Kloster Beuditz war ein 1232 erstmals urkundlich erwähntes Zisterziensernonnenkloster bei Weißenfels im heutigen Sachsen-Anhalt.
Geschichte Das Kloster, das zwar nach der Zisterzienserregel geführt, aber (wie zahlreiche Nonnenklöster) nicht in den Orden inkorporiert war, wird auf ein Hospital zurückgeführt, das 1218 von Mechtild von Lobdaburg in Prittitz gestiftet wurde. Im Jahr 1232 wurde es nach Beuditz, heute Teil der Stadt Weißenfels, verlegt. Thomas Müntzer war hier von 1519 bis 1520 Beichtvater und seine Frau Ottilie von Gersen Nonne.Gerhard Brendler: Thomas Müntzer: Geist und Faust, Berlin 1989, S. 43, 84.Manfred Bensing: Thomas Müntzer, 4. überarb. Aufl., Leipzig 1989, S. 49 und S. 96. Bereits im Jahr 1523 verließen acht Nonnen das Kloster.Martin H. Jung: Nonnen, Prophetinnen, Kirchenmütter. Kirchen- und frömmigkeitsgeschichtliche Studien zu Frauen der Reformationszeit. Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2002, S. 22. Das Kloster befand sich im Bistum Naumburg und unterstand landeshoheitlich den Markgrafen von Meißen, die die Klostergründung auch bestätigten und bis 1357 Steuern erhoben. Insbesondere die Burggrafen von Werben gaben in dieser Zeit nachweislich ihre Töchter in das Kloster und begüterten es daher auch.Reitzenstein, S. 14–16. Je zwei Töchter gaben Hermann I. von Werben (1267) und Heinrich II. von Werben (1293) in das Kloster. Im 14. Jahrhundert übernahmen die Knutonen die Vogteirechte und die Wettiner die Landeshoheit.Reitzenstein, S. 17–18. Die Aufhebung (Säkularisierung) des Klosters als Folge der Reformation durch Moritz von Sachsen erfolgte im Jahr 1544. 1561 verkaufte Kurfürst August von Sachsen das Kloster dem Rat der Stadt Weißenfels.
Anlage und Baulichkeiten Von dem Kloster selbst hat sich nichts erhalten. Lediglich der Straßenname Zur Beuditzmühle und die Beuditzmühlenschleuse erinnern noch indirekt an seine Existenz, da diese Mühle dem Nonnenkloster gehörte, wie eine Streitbeilegung aus dem Jahr 1304 belegt.Die zugehörige Urkunde befindet sich im Sächsischen Staatsarchiv, siehe 10001 Ältere Urkunden, Nr. 01749. Abgerufen am 14. April 2026. Das Kloster hatte die Mühle im Jahr 1269 erworben. Neben der Klosterkirche und dem Klostergebäude gab es auch ein Brauhaus und ein Schafhaus. Die Stadt Weißenfels ließ die Gebäude wegreißen und errichtete mit den Steinen Bürgerhäuser und Mühlwehrdämme. Vieh und Inventar wurden an die Bürger verkauft, Einkünfte an Kirchen und Hospitäler gegeben.
Literatur Peter Pfister (Hrsg.): Klosterführer aller Zisterzienserklöster im deutschsprachigen Raum. 2. Aufl. Editions du Signe, Strasbourg 1998, S. 448, ISBN 2-87718-596-6 Bernd Reitzenstein: Kloster Beuditz (Weißenfelser Heimatkreis, Heft 24). Selbstverlag Leißling 2024. Ambrosius Schneider/Adam Wienand/Wolfgang Bickel/Ernst Coester: Die Cistercienser: Geschichte, Geist, Kunst. 3. Aufl. Wienand Verlag, Köln 1986, S. 711 (dort als Beutitz), ISBN 3-87909-132-3
Einzelnachweise
Beuditz Beuditz Kategorie:Aufgelöst 1544 Kategorie:Beuditz Kategorie:Sakralbau in Weißenfels Kategorie:Organisation (Weißenfels) Beuditz Kategorie:Christentum im Burgenlandkreis Kategorie:Ersterwähnung 1232