Das Amt Duderstadt war ein historisches Verwaltungsgebiet des Königreichs Hannover.
Geschichte Bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 bestand das Gericht Duderstadt. 1802 besetzte Preußen im Vorgriff auf den Reichsdeputationshauptschluss das Eichsfeld und Duderstadt wurde Kreisstadt des Unterkreises des Fürstentums Eichsfeld. 1806 fiel das Gebiet an das Königreich Westphalen. Dort wurde die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung eingeführt. Die Verwaltung ging an den Distrikt Duderstadt im Departement des Harzes. Die Rechtsprechung ging an das Distriktsgericht Duderstadt.
Das Amt wurde erst 1816 nach dem Anfall des früher kurmainzischen Untereichsfelds an das Königreich Hannover eingerichtet. Es war wieder für Verwaltung und Rechtsptrechung zuständig. In Bezug auf die Verwaltung war es der Landdrostei Hildesheim, in Bezug auf die Rechtsprechung der Justizkanzlei Hildesheim nachgeordnet. Es bestand im Wesentlichen aus den elf Ratsdörfern und fünf Kirchspieldörfern („Kespeldörfer“), die die Stadt Duderstadt im 14. und 15. Jahrhundert erworben hatte. Die Stadt selbst war zwar Sitz des Amtes, im Übrigen jedoch amtsfrei. 1852 wurde im Königreich Hannover die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung umgesetzt. Die Rechtsprechung ging an das Amtsgericht Duderstadt, die Verwaltung blieb im Amt.
1859 wurde das Amt Duderstadt aufgehoben und in das benachbarte Amt Gieboldehausen eingegliedert. Mit diesem ging es 1885 im neuen Kreis Duderstadt auf.
Gemeinden Dem Amt Duderstadt gehörten folgende Gemeinden an:
Breitenberg Brochthausen Desingerode Esplingerode Fuhrbach Gerblingerode Hilkerode Immingerode Langenhagen Mingerode Nesselröden Obernfeld Seulingen Tiftlingerode Werxhausen Westerode
Amtmänner 1818–1822: Ernst Friedrich Wilhelm Kramer, Oberamtmann 1823–1849: Johann Christoph Heinrich Hauss, Amtmann, ab 1844 Oberamtmann 1849–1852: Friedrich Christian von Marschalck, Amtsassessor (auftragsweise) 1853–1856: Georg Just Clemens von Finckh, Amtmann 1856–1857: Johann Philipp Adolf Schönian, Regierungsrat (1857) 1858–1859: Bernhard Rodewald, Amtmann
Literatur Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981 Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 263f. Helmut Godehardt: Eine Armenordnung für das Amt Duderstadt von 1846. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift. Heft 7/8 2007, Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 2007, S. 253–254
Duderstadt Kategorie:Geographie (Duderstadt) Kategorie:Kurmainz Duderstadt Kategorie:Aufgelöst 1859 Kategorie:Geschichte des Eichsfeldes Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit im Eichsfeld