Der Speerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 15. und 16. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 27 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde Jānis Lūsis aus der Sowjetunion. Er gewann vor dem Finnen Jorma Kinnunen und dem Ungarn Gergely Kulcsár.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – traten Hermann Salomon, Rolf Herings und Klaus Wolfermann an. Herings und Wolfermann scheiterten in der Qualifikation, Salomon erreichte das Finale und wurde Zwölfter. Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde durch Manfred Stolle vertreten, der im Finale Rang fünf erreichte. Für die Schweiz gingen Urs von Wartburg und Rolf Bühler an den Start. Bühler scheiterte an der Qualifikationsweite, von Wartburg erreichte im Finale Rang acht. Auch der Österreicher Walter Pektor qualifizierte sich für das Finale und wurde Zehnter. Athleten aus Liechtenstein nahmen nicht teil.

Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord91,98 mJānis Lūsis ()Saarijärvi, Finnland23. Juni 1968, sport-record.de (englisch)Olympischer Rekord85,71 mEgil Danielsen ()Finale OS Melbourne, Australien26. November 1956 mini|hochkant=2| Rekordverbesserungen Der bestehende olympische Rekord wurde in diesem Wettbewerb viermal verbessert: 86,30 m – Jorma Kinnunen (Finnland), Finale am 16. Oktober, erster Versuch 86,34 m – Jānis Lūsis (Sowjetunion), Finale am 16. Oktober, zweiter Versuch 87,06 m – Gergely Kulcsár (Ungarn), Finale am 16. Oktober, vierter Versuch 90,10 m – Jānis Lūsis (Sowjetunion), Finale am 16. Oktober, sechster Versuch

Durchführung des Wettbewerbs 27 Athleten traten am 15. Oktober zu einer Qualifikationsrunde an, die in zwei Gruppen absolviert wurde. Elf von ihnen – hellblau unterlegt – übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 80,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern noch nicht erreicht. So qualifizierte sich auch der zwölftplatzierte Werfer – hellgrün unterlegt – für das Finale am 16. Oktober. Dort hatte jeder Athlet zunächst drei Versuche. Erstmals konnten dann die acht besten – und nicht wie bis 1964 sechs besten – Werfern drei weitere Versuche absolvieren.

Zeitplan 15. Oktober, 10:00 Uhr: Qualifikation 16. Oktober, 15:00 Uhr: FinaleThe Games, Produced by the Organizing Committee of the Games Mexico 68, Vol. 3 digital.la84.org, engl./französ. (PDF; 36.300 KB), S. 10, digital.la84.org, abgerufen am 21. September 2021

Anmerkung: Alle Zeiten sind in Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6) angegeben.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig

Qualifikation Datum: 15. Oktober 1968, ab 10:00 UhrThe Games, Produced by the Organizing Committee of the Games Mexico 68, Vol. 3 digital.la84.org, engl./französ. (PDF; 36.300 KB), S. 530, digital.la84.org, abgerufen am 21. September 2021

Gruppe A mini|hochkant=2.1| Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Åke Nilsson x x 84,74 m 84,74 m 2 Jānis Lūsis 83,68 m – – 83,68 m 3 Jorma Kinnunen x 74,16 m 83,16 m 83,16 m 4 Manfred Stolle 81,88 m – – 81,88 m 5 Gergely Kulcsár 81,56 m – – 81,56 m 6 Mark Murro 74,14 m 81,14 m – 81,14 m 7 Władysław Nikiciuk 74,16 m 78,22 m 81,00 m 81,00 m 8 Urs von Wartburg 76,58 m 80,66 m – 80,66 m 9 Janusz Sidło 74,90 m 80,12 m – 80,12 m 10 Hermann Salomon 79,48 m x 76,50 m 79,48 m 11 Rolf Herings 79,08 m 77,00 m 78,70 m 79,08 m 12 Pauli Nevala x 77,90 m x 77,90 m 13 Mart Paama 74,18 m 77,26 m 74,64 m 77,26 m 14 Frank Covelli 70,30 m x 73,04 m 73,04 m

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Walter Pektor 82,16 m – – 82,16 m 2 Aurelio Janet 80,10 m – – 80,10 m 3 Klaus Wolfermann 75,78 m 71,40 m 75,02 m 75,78 m 4 Miklós Németh 74,56 m 74,82 m 75,50 m 75,50 m 5 Dave Travis 74,24 m 74,36 m 70,84 m 74,36 m 6 Lode Wyns 73,68 m x x 73,68 m 7 Gary Stenlund 73,52 m 68,88 m 71,44 m 73,52 m 8 Bill Heikkila 70,10 m 71,20 m 70,78 m 71,20 m 9 Nashatar Singh Sidhu x 63,58 m 70,70 m 70,70 m 10 Rolf Hoppe 68,32 m 65,82 m 65,86 m 68,32 m 11 William Liga x 61,62 m 62,32 m 62,32 m 12 Donald Vélez 48,92 m x 61,32 m 61,32 m 13 Rolf Bühler 61,05 m x x 61,05 m DNS Christos Pierrakos Lahcen Samsam Akka

Finale Datum: 16. Oktober 1968, 15:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Jānis Lūsis 81,74 m 86,34 m OR 82,66 m 84,40 m x 90,10 m OR 90,10 m OR 2 Jorma Kinnunen 86,30 m OR x x 79,00 m 85,82 m 88,58 m 88,58 m 3 Gergely Kulcsár 83,10 m x 83,82 m 87,06 m OR 85,14 m 83,40 m 87,06 m 4 Władysław Nikiciuk x 85,70 m 82,24 m x 82,32 m 80,44 m 85,70 m 5 Manfred Stolle x 76,86 m 81,52 m 84,42 m x 79,72 m 84,42 m 6 Åke Nilsson 83,48 m x x x 76,74 m 79,76 m 83,48 m 7 Janusz Sidło 80,00 m 76,36 m 80,58 m 75,50 m 77,86 m 76,46 m 80,58 m 8 Urs von Wartburg 80,56 m 77,06 m 77,22 m x x x 80,56 m 9 Mark Murro 80,06 m 80,08 m x nicht im Finale derbesten acht Werfer 80,08 m 10 Walter Pektor 75,64 m 77,40 m x 77,40 m 11 Aurelio Janet x 74,88 m x 74,88 m 12 Hermann Salomon x 71,64 m 73,50 m 73,50 m Als Topfavorit galt der sowjetische Werfer Jānis Lūsis, Bronzemedaillengewinner von 1964, Europameister von 1966 und Inhaber des Weltrekords, aber sein Sieg stand bis zum letzten Durchgang auf des Messers Schneide.

In der ersten Finalrunde führte der Finne Jorma Kinnunen mit neuem Olympiarekord vor dem Schweden Åke Nilsson und dem Ungarn Gergely Kulcsár. Lūsis folgte auf Rang vier. Dieser eroberte im zweiten Versuch die Spitzenposition mit einer erneuten Rekordverbesserung. Der Pole Władysław Nikiciuk konnte sich auf Rang vier vor Nilsson platzieren. Im vierten Versuch übernahm dann Kulcsár die Führung, er warf den Speer mehr als siebzig Zentimeter weiter als Lūsis bei seinem Rekord. Lūsis blieb Zweiter vor Kinnunen. Im letzten Durchgang übertrafen sowohl Kinnunen als auch Lūsis Kulcsárs olympischen Rekord noch einmal. Jānis Lūsis warf dabei anderthalb Meter weiter und wurde somit Olympiasieger. Als einziger Werfer in diesem hochklassigen Wettbewerb gelang ihm ein Wurf über neunzig Meter. Silbermedaillengewinner wurde Jorma Kinnunen, Gergely Kulcsár blieb die Bronzemedaille.Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 370f

Videolinks 1968 Jānis Lūsis (Latvia) Mexico Olympics (new footage), youtube.com, abgerufen am 21. September 2021 Janis Lusis (USSR) Javelin 1968 Mexico 90.10 meters (O.R.), youtube.com, abgerufen am 21. September 2021 Janis Lusis's Olympic Record of 90.10m at the 1968 Mexico City Olympics, youtube.com, abgerufen am 9. November 2017 Jorma Kinnunen Mexico 1968, youtube.com, abgerufen am 9. November 2017 Åke Nilsson (Sweden) 1968 Mexico Javelin (first throw) 83.48 meters (273.10ft), youtube.com, abgerufen am 21. September 2021 Walter Pektor (Austria) Javelin 82.16 meters (1968 Mexico Q Javelin), youtube.com, abgerufen am 21. September 2021

Literatur Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 370 bis 372

Weblinks Athletics at the 1968 Ciudad de Mexico Summer: Men's javelin throw, web.archive.org, sports-reference.com, abgerufen am 21. September 2021 Seite des IOC: Mexico City 1968, Athletics javelin throw men Results, olympics.com (englisch), abgerufen am 21. September 2021 Olympedia, Athletics at the 1968 Summer Olympics, Javelin Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 21. September 2021 The Games, Produced by the Organizing Committee of the Games Mexico 68, Vol. 3, Überblick mit Fotos digital.la84.org, engl./französ. (PDF; 36.300 KB), S. 106, digital.la84.org, abgerufen am 21. September 2021 The Games, Produced by the Organizing Committee of the Games Mexico 68, Vol. 3, javelin throw, komplette Resultate digital.la84.org, engl./französ. (PDF; 36.300 KB), S. 630, digital.la84.org, abgerufen am 21. September 2021

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1968