mini|Selig Bamberger Selig Bamberger (, auch Selig Pinchas Halevi Bamberger; geboren am 7. November 1872 in Lengnau im Schweizer Kanton Aargau; gestorben am 9. August 1936 in HamburgSterberegister StA Hamburg 3, Nr. 392/1936.) war ein Rabbiner und jüdischer Gelehrter in Hamburg, der eine ganze Reihe grundlegender Bücher über das Judentum ins Deutsche übersetzte. Er erwarb einen Doktortitel in diesem Bereich an der Universität Berlin.
Leben und Wirken mini|Vereinigte Alte und Neue Klaus im Hinterhof der Rutschbahn 11, Grindelviertel, in der Bamberger lehrtehttp://juedische-geschichte-online.net/stadtplan/ortehttp://synagoge-rutschbahn.de/Geschichte.html Selig Bamberger wurde im Monat Cheschwan in Lengnau als Sohn des Rabbiners Salomon Bamberger (1835–1918, hebr.שלמה זלמן במברגר) und von Lea Adler (1844–1875) geboren; seine Großväter waren Seligmann Bär Bamberger und Abraham Adler.
1896 erwarb er einen Doktortitel in Philosophie an der Universität Heidelberg mit seiner wissenschaftlichen Ausgabe des Kommentars von Maimonides zum Mischnatraktat Challa, die auch seine Übersetzung ins Deutsche enthielt.
1896 erhielt er am Rabbinerseminar zu Berlin von Esriel Hildesheimer die Smicha, d. h. er wurde zum Rabbiner ernannt.
Ab 1901 arbeitete er als Rabbiner an den Hamburger Synagogen Alte Klaus (הקלויז הישן) und Neue Klaus (הקלויז החדש). Er lehrte auch am Lehrhaus der Synagogengemeinschaft und war Aw Beth Din, Vorsitzender des Beth Din („Rabbinatsgericht“). Diese Aufgaben erfüllte er 36 Jahre lang bis zu seinem Tod. Daneben publizierte er.
Er verstarb im August 1936 in Hamburg und wurde auf dem Jüdischen Friedhof Langenfelde in Hamburg neben seiner ersten Frau begraben. 1989 wurden seine sterblichen Überreste neben dem Grab seiner zweiten Frau auf dem Jüdischen Friedhof am Ölberg in Jerusalem beigesetzt.
Übersetzungen und Herausgeberschaft Kommentar des Raschi zur Tora () (Digitalisat) Sidur sefat emet – Gebetbuch der Israeliten. („Sprache der Wahrheit“ ) (Digitalisat) Pirqē āvôt = Sprüche der Väter. Übersetzt von Selig Bamberger. Mit einem Geleitwort von Leo Baeck. M. Lehrberger, Frankfurt 1934. (Digitalisat) Gesänge für den Schabbat () Gebetbuch für die Festtage/1/2: Gebetbuch für das Peßachfest (): Band I: Peßachfest (1. und 2. Tag); Band II: Peßachfest (7. und 8. Tag); mit sorgfältigst revidiertem Texte// Heidenheim, Wolf. - Frankfurt a. M. (Rödelheim): Lehrberger, [ca. 1910]
Kizzur Schulchan Aruch () (Digitalisat) Machzor 1953, Gebetbuch für die Festtage, herausgegeben von Wolf Heidenheim, übersetzt von Rabbiner Dr. Selig Pinchas Halevi Bamberger. Viktor Goldschmidt Verlag, Basel.
Literatur (Auswahl)
Bamberger, Selig Pinchas, in: Michael Brocke, Julius Carlebach (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 2: Die Rabbiner im Deutschen Reich 1871–1945. München: Saur, 2009, S. 56f.
Einzelnachweise
Kategorie:Student des Rabbinerseminars zu Berlin Kategorie:Orthodoxes Judentum Kategorie:Rabbiner (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1936 Kategorie:Mann