Günther Friedrich (* 15. April 1929 in Stuttgart; † 24. November 2014 in Aachen) war ein deutscher Mineraloge und Hochschullehrer an der RWTH Aachen. Er befasste sich vor allem mit der geochemischen Exploration von Erzlagerstätten und war ein Experte auf dem Gebiet der Entstehung mariner Manganknollenfelder.

Leben Günther Friedrich, Sohn von Käthe Friedrich, geborener Reeg, und Karl Friedrich (Verwaltungsdirektor beim Südwestfunk in Baden-Baden, gestorben 1953), besuchte Realgymnasien in Stuttgart-Bad Cannstatt und Michelstadt. Er begann das Studium der Geologie und Mineralogie 1949 an der TH Stuttgart und erwarb seinen Abschluss 1951. In Heidelberg wurde er 1954 bei Paul Ramdohr mit der Dissertation Das Granitmassiv des Melibokus im Odenwald und seine Randzone zum Dr. rer. nat. promoviert. Im Anschluss an die Promotion wechselte er an die TH Aachen, wo er von 1955 bis 1962 als Assistent bei Doris Schachner am Institut für Mineralogie und Lagerstättenlehre arbeitete. Nach seiner Habilitation im Jahre 1962 an der TH Aachen und einem zweijährigen Forschungsaufenthalt von 1963 bis 1965 in Nordamerika (als Research Associate der University of Missouri, Rolla, und der University of California, Berkeley) baute er 1966 als Dozent die Abteilung für Angewandte Lagerstättenlehre an der RWTH Aachen auf. 1964 wurde er Consultant für Explorationsgeochemie und Erzlagerstätten. 1967 wurde er Leiter der Abteilung für Angewandte Lagerstättenlehre an der TH Aachen und 1968 Professor. Im Jahr 1968 gehörte er zusammen mit vielen anderen Professoren der RWTH Aachen zu den Unterzeichnern des „Marburger Manifestes“,. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. Jahrgang 1968, Heft 8. das eine akademische Front gegen die aufkommende Mitbestimmung an den Hochschulen bildete.Marburger Manifest. In: Der Spiegel vom 22. Juli 1968. 1975 wurde er als Nachfolger von Schachner auf den Lehrstuhl für Mineralogie und Lagerstättenkunde berufen und damit auch Direktor des gleichnamigen Institutes. Diese Position hatte der in Aachen-Laurensberg lebende Friedrich bis zu seiner Emeritierung 1994 inne.

Friedrich war zudem Aufsichtsratsmitglied der Frankschen Eisenwerke bei Dillenburg. Während seiner Zeit als Institutsdirektor war er zeitweilig Mitglied der Geokommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Kuratoriumsmitglied der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Mitbegründer und Präsident der Society for Geology Applied to Mineral Deposits, sowie Vorsitzender der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft.

Günther Friedrich war evangelisch, ab 1967 verheiratet mit Helga Friedrich, geborener Rolfes, und hatte zwei Söhne (Bernd und Peter).

Forschungsarbeiten Friedrich war einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Manganknollen, er und seine Mitarbeiter unternahmen mehrere Fahrten mit dem Forschungsschiff Sonne zur Erkundung und Probennahme dieser auf dem Meeresgrund gebildeten Erzvorkommen. Im Jahre 1978 war Friedrich Chefwissenschaftler der 4. Fahrt des Forschungsschiffes mit dem Zielgebiet Perubecken und bei der 6. Fahrt in das Seegebiet bei Hawaii., abgerufen am 14. August 2015

Ehrungen 1995 wurde Friedrich die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille in Gold der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft verliehen.

Publikationen (Auswahl) Lagerstättenkundliche Untersuchungen an den Erzvorkommen der Sierra de Cartagena in Spanien. Geologisches Jahrbuch Beihefte 59, 1964. mit M. Kulms: Geochemische Untersuchungen im Bereich der Blei-Zinkerz-Lagerstätte Maubach, Nordeifel. Westdeutscher Verlag, Opladen 1974. als Mitherausgeber: Geology and metallogeny of copper deposits: Proceedings of the Copper Symposium. 27th International Geological Congress. Moscow 1984. Springer, Berlin 1986. mit P. Halbach und U. von Stackelberg: The Manganese nodule belt of the Pacific Ocean: geological environment, nodule formation, and mining aspects. Enke, Stuttgart 1988.

Literatur F. Michael Meyer: Günther Friedrich 1929–2014. In: GMIT Geowissenschaftliche Mitteilungen. Band 59, (März) 2015, S. 89–90, . Friedrich, Günther. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 336.

Weblinks Seite zum Festkolloquium anlässlich des 80. Geburtstages, abgerufen am 10. Juli 2015 Schriftenverzeichnis, abgerufen am 13. August 2015 Nachruf, veröffentlicht in Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten am 29. November 2014

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