Das Amt Medingen war ein historisches Verwaltungsgebiet des Fürstentums Lüneburg, später des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover. Übergeordnete Verwaltungsebene war ab 1823 die Landdrostei Lüneburg.

Geschichte Kern des südöstlich von Lüneburg gelegenen Amtssprengels war der Propsteibesitz des Zisterzienserinnenklosters Medingen, das im Zuge der Reformation in ein evangelisches Damenstift umgewandelt wurde. Die Propsteigüter wurden 1529 durch Herzog Ernst den Bekenner vereinnahmt. Der Amtssprengel entsprach wohl dem des Gogerichts Bevensen. Untergliedert war er in mehrere Gerichtsbezirke (Veeste). Wohl erst im 16./17. Jahrhundert bildete sich eine normale Amtsverwaltung heraus. 1795 wurde das Amt um den größten Teil der bisher zum Amt Winsen (Luhe) zugehörigen Vogtei Bienenbüttel vermehrt, die im Wesentlichen aus Streubesitz in 61 Dörfern bestand. Außerdem kamen die Dörfer Höver und Oetzendorf vom Amt Bodenteich hinzu. Die Dörfer Golste und Seedorf fielen 1852 an das Amt Ebstorf, Barnstedt und Glüsingen an das Amt Lüne. 1859 wurde das Amt Ebstorf in das Amt Medingen eingegliedert. Aus dem Amt Lüne kam Bohndorf hinzu, acht weitere Gemeinden (Boecke, Hagen, Hohenzethen, Groß Malchau, Reddien, Stoetze, Testorf und Weste) aus dem Amt Oldenstadt. Seit 1867 bildeten das Amt Medingen, das Amt Oldenstadt und die amtsfreie Stadt Uelzen den (Steuer-)Kreis Uelzen. Bei der Einführung der Kreisverfassung (1885) ging das Amt Medingen im Kreis Uelzen auf.

Gemeinden Vor der Vereinigung mit dem Amt Ebstorf (1859) gehörten dem Amt Medingen folgende Gemeinden an: Addenstorf Aljarn Almstorf Altenmedingen Bargdorf Barum Bevensen Beverbeck Bienenbüttel Bostelwiebeck Brockhimbergen Bruchtorf Klein Büstorf Drögennottorf Eddelstorf Edendorf Eitzen Emmendorf Gollern Groß Hesebeck Groß Thondorf Haaßel Havekost Heitbrack Himbergen Höver Hohenbüstorf Hohnstorf Jastorf Jelmstorf Kettelstorf Klein Hesebeck Klein Thodorf Kollendorf Masbrock Medingen Nassennottorf Niendorf Oetzendorf Rieste Röbbel Römstedt Rohrstorf Sasendorf Secklendorf Steddorf Strothe Tätendorf-Eppensen Vinstedt Vorwerk Walmstorf Westersunderberg Wichmannsburg

Amtmänner 17./18. Jh.: Johann Matthias Behrens, * ca. 1665, Amtsschreiber 18. Jh.: Johann Conrad Hahn 1818–1825: Staats Georg Koch, Oberamtmann 1825–1831: August Vogt, Amtmann, ab 1828 Oberamtmann 1832: vakant 1833–1841: Christian von Zesterfleth, Oberhauptmann 1842–1846: August von Kaufmann, Amtmann 1847–1850: August Ludewig Wilhelm Freiherr von Meding, Regierungsrat 1851–1852: vakant 1853–1866: Otto Ludwig von Meltzing, Amtmann, später Oberamtmann (1867) 1868–1873: Alfred Schultz, Amtmann 1873-: Kaspar (auch: Caspar) von der Decken, Regierungsassessor (kommissarisch), verheiratet mit Melanie von Hugo; später Regierungsrat in Hildesheim 1878–1881: von Dobbeler, Amtmann (kommissarisch) 1882–1885: Conrad von Massow

Literatur Hans Jürgen Vogtherr (Bearb.): Das Amtsbuch des Amtes Medingen von 1666 (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens 109). Hannover 1993 Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981 Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 339–343.

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