Marc Erwin Babej (* 1970 in Frankfurt am Main) ist ein deutsch-US-amerikanischer Fotograf.
Leben und Werk Babej wurde 1970 in Frankfurt am Main als Sohn einer Psychiaterin und eines Kinderarztes jüdischer Abstammung geboren. Er studierte an der Brown University Geschichte (A.B.), dann an der Columbia University Graduate School of Journalism (M.Sc). Seine Laufbahn begann er als Reporter beim Forbes Magazine in New York. Gleichzeitig schrieb er für die Feuilletons von Corriere della Sera, Die Zeit, Die Weltwoche und The Guardian.
Arbeiten Babejs Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld der Sozialwissenschaften, Massenpsychologie und Medien. Seine Arbeit Mask of Perfection (2013) thematisierte das Verhältnis zwischen natürlicher Schönheit und dem Schönheitsverständnis der plastischen Chirurgie. Die darauffolgenden Arbeiten befassen sich mit den Nachwirkungen historischer Ereignisse auf die Gegenwart: dem Fall der Sowjetunion in Chernogirls, und dem römischen Erbe Tunesiens in Africanae.Marc Erwin Babej's Cinematic Exploration of Tunisian Society, 15. September 2014 Seine besonders in Deutschland und IsraelUsing Nazi Settings and DNA Tests, Jewish Photographer Quashes 'the Fiction of German Blood', 29. Dezember 2014 viel beachtete Arbeit Mischlinge befasst sich mit den Konsequenzen der NS-Zeit auf nationale Identität in der Bundesrepublik Deutschland.
Stil Babej arbeitet ausschließlich mit der Schwarz-Weiß-Fotografie, in der sich seine Farbenblindheit als Vorteil auswirkt. Seine Ästhetik orientiert sich am Film der 1930er und 40er Jahre – insbesondere an Orson Welles, Jean Renoir, dem Kameramann Gregg Toland und deren Deep focus cinematography. Mischlinge (2015) thematisiert dagegen die Ästhetik von Leni Riefenstahl.
Yesterday – Tomorrow Babejs jüngste Arbeit,Yesterday – Tomorrow: A Work in Aspective Realism (2017) übersetzt die auf zeitlose Dauer und Beständigkeit angelegte ägyptische Kunst in die Gegenwart. Mehr als 50 wissenschaftliche und technische Mitarbeiter waren an der Arbeit beteiligt. Ein 13-köpfiges Team von Ägyptologen konzipierte und gestaltete in Zusammenarbeit mit Babej die „fotografischen Reliefs“, welche den Kern der Arbeit bilden: Christian Bayer und Oliver Gauert (Roemer- und Pelizaeus Museum Hildesheim), Laurel Bestock (Brown University), Roxana Flammini (Pontifica Universidad Católica de Argentina/CONICET), Salima Ikram und Mariam Ayad (American University in Cairo), Christian Loeben (Museum August Kestner), Juan Carlos Moreno García (Université Paris IV-Sorbonne), Matthias Müller (Universität Basel) Thomas Schneider (University of British Columbia), Regine Schulz (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Steve Vinson (Indiana University). Das Vorwort des Buches wurde von Babejs Mentor, Roger Ballen, verfasst.
Aspektivischer Realismus Yesterday – Tomorrow nimmt die komplexe Bildsprache des antiken Ägypten auf und aktualisiert sie in fotorealistischen Medien. Dabei adaptiert Babej die auffälligste Besonderheit altägyptischer Kunst: die als „aspektivisch“ bezeichnete gleichzeitige Darstellung des menschlichen Körpers aus verschiedenen Perspektiven wie Frontal- und Seitenansicht. Der neu begründete Kunststil wird von Babej als aspektivischer Realismus bezeichnet und von den beteiligten Ägyptologen als „Wiedergeburt ägyptischer Kunst nach 2000 Jahren, und ihre Weiterentwicklung in fotorealistischen Medien“ betrachtet.
Ausstellungen 2017: Yesterday – Tomorrow, Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim 2016: Paris Photo 2016: Mischlinge, Kreismuseum Wewelsburg 2015: Mischlinge, Historisch-Technisches Museum Peenemünde 2015: Paris Photo 2015: Mischlinge, Galerie m2a, Dresden 2015: Chernogirls, AB Gallery, Luzern, Schweiz 2014: Paris Photo 2014: Mask of Perfection, Paris Photo, Paris, FrankreichProfil Babejs auf parisphoto.com 2014: Mask of Perfection, Clarinda Carnegie Art Museum, Clarinda, Iowa, abgerufen am 13. August 2015. 2014: Körpereingriffe/Mask of Perfection, Lebensspuren Museum, Wels, Österreich, abgerufen am 13. August 2015.
Weblinks Offizielle Homepage (englisch) Yesterday – Tomorrow Buch (deutsch und englisch) Fotoserie über Deutsche: Wir sind Mischlinge. Essay, Fotos und Video auf Spiegel Online vom 11. November 2014 “Wir sind alle Mischlinge”: Die provokanten Fotos von Marc Erwin Babej. Video in Aspekte vom 21. November 2014 Fotograf Marc Erwin Babej „Wir setzen Pegida etwas entgegen“ Interview in Die Zeit vom 21. Januar 2015
Einzelnachweise
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