mini|Karmesinnektarvogel (Aethopyga siparaja), Weibchen mini|Gesang des männlichen Karmesinnektarvogels Der Karmesinnektarvogel (Aethopyga siparaja), auch Gelbrückennektarvogel genannt, ist ein 10 bis 13 Zentimeter großer Vertreter aus der Familie der Nektarvögel.
Aussehen Das Männchen ist an der Brust, Kehle, Kopf und dem vorderen Teil des Rückens rötlich gefärbt. Der Schnabel, der obere Teil des Kopfes und die Flügel sind schwarz. Der bis zu 5 Zentimeter lange Schwanzansatz des Männchens ist auffällig gelb und der übrige Teil ist grünlich gefärbt. Das Prachtgefieder tragen die Männchen ganzjährig. Das Weibchen ist unauffällig bräunlich grün gefärbt, wobei der Bauch und die Schwanzunterseite etwas heller sind.
Verbreitung und Lebensraum Diese Art kommt in Indien, Malaysia, Philippinen und anderen Teilen Südostasiens und auf den Inseln Sumatra und Borneo vor. Dort bewohnt diese Art die Urwälder bis in eine Höhe von 1300 Metern, kommt aber auch in menschlichen Gärten und Plantagen vor.
Lebensweise Die Vögel sind standorttreu. Sie suchen an Bäumen und Pflanzen nach Nektar. Sie vollführen einen Schwirrflug, ähnlich dem der Kolibris. Dabei stechen sie zu lange Blüten von unten an, um so mit ihrer röhrenförmigen Zunge an den Nektar zu kommen. Bevorzugt werden vor allem rote und rosa Blütenfarben. Daneben fangen die Vögel auch kleinere Insekten und Spinnen. Außerhalb der Fortpflanzungszeit führen sie ein Leben als Einzelgänger.
Fortpflanzung Zur Brutzeit bauen die Vögel gemeinsam ein birnenförmiges Nest aus Gräsern, Moosen und Spinnenseide, welches sie an langen überstehenden Zweigen, im dichten Gebüsch anlegen. In das Nest legt das Weibchen 2 bis 3 cremefarbene, rotbraun gefleckte Eier. Die Brutzeit beträgt ca. 2 Wochen. Die Jungvögel werden von beiden Elternteilen im Nest versorgt.
Gefährdung Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und weil für diese Art keinerlei Gefährdungen bekannt sind, stuft die IUCN diese Vogelart als Datei:LC IUCN 3 1.svg (Least Concern – nicht gefährdet) ein.
Unterarten Es sind vierzehn Unterarten bekannt:IOC World Bird List Dippers, leafbirds, flowerpeckers & sunbirds Aethopyga siparaja seheriae (, 1833)Samuel Richard Tickell, S. 577. – Diese Unterart kommt in den Vorbergen des Himalayas im Norden Indiens und im Westen von Bangladesch vor. Aethopyga siparaja labecula (, 1840)Thomas Horsfield, S. 167. – Diese Subspezies kommt im Osten des Himalayas über Bangladesch und Myanmar mit Ausnahme des Südens in den Nordwesten von Laos sowie Vietnam vor. Aethopyga siparaja owstoni , 1910Lionel Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild, S. 32. – Diese Unterart ist im Südosten Chinas verbreitet. Aethopyga siparaja tonkinensis , 1917Ernst Hartert, S. 7. – Diese Subspezies ist im Süden Chinas und dem Nordosten Vietnams verbreitet. Aethopyga siparaja mangini & , 1924Jean Théodore Delacour u. a. (1924), S. 34. – Diese Unterart kommt im Südosten Thailands und dem zentralen und südlichen Indochina vor. Aethopyga siparaja insularis & , 1928Jean Théodore Delacour u. a. (1928), S. 134. – Diese Subspezies kommt auf Dao Phu Quoc vor. Aethopyga siparaja cara , 1874Allan Octavian Hume (1874), S. 473. – Diese Unterart ist im Süden Myanmars und dem Norden Thailands verbreitet. Aethopyga siparaja trangensis , 1946Rodolphe Meyer de Schauensee, S. 79. – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist der Süden Thailands und der Norden der Malaiischen Halbinsel Aethopyga siparaja siparaja (, 1822)Thomas Stamford Raffels, S. 299. – Die Nominatform kommt im Süden der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra und auf Borneo vor. Aethopyga siparaja nicobarica , 1873Allan Octavian Hume (1873), S. 412. – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart sind die Nikobaren. Aethopyga siparaja heliogona , 1923Harry Church Oberholser, S. 232. – Diese Subspezies ist auf Java verbreitet. Aethopyga siparaja natunae , 1935Frederick Nutter Chasen, S. 97. – Diese Unterart kommt auf den Nikobaren nordwestlich von Borneo vor. Aethopyga siparaja flavostriata (, 1865)Alfred Russel Wallace, S. 478, Tafel 29, Figur 2. – Diese Unterart ist im Norden Sulawesis verbreitet. Aethopyga siparaja beccarii , 1875Tommaso Salvadori, S. 659, Tafel 18, Figur 1 & 2. – Diese Subspezies kommt im zentralen und südlichen Teil Sulawesis vor.
Etymologie und Forschungsgeschichte Thomas Stamford Raffles beschrieb den Karmesinnektarvogel unter dem Namen Certhia siparaja. Einen Fundort nannte er nicht. 1850 führte Jean Louis Cabanis die Gattung Aethopyga u. a. für den Karmesinnektarvogel ein.Jean Louis Cabanis, S. 103.Neben dem Karmesinnektarvogel ordnete er dieser Gattung auch Nectarinia eximia , 1821 – ein Synonym für den Javanektarvogel (Aethopyga eximia) und zu Cinnyris nipalensis , 1837 – ein Synonym für den Grünschwanz-Nektarvogel (Aethopyga nipalensis). Der Gattungsname setzt sich auf »aithos « für »Feuer« und »-pygos, pygē « für »-steißig, Steiß, Bürzel« zusammen.
Das Artepitheton ist malaischen Ursprungs, dort bedeutet »Sipa raja« »General der Armee«.James A. Jobling, S. 357. »Owstoni« ist dem britischen Sammler und Geschäftsmann Alan Owston (1853–1915),James A. Jobling, S. 286. »beccarii« dem italienischen Botaniker und Sammler Odoardo Beccari (1843–1920)Tommaso Salvadori, S. 641, Widmung ergibt sich aus dem Titel der Publikation., »mangini« dem französischen Botaniker und Direktor des Muséum national d’histoire naturelle Louis Alexandre Mangin (1852–1937)Jean Théodore Delacour u. a. (1924), S. 35., gewidmet. Gleich mehrere Namen sind Toponyme. So bezieht sich »tonkinensis« auf das französische Protektorat Tonkin, »trangensis« auf die thailändische Provinz Trang, »nicobarica« auf die Nikobaren, »natunae« auf die Natuna-Inseln und »seheriae« aus Seheria, einem Ort im Distrikt Purulia in Westbengalen.Wo der Ort genau liegt, ist schwer zu ermitteln. Da im Artikel aber Marcha und in anderen Quellen Manbhoom bzw. Manbhum im Zusammenhang mit diesem Ort erwähnt werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Ort sich im heutigen Purulia Distrikt befindet. »Insularis« bezieht sich allgemein auf Inselbewohner und leitet sich vom lateinischen »insula, insulae« für »Insel« ab.James A. Jobling, S. 205. »Labecula« leitet sich vom lateinischen »labes, labis« für »Flecken« ab.James A. Jobling, S. 217. Das lateinische Wort »carus« bedeutet »teuer, wertvoll«.James A. Jobling, S. 90. »Flavostriata« ist ein lateinisches Wortgebilde aus »flavus« für »gelb, goldgelb« und »striatus, striare« für »gestreift, streifen« . »Heliogona« setzt sich aus dem griechischen »hēlios « für »Sonne« und »gonē, gonēs « für »Nachwuchs, Spross« zusammen.James A. Jobling, S. 188.
Literatur Christopher M. Perrins: Die große Enzyklopädie der Vögel. Aus dem Englischen, Orbis-Verlag, München 1996, ISBN 3-572-00810-7, S. 307, 309. Jiří Felix (Hrsg.), Květoslav Hísek: Tierwelt Asiens in Farbe. Aus dem Tschechischen von Ingeborg Šestáková. Karl Müller Verlag, Erlangen 1989, S. 72–73 Philip Withfield (Hrsg.): Das große Weltreich der Tiere. Planet Medien AG, Zug 1992, ISBN 3-8247-8614-1, S. 362–363. Wilhelm Eigener (Hrsg.), Erna Mohr: Enzyklopädie der Tiere. Band 2, Weltbild, Augsburg 1991, ISBN 978-3-89350-361-2, S. 374.
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Nektarvögel