltar. Er wurde 1611 von dem Künstler Jakob Kremberg geschaffen. Die Sandstein-Kanzel und der Taufstein stammen.
Kanzel und Taufstein
Die Kanzel ist zumindest dem Aussehen nach auch in der Barockzeit entstanden und stammt aus dem Jahr 1600. Sie wurde um einen Pfeiler im Hauptschiff herum errichtet. Ihr achteckiger hölzerner Kanzelkorb ist überreichlich mit Bildern und bemaltem Schnitzwerk verziert. Die stützende Säule ist als Wanderprediger gestaltet. Auch der Taufstein entstand um 1600.
Kirchenfenster und moderner Ambo Die dreibahnigen 23-sprossigen Halbrundfenster sind mit unbunten Scheiben versehen. Der Ambo und ein moderner Altartisch am Anfang der Chornische sind in schlichten Formen gehalten und ihre Flächen mit versetzten blauen, roten und schwarzen Rechtecken auf vergoldetem Grund ausgestattet.
mini|hochkant|Siegel der Kirche
Orgeln In den Jahren 1913–1914 stattete der Orgelbauer E. F. Walcker Sankt Petri mit einer neuen großen Orgelanlage aus. Auf der Westempore wurde in einem vorhandenen Orgelgehäuse des Orgelbauers Olof Schwan aus dem Jahre 1797 die Hauptorgel erbaut. Sie hatte 61 Register (zuzüglich drei Transmissionen und einem Effektregister) auf drei Manualwerken und Pedal. Eine Besonderheit der Orgelanlage waren zwei weitere Orgelwerke: An der Südwest-Ecke der Vierung von Sankt Petri errichtete Walcker ein Fernwerk mit 6 Registern, und hinter dem Altar ein Chorwerk mit 3 Registern. Diese beiden Werke konnten mittels elektropneumatischer Trakturen vom vierten Manual des Generalspieltisches aus angespielt werden.Informationen zur (schwedisch)
I. Manualwerk C–a3 Bordun 16′ Principal 16′ Prinzipal 8′ Doppelflöte 8′ Gamba 8′ Grobgedackt 8′ Gemshorn 8′ Flauto Amabile 8′ Syntematophon 8′ Oktave 4′ Flute octav. 4′ Quinta ′ Octave 2′ Mixur V Kornett V-VIII Trompete 16′ Tuba mirabilis 8′ Clairon 4′ II. Manualwerk C–a3 Quintadena 16′ Flötenprinzipal 8′ Quintadena 8′ Konzertflöte 8′ Fugara 8′ Gedackt 8′ Violinprincipal 4′ Traversflöte 4′ Piccolo 2′ Mixur III-IV Konrettino III-V Fagott 16′ Trompete 8′ Trompete 4′ Glockenspiel III. Manualwerk C–a3 Lieblich Gedackt 16′ Violinprincipal 8′ Flute harmonique 8′ Salicional 8′ Rohrflöte 8′ Voix céleste 8′ Aeoline 8′ Violine 4′ Flauto dolce 4′ Flautino 2′ Harmonia aeth. III Kornett V-VIII Euphon 8′ Oboe 8′ IV. Manualwerk C–a3 Fernwerk Vox angelica 8′ Lieblich Gedackt 8′ Echogamba 8′ Gemshorn 4′ Flauto dolce 4′ Vox humana 8′ Tremulant Chororgel Rohrgedackt 8′ Dulcian 8′ Spitzflöte 4′ Pedalwerk C–f3 Principal 32′ Principal 16′ Subbass 16′ Violon 16′ Harmonikabass 16′ Echobass (aus III) 16′ Quinta ′ Octavbass 8′ Cello 8′ Gedacktbass (aus II) 8′ Salicetbass (aus III) 8′ Choralbass 4′ Mixur V Bombardon 32′ Kontrafagott 16′ Basson 16′ Trompete 8′ Clairon 4′
Hauptorgel mini|Hauptorgel auf der Westempore
Im Jahre 1951 baute die Orgelbaufirma Marcussen (Appenrade, Dänemark) in das historische Orgelgehäuse von 1797 ein neues Orgelwerk. Von dem Walcker-Instrument von 1913/1914 blieben nur das Fern- und das Chorwerk erhalten.
Derzeit wird die Orgel überarbeitet. Sie soll ab 2018 Teil einer neuen Orgelanlage werden; die Gesamtanlage wird die größte Skandinaviens sein. Das Orgelbau-Projekt firmiert unter dem Namen „Nya toner i S:t Petri“ (Neue Töne in St. Petri).
Die Hauptorgel wurde von der Orgelbaufirma Th. Fobenius og Sønner (Kongens Lyngby, Dänemark) grundlegend renoviert und von der Orgelbaufirma A. Mårtenssons (Lund/Schweden) elektrifiziert; das Fernwerk an der Vierung und das Chorwerk hinter dem Altar werden von der Orgelbaufirma Mårtensson restauriert. Die Disposition der Hauptorgel wurde durch die Orgelbaufirma Klais (Bonn) ergänzt, und zwar um ein 32′-Register im Pedal sowie um drei Chamadenregister, die in den Fensternischen zu beiden Seiten der Hauptorgel eingebaut wurden. Das Instrument auf der Westempore hat 81 Register, verteilt auf 5 Manualwerke und Pedal. Außerdem lassen sich von der Emporenorgel wie bislang auch die Register der Altarorgel und der Echo-Orgel anspielen.Zur Disposition der Westemporenorgel auf der Website der Orgelbaufirma Klais
(I) RyggpositivRückpositiv. C–g3 1. Principal 8′ 2. Quintadena 8′ 3. Gedackt 8′ 4. Oktava 4′ 5. Gedacktflöjt 4′ 6. Gemshorn 2′ 7. Oktava 2′ 8. Sifflöjt ′ 9. Oktava 1′ 10. Sesquialtera II ′ 11. Scharf IV-VI 12. Dulcian 16′ 13. Krumhorn 8′ 14. Regal 4′ Tremulant (II) HuvudverkHauptwerk. C–g3 15. Principal 16′ 16. Quintadena 16′ 17. Oktava 8′ 18. Spetsflöjt 8′ 19. Oktava 4′ 20. Rörflöjt 4′ 21. Spetsquint ′ 22. Oktava 2′ 23. Flachflöjt 2′ 24. Rauschquint III 25. Mixtur VI-VIII 26. Cymbel III 27. Trumpet 16′ 28. Trumpet 8′ (III) ÖververkOberwerk. C–g3 29. Italiensk Principal 8′ 30. Rörflöjt 8′ 31. Gedackt 8′ 32. Oktava 4′ 33. Blockflöjt 4′ 34. Quintadena 4′ 35. Oktava 2′ 36. Gedacktflöjt 2′ 37. Nasat ′ 38. Waldflöjt 1′ 39. Mixtur IV 40. Cymbel II 41. Skalmeja 8′ 42. Vox humana 8′ Tremulant (IV) SvällverkSchwellwerk. C–g3 43. Gedackt 16′ 44. Flûte harmonique 8′ 45. Gedackt 8′ 46. Salicional 8′ 47. Voix céleste 8′ 48. Gamba 8′ 49. Traversflöjt 4′ 50. Quinta ′ 51. Waldflöjt 2′ 52. Ters ′ 53. Mixtur V-VII 54. Cymbel III 55. Fagott 16′ 56. Trumpet 8′ 57. Oboe 8′ 58. Clairon 4′ Pedal C–f1 59. Basse acoustique 64′ (n) 60. Soubasse 32′ (n) 61. Principal 16′ 62. Subbas 16′ 63. Gedackt 16′ 64. Quinta ′ 65. Oktava 8′ 66. Gedackt 8′ 67. Oktava 4′ 68. Koppelflöjt 4′ 69. Nachthorn 2′ 70. Rörflöjt II 1′ 71. Rauschquint IV 72. Mixtur VI 73. Basun 32′ 74. Basun 16′ 75. Sordun 16′ 76. Trumpet 8′ 77. Trumpet 4′ 78. Cornet 2′ Chamaden C–c4 79. Chamade 16′ 80. Chamade 8′ 81. Chamade 4′ Echo-Orgel C–c4 I. Gedackt 8′ II. Ekogamba 8′ III. Gemshorn 4′ IV. Oktava 2′ V. Sifflöjt 1′ Tremulant Altarorgel C–a3 VI. Rörgedackt 8′ VII. Salicional 8′ VIII. Spetsflöjt 4′ Anmerkungen (n) = Register von 2017
Vierungsorgel
Im Jahr 2019 wurde die neue Chororgel im nördlichen Vierungsbogen des Chorraumes fertiggestellt und am 27. April des gleichen Jahres geweiht. Das Instrument wurde von der Orgelbaufirma Klais erbaut, zusammen mit einem neuen, mobilen sechsmanualigen Generalspieltisch im Chorraum, von dem die Haupt- und die Chororgel angespielt werden können. Für den Neubau der Orgel werden auf einer Tafel im Gotteshaus mehr als 300 Spender genannt.
Die neue Chororgel hat 18 Pfeifenreihen, von denen 15 Pfeifenreihen die traditionellen Klangfarben der Orgel abdecken. Zwei dieser 15 Pfeifenreihen und drei weitere Reihen dienen dazu, innerhalb einer Oktave sämtliche harmonischen Teiltöne zu bilden: Zu jedem Grundton lassen sich insgesamt bis zu 18 Obertöne hinzuregistieren. Der gesamte Registerfundus der neuen Chororgel kann von dem neuen Generalspieltisch aus völlig frei „verwaltet“ werden, d. h. jedem Manual bzw. dem Pedal frei zugeordnet werden.Informationen zum Orgelbauprojekt auf der Website der Orgelbauwerkstatt Klais Die neue Vierungsorgel hat somit insgesamt 109 Register und 5 Effektregister haben. Eine Besonderheit ist die große Zahl der Aliquoten.Zur Disposition der neuen Vierungsorgel auf der Website der Orgelbauwerkstatt Klais
Manuale/Pedal C–c4 1. Montre 16′ 2. Montre 8′ 3. Principal 8′ 4. Bourdon 8′ 5. Prestant 4′ 6. Octave 4′ 7. Flûte douce 4′ 8. Quinte ′ 9. Doublette 2′ 10. Plein jeu V ′ 11. Trompette 16′ 12. Trompette 8′ Manuale/Pedal (schwellbar) C–c4 13. Bourdon 16′ 14. Contre Gambe 16′ 15. Grosse Quinte ′ 16. Diapason 8′ 17. Flûte d’orchestre 8′ 18. Cor de nuit 8′ 19. Viole 8′ 20. Voix angélique 8′ 21. Neuvième mineur ′ 22. Neuvième majeur ′ 23. Tierce mineur ′ 24. Tierce majeur ′ 25. Quart augmentée ′ 26. Quinte ′ 27. Sixte mineur ′ 28. Septième mineur ′ (Fortsetzung) 29. Septième majeur ′ 30. Octave 4′ 31. Flûte de concert 4′ 32. Flûte amabile 4′ 33. Dulciane 4′ 34. Neuvième mineur ′ 35. Neuvième majeur ′ 36. Tierce mineur ′ 37. Tierce majeur ′ 38. Quart augmentée ′ 39. Quinte ′ 40. Sixte mineur ′ 41. Septième mineur ′ 42. Septième majeur ′ 43. Flageolet 2′ 44. Neuvième mineur ′ (Fortsetzung) 45. Neuvième majeur ′ 46. Tierce mineur ′ 47. Tierce majeur ′ 48. Quart augmentée ′ 49. Quinte ′ 50. Sixte mineur ′ 51. Septième mineur ′ 52. Septième majeur ′ 53. Piccolo 1′ 54. Neuvième mineur ′ 55. Neuvième majeur ′ 56. Tierce mineur ′ 57. Tierce majeur ′ 58. Quart augmentée ′ 59. Quinte ′ (Fortsetzung) 60. Sixte mineur ′ 61. Septième mineur ′ 62. Septième majeur ′ 63. Cornet V 8′ 64. Théorbe III ′ 65. Carillon III ′ 66. Progressio II-V ′ 67. Basson 16′ 68. Trompette 8′ 69. Hautbois 8′ 70. Voix humaine 8′ 71. Clairon 4′ Trémolo 72. Baryton 16′ 73. Clarinette 8′ Pedal C–g1 74. Basse acoustique 32′ 75. Flûte 16′ 76. Contrebasse 16′ 77. Bourdon 16′ 78. Violonbasse 16′ 79. Grosse Quinte ′ 80. Flûte 8′ 81. Montre 8′ 82. Principal 8′ (Fortsetzung) 83. Bourdon 8′ 84. Diapason 8′ 85. Flûte d’orchestre 8′ 86. Cor de nuit 8′ 87. Viole 8′ 88. Neuvième mineur ′ 89. Neuvième majeur ′ 90. Tierce mineur ′ 91. Tierce majeur ′ (Fortsetzung) 92. Quart augmentée ′ 93. Quinte ′ 94. Sixte mineur ′ 95. Septième mineur ′ 96. Septième majeur ′ 97. Flûte 4′ 98. Octave 4′ 99. Flûte de concert 4′ 100. Flûte amabile 4′ (Fortsetzung) 101. Dulciane 4′ 102. Aliquot III ′ 103. Mixture IV ′ 104. Bombarde 16′ 105. Trompette 16′ 106. Basson 16′ 107. Trompette 8′ 108. Petite Trompette 8′ 109. Clairon 4′ Effektregister I Chimes II Rain III Thunder IV Drum V Rossignol
Weblinks
Über die Kirche (Netzpräsenz der Kirchengemeinde, schwedisch)
Einzelnachweise
Petri Kategorie:Kirchengebäude in Skåne län Kategorie:Kirchengebäude der Schwedischen Kirche Kategorie:Peterskirche Kategorie:Gotisches Bauwerk in Schweden Kategorie:Kirchengebäude der Backsteingotik Kategorie:Basilika (Bautyp) Kategorie:Disposition einer Orgel