mini|Karte des Amtes Hoya (um 1820) Das Amt Hoya war ein historisches Verwaltungsgebiet der Grafschaft Hoya, später des Fürstentums Lüneburg, des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover mit Sitz in Hoya.
Geschichte Die Burg Hoya wird 1233 erstmals erwähnt. Erbauer war wohl das Adelsgeschlecht, das sich dann auch nach ihr benannte. Das Amt, das sich um die Residenz der späteren Grafschaft entwickelte, fiel mit dem Erlöschen des Grafenhauses 1582 an das Fürstentum Lüneburg. Nach dem französisch-westphälischen Intermezzo wurde es im alten Umfang wiederhergestellt. 1827 wurden die bis dahin durch das Amt Hoya verwalteten Anteile der Dörfer Alt Holtum und Varste dem Amt Westen-Thedinghausen zugelegt.
Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Die Verwaltung blieb beim Amt Hoya, die Rechtsprechung ging an das neu geschaffene Amtsgericht Hoya.
1852 wurde das Amt Hoya in das verkleinerte Amt Hoya und das Amt Martfeld aufgeteilt. Die Gemeinde Wöpse wurde in das Amt Bruchhausen umgegliedert, Dienstborstel in das Amt Nienburg, Diensthop und Lohof fielen an das Amt Westen. 1859 wurde das Amt Martfeld wieder mit dem Amt Hoya vereinigt, jedoch ohne das Kirchspiel Martfeld (mit den Gemeinden Kleinborstel, Hustedt, Loge, Martfeld und Tuschendorf), das in das Amt Bruchhausen eingegliedert wurde. Seit 1867 bildeten die Ämter Hoya, Syke und Bruchhausen den (Steuer-)Kreis Hoya. Bei der Einführung der Kreisverfassung 1885 wurden die Ämter Hoya und Bruchhausen zum Kreis Hoya zusammengeschlossen.
Gemeinden Bei seiner Auflösung (1885) bestand das Amt aus folgenden Gemeinden: Altenbücken Anderten Asendorf Brebber Bücken Calle Dedendorf Doenhausen Duddenhausen Eitzendorf Essen Eystrup Gandesbergen Graue Hämelhausen Haendorf Hassel Haßbergen Heesen Helzendorf Hilgermissen Hohenholz Holtrup Hoya Hoyerhagen Kampsheide Kuhlenkamp Magelsen Mahlen Mehringen Nordholz Oiste Schweringen Stendern Ubbendorf Warpe Wechold Wienbergen Windhorst
Amtmänner ab 1758: Georg Anton Bacmeister (1715–1775), Amtsschreiber 1818–nach 1821: Johann Ludolph Isenbart, Amtmann vor 1826–1831: Carl Christoph Niemeyer, Amtmann, ab 1832 im Amt Siedenburg 1833–1838: Johann Dietrich Conrad Stegemann, Amtmann 1839: unbesetzt 1840–1852: Carl Wilhelm August Heinrich von Honstedt, Drost ab 1852 im Amt Martfeld 1852–1858: Ludwig Philipp Meyer, Amtmann 1859–1868: Harry Carl Wilhelm Ludewig von Trampe, Amtmann, ab 1860 Oberamtmann 1868–1873: Georg Dieterichs, Amtmann, Kreishauptmann 1874–1878: Karl Heinrich Ludwig von Horn, Amtmann, Kreishauptmann 1878: Harmening, Amtmann, Kreishauptmann (1878) 1879–1884: Bernhard von Goeschen, Amtmann und Kreishauptmann
Literatur Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981 Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 303–307.
Einzelnachweise
Hoya Kategorie:Hoya Kategorie:Aufgelöst 1885