mini|Schwarzes Birett mini|Katholische Pfarrkirche St. Laurentius

Giesel ist ein Ortsteil der Großgemeinde Neuhof, Landkreis Fulda, in Osthessen die im Bistum Fulda im Dekanat Fulda gelegen ist.

Dies ist eine Liste der römisch-katholischen Pfarrer in Giesel seit Gründung der Pfarrei im Jahr 1731 durch Fürstabt Adolf von Dalberg und der Filialgemeinde Mariä Geburt in Istergiesel ab 1830 bis zur Abtrennung unter Bischof Heinz Josef Algermissen im Jahr 2006. In diesem Jahr wurde Istergiesel Filialgemeinde der Pfarrei Johannes der Täufer in Johannesberg zugeordnet.

Geschichte Zunächst gab es in Giesel keine eigene Pfarrei.

Schon um 1150 bestand eine Kapelle als Filiale von Haimbach. Eine zerfallene Kapelle, die der hl. Maria Magdalena geweiht war, wurde anlässlich ihres Wiederaufbaus 1330 erwähnt. 1333 wurde ein Burgkaplan Nikolaus Roslon für Giesel genannt. 1489 wurde die Gieseler Kapelle erneut der hl. Maria Magdalena geweiht.

Bei der geschichtlichen Aufarbeitung der Vorgeschichte von Giesel geht aus der „Descriptio Paroch. Fuld.“ von 1676 hervor, dass bereits längst vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) ein Vikarie bestanden hat. Der Ursprung könnte auf das Jahr 1333 und den Vikar Nikolaus Roslon, der bei Kaiserlicher Leibarzt und Vikar in Giesel war Würzburger Stiftsherr. Zu dieser Zeit machte das Bistum Würzburg, welches ebenfalls von dem Missionsbischof Bonifatius bereits in den Jahren 741/742 gegründet worden war, Ansprüche auf das hiesige Gebiet im Raum Fulda geltend. Später wurde eine Grenzlinie zwischen Mainz und Würzburg mit dem Flusslauf der Fulda gezogen. Danach zählte Giesel zunächst zur Kirchenprovinz Mainz und später zu Kurmainz.

Vikarie Giesel

Als Vikare oder Kapläne der Kaplanei bzw. Vikare sind nachgewiesen:

Name Jahr Bemerkungen Nikolaus Roslon 1333 Burgkaplan Pertus Giesemar 1457 Vikar Johannes Nybeling auch (Niebelung) 2. August 1457 Capellam prope Castrum Giesela (Nahe der Kapelle des Schlosses von GIESELA) Thomas de Brachta 6.8.1460 vorher Vikar auf Schloß Rockenstuhl Philippus de Wilnawe 1465–1469 vorher Vikar auf der neuen Burg in Fulda, um 1480 Pfarrer in Reichenbach (Schmalkalden) Peter Bang 1569–1573 von Abt Baltasar von Dernbach versetzte ihn 1573 im Zuge der Gegenreformation nach Freiensteinau Johann Traurigk 1603 danach nach Feuerthal bei Hammelburg umgezogen Georg Dutsch 1604–? später kehrte er in seine Heimatdiözese Bamberg zurück Magister Bremer 1632–1634 Protestantischer Prediger während der Hessischen Okkupation

Zwischen 1517 und 1648, der Zeit der Reformation, kam es auch im Bereich des Klosters Fulda zu Bestrebungen konfessioneller Veränderungen. Von 1569 bis 1573 wirkte der evangelische Kaplan Peter Bang in Giesel. 1594 gehörte die nun erwähnte Schlosskapelle wie die Einwohner des Dorfes zur Pfarrei Haimbach.

1604 kehrten anlässlich einer Rekatholisierung unter Fürstabt Balthasar von Dernbach die letzten Einwohner zum katholischen Glauben zurück. In der Zeit von 1632 bis 1634 war während der hessischen Okkupation unter Wilhelm V. von Hessen-Kassel der protestantische Prediger Magister Bremer in Giesel tätig. Im Jahre 1657 wohl unter dem Haimbacher Pfarrherrn Eberhardt Sigler (1639) (Ziegler, Zigler) wurde der heute noch in der Pfarrkirche vorhandene Taufstein aufgestellt. Mit dem Jahr 1659 beginnen unter dem Haimbacher Pfarrer Johann Kaspar Pfaff (1659–1661) der auch für Giesel zuständig war, eigene Kirchenbücher für Giesel beim Pfarramt Haimbach. Bis 1731 unter dem Haimbacher Pfarrer Joh. Nikolaus Betz (1724–1743) war Giesel Filialkirche von Haimbach.

Gründung der Pfarrei Giesel Im Jahre 1731 wurde unter Fürstabt Adolf von Dalberg das Dorf, Kirche und Schloss und die Wallfahrtskapelle „Zum Hl. Kreuz“ (im Waldtal bei Kleinlüder) von der römisch-katholischen Pfarrei St. Markus Haimbach abgetrennt und zu einer eigenen Pfarrei mit Pfarrkirche und einem Pfarrer im Dekanat Großenlüder erhoben.

Zur Pfarrei Giesel gehörte nun auch die Wallfahrtskapelle in Kleinheiligkreuz, der „Schlagberg“ und die „Hessenmühle“ (bis 1961, danach Pfarrei Kleinlüder). 1830 kam unter Bischof Johann Adam Rieger das 4 km entfernte Istergiesel als Filialgemeinde zu Giesel (vorher ebenfalls Pfarrei Haimbach).

Ab dieser Zeit waren die jeweiligen Pfarrer von Giesel auch für die Gottesdienstversorgung, Taufen und Beerdigungen etc. zuständig. 1840 kam Giesel zum neu gebildeten Dekanat Neuhof bei Fulda.

1856 begann der Bau der St. Laurentiuskirche, die am 4. August 1861 von Bischof Christoph Florentius Kött konsekriert wurde. 1910 zählte die Pfarrei 822 Seelen. Davon wohnten 621 in Giesel zusammen mit zehn Protestanten. 1961 wurde nach rund 100 Jahren Nutzung die 1861 konsekrierte Pfarrkirche wegen aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk und der wachsenden Gemeinde abgerissen. Sie musste einem größeren und modernen Neubau weichen und wurde am 3. Juni 1962 durch den Fuldaer Weihbischof und späteren Bischof Eduard Schick konsekriert.

Mit der Neuordnung des Bistums Fulda wegen des sich abzeichnenden Priestermangels ab dem Jahre 2002 unter Bischof Heinz Josef Algermissen wurde die Filialgemeinde Mariä Geburt (Istergiesel) im Jahre 2006 der Pfarrei Johannes der Täufer, Johannesberg zugeordnet. Mit dem Eintritt des letzten Gieseler Pfarrers in den Ruhestand wegen Erreichen des kanonischen Alters als Priester, ebenfalls im Jahre 2006, wurde Giesel dem Pastoralverbund St. Antonius von Padua, Fulda-West und dem Dekanat Fulda zugeordnet und vom Pfarrer der Pfarrei St. Markus, Haimbach administrativ mitverwaltet.

Zum 1. Januar 2021 wurde Giesel Filialgemeinde der Pfarrei St. Martin Fulda.Fusionsurkunde der Pfarreien Amtsblatt des Bistums Fulda Nr. 108 vom 12. Dezember 2020, abgerufen am 2. Januar 2021.

Pfarrer der Pfarrei Jahr Name Bemerkung 1150 Burg- oder Schlosskapelle zum Kirchspiel Haimbach gehörig. Haimbach gehörte ursprünglich zu der zwischen 812 und 822 gegründeten Großpfarrei Großenlüder und zum Archidiakonat des Propstes von St. Johann in Mainz der Kirchenprovinz Mainz. 1330–1333 Burgkaplan Nikolaus Roslon Kaiserlicher Leibarzt und Vikar in Giesel war Würzburger Stiftsherr 1569–1573 Kaplan Peter Bang, evangelisch während der Reformationswirren im Hochstift Fulda 1632–1634 Magister Bremer, protestantischer Prediger während der Hessischen Okkupation des Hochstiftes durch Wilhelm V. von (Hessen-Kassel) Pfarrei Giesel 1731 wurde unter Fürstabt Adolf von Dalberg Giesel zur eigenen Pfarrei im Dekanat Großenlüder erhoben. Zur Pfarrei gehörte nun auch die Wallfahrtskirche Hl. Kreuz in Kleinheiligkreuz mit dem Wohnplätze Kleinheiligkreuz und den Weilern Schlagberg und Hessenmühle im Waldtal der Kalten Lüder bei Kleinlüder. 1731 Johann Sebastian Stöhr aus Fulda, geboren 20. April 1867 in Fulda, (Stadtpfarrei), erster Pfarrer in Giesel von 1731 bis 1739, in Kämmerzell von 1739 bis 1753, verstorben 1753. 1739–1751 Johann Valentin Zentgraf aus Dörmbachshof (Pfarrei Schwarzbach), geboren 1707, Priesterweihe 1731, Pfarrer von Giesel von 1739 bis 1751, in Hofbieber von 1751 bis 1757, und in Kämmerzell von 1757 bis 1792, verstorben 1792 (KB Kämmerzell belegt). 1751–1763 Johann Adam Blatterspiel aus Fulda, (Stadtpfarrei), geboren 25. Februar 1716, Priesterweihe 1749, Kaplan in Fulda und Hattenhof, Pfarrer von Giesel von 1751 bis 1763, in Buttlar von 1763 bis 1787, verstorben 1787. 1763–1863 Johann Christian Weiss aus Fulda, geboren ?, Kaplan in Burghaun von 1759 bis 1763, Pfarrer von Giesel von 1763 bis 1772, in Kirchhasel von 1772 bis 1779, verstorben am 18. September 1779 in Kirchhasel mit 49 Jahren. 1772–1779 Johann Valentin Bormann aus Margretenhaun, geboren 1729, Kaplan in Motten und Herbstein, Kooperator in Margretnhenhaun 1764–1766, Pfarrer in Giesel von 1772 bis 1779, in Kirchhasel von 1779 bis 1792, verstorben 1792. 1779–1795 Johann Georg Halbleib aus Brückenau, Kaplan in Schwarzbach und Hosenfeld, Pfarrer in Giesel von 1779 bis 1795, verstorben ?Pfarrer aus Giesel Philipp Kreisler, wurde am 17. August 1797 in Giesel geboren. Nach Studium und Priesterweihe war er zunächst Stadtkaplan in Fulda (1821), Pfarrer in Großkrotzenburg (Nov. 1824 – Aug. 1835) und Erbauer der dortigen St. Laurentiuskirche (1826–1828), Hosenfeld (1835) und Oberbimbach (1853) wo er auch am 18. Dezember 1871 im Alter von 74 Jahren verstarb. 1795–1801 Konrad Böhm aus Fulda, geboren 26. März 1751 (Dompfarrei), Kaplan bzw. Pfarrverweser in Borsch, Schleid und Kranlucken, Pfarrer in Giesel von 1795 bis 1801, in Burghaun von 1801 bis 1826, verstorben 1826. 1801–1829 Johann Bettinger – Schreibweise auch Böttinger aus ? geboren ? Kaplan in Schmalnau Pfarrer in Giesel von 1801 bis 1829 verstorben mit 76 Jahren, davon 28 Jahre in Giesel, am 5. März 1829 (KB Giesel). 1830–1843 Johann Franz Martin Kollinger aus Fulda, getauft 8. Januar 1798 (Stadtpfarrei), Kaplan in Margretenhaun, Pfarrer in Giesel von 1830 bis 1843, anschließend Pfarrer in Großkrotzenburg. 1857 hat er dort den noch fehlenden Turmhelm der St. Laurentiuskirche erbaut. Verstorben als Pfarrer von Großkrotzenburg am 14. Oktober 1870. 1843–1849 Georg Paul Körber aus Fulda, (Stadtpfarrei), geboren 1806, Kaplan in Fulda und Flieden, Pfarrer in Giesel von 1843 bis 1849, anschließend Hospitalpfarrer in Fulda 1849–1853, verstorben am 10. Oktober 1868 in Aachen. 1849–1871 Konstantin Damian Graner – Erbauer der alten St. Laurentiukirche (1856-1859) aus Neuhof, geboren 1811 in Rommerz, Sohn des Oberförsters Bernhard Graner, Priesterweihe: 1837, Kaplan in Burghaun (1837–1849), Pfarrer in Giesel von 1849 bis 1871, In seiner Amtszeit ist die inzwischen 1962 abgebrochene alte Laurentius-Kirche in Giesel gebaut worden (1856–1859). verstorben 1871 in Giesel. In seiner Amtszeit wurde 1864 alsdann für die Filialgemeinde Istergiesel eine Kapelle aus Sandsteinmauerwerk genehmigt. 1871–1906 Martin Günst aus Naumburg (Kassel), geboren 1834, Priesterweihe 1858, Kaplan in Neuhof, Burghaun und Hersfeld, Kooperator in Hattenhof 1858–1860, Pfarrer in Hauswurz (1869–1871), Pfarrer in Giesel von 1871 bis 1906, 1890 wird seiner Amtszeit vom Orgelbauer Heinrich Hahner aus Fulda die erste Orgel in Giesel gebaut, verstorben 1906. 1906–1914 Andreas Weigand aus Altenmittlau (Gelnhausen), geboren 1866, Priesterweihe 1894, Kaplan in Eiterfeld und Neustadt, Kurat in Alsberg und Birstein, Schulvikar in Butterstadt, Pfarrer in Apolda von 1903 bis 1906, Pfarrer in Giesel von 1906 bis 1914, anschließend Pfarrer in Großentaft, verstorben 1925.Pfarrer aus GieselJohannes Blockgebürtig am 14. Juni 1906 in Essen. Seine Gieseler Eltern mit Johann Blasius Block konnten um 1900 durch die wirtschaftliche Entwicklung des Ruhrgebietes im Zeitraum 1871 bis 1914 den damaligen Anwerbung neuer Arbeitskräfte nicht widerstehen und sind somit als „Westfalengänger“ nach Essen abgewandert, um Arbeit und Brot zu finden.