11 Zeugen ist das erste Soloalbum des deutschen Rockmusikers Daniel Wirtz. Es erschien am 28. März 2008 über sein eigens dafür gegründetes Musiklabel Wirtz Musik.
Entstehungsgeschichte Daniel Wirtz begann deutsche Texte zu schreiben, um Dinge auszudrücken, die ihn seelisch belasteten. Nachdem er im Jahr 2007 den Musiker und Produzenten Matthias Hoffmann kennengelernt hatte, spielte er ihm Aufnahmen von seinen Texten vor, woraufhin dieser ihn überzeugte, mit dem Material ein Album aufzunehmen und es zu veröffentlichen. Die Musik schrieb Wirtz zu den fertigen Texten.Interview mit Daniel Wirtz Auf: terrorverlag.com. 7. Juli 2009. Abgerufen am 6. August 2015.Ehrlich währt am längsten Auf: daniel-wirtz.com Abgerufen am 7. August 2015.
Das Album sollte ursprünglich FSK 31 heißen. Es sollte eine „freiwillige Selbstkontrolle“ für Wirtz sein. Er wollte erfassen, wo er damals im Leben stand und wo er noch hin wollte. Dazu reflektierte er sich selber und suchte nach Aspekten an sich, die er noch verbessern könnte. Er wollte damals keine Texte schreiben, in denen er anderen Menschen sagt, was sie machen sollen, weil er dies für den falschen Weg hielt. Wirtz beschrieb die Arbeit am Album als „Selbsttherapie“.WIRTZ: FSK 31 Auf vampster.com. 2. Mai 2008. Abgerufen am 6. August 2015. Der finale Albumtitel 11 Zeugen bezieht sich darauf, dass die elf Lieder des Albums für Daniel Wirtz Zeugen der damaligen Phase seines Lebens darstellen.
Bezüglich des Schreibens von Texten allgemein und auch bezogen auf 11 Zeugen sagte Daniel Wirtz in einem Interview:
Der Unterschied zwischen deutschen und englischen Texten, wie er sie für seine vorherige Band Sub7even geschrieben hatte, ist für Wirtz, dass englische Texte für ihn insofern schwerer zu schreiben seien, als dass es nicht seine Muttersprache ist, er aber andererseits englische Texte eher als Melodie wahrnimmt und nicht so sehr auf die Aussage achtet. Bei den englischen Texten wollte ein „Lifestyle-Gefühl“ auszudrücken und achtete darauf, ob die Reime passen und gut klingen. Rückblickend stellte Wirtz fest, dass er sich beim letzten Album seiner Band Sub7even bereits textlich in eine andere Richtung entwickelt habe. Die Aussage ist für ihn bei deutschen Texten besonders wichtig, weil man sich Gedanken über den Inhalt machen müsse. Wirtz bezeichnete das Texten als die schwierigste Aufgabe für ihn überhaupt, weil die Texte für ihn im Deutschen schnell kitschig oder nach Schlager klingen. Andererseits könne er sich auf Deutsch präziser und detaillierter ausdrücken. Auf: hardharderheavy.de. 16. November 2009. Abgerufen am 6. August 2015.Daniel Wirtz im Interview – Ein Erdling auf dem Weg zur Erleuchtung. Auf: pressure-magazine.de. 8. September 2013. Abgerufen am 6. August 2015.
Wirtz nahm das Album ohne Sub7even auf, weil er keine musikalischen Kompromisse eingehen wollte und die Lieder des Albums für ihn zu persönlich waren sowie in ihrer Art nicht zu Sub7even passten. Wirtz suchte deshalb eineinhalb Jahre nach geeigneten Musikern für sein Projekt.
Um 11 Zeugen veröffentlichen zu können, gründete Daniel Wirtz zusammen mit Matthias Hoffmann das Musiklabel Wirtz Musik, nachdem er mehrere Angebote von anderen Musiklabels abgelehnt hatte, weil diese unter anderem Einfluss auf die Texte nehmen wollten. Das Album wird durch Rough Trade Distribution vertrieben. Auf: musikmarkt.de. 2. September 2008. Abgerufen am 7. August 2015.
Vor der Veröffentlichung des Albums stellte Wirtz die Lieder: Ne Weile her, Heute weiss ich und Sag es zum Anhören beim sozialen Netzwerk Myspace bereit. Bis zur Veröffentlichung des Albums 11 Zeugen am 28. März 2008 wurden die drei Lieder zusammen ungefähr 1 Million Mal abgespielt. Auf: daniel-wirtz.com. Abgerufen am 6. August 2015.
Covergestaltung Auf dem Coverbild ist ein Schwarz-Weiß-Porträt von Daniel Wirtz zu sehen sowie das Wirtz-Logo in orange und der Albumtitel 11 Zeugen in schwarz.
Titelliste # Titel Länge 1 Elf Zeugen 3:18 2 Ne Weile her 3:49 3 Mon Amour 3:29 4 Keine Angst … 3:47 5 Wo ich steh 3:20 6 Erster Stein 3:20 7 Heute weiß ich 3:49 8 Richtig weh 4:08 9 Sag es 4:02 10 Weil ich so bin 2:51 11 Wieder mal ne Nacht 4:16
Hintergrundinformationen zu einzelnen Liedern Elf Zeugen
Das Lied entstand, nachdem der Rest des Albums bereits fertiggestellt war. Daniel Wirtz sagte 2008 in einem Interview mit München TV, dass das Lied Elf Zeugen den Werdegang der Lieder des Albums angefangen von der Idee im Kopf über das Schreiben des Textes und des Komponierens bis hin zur fertigen CD beschreiben soll und dass die Lieder „Zeugen seiner Zeit“ einer Phase seines Lebens sind und sie für ihn „sprechen“ sollen.München TV: Daniel Wirtz Interview Auf: youtube.de. Ab 2 min 46 s. Abgerufen am 7. August 2015.
Ne Weile her
Zu dem Lied wurde ein Musikvideo produziert, in dem Wirtz das Lied im Frankfurter Rockmusik-Klub The Cave vor Publikum live spielt. Von Ne Weile her existiert eine alternative Akustik-Version mit dem Titel Ne Weile her (CHT Version) zu der ebenfalls ein Musikvideo produziert wurde, das ein Zusammenschnitt aus Videos von Wirtz Touralltag ist.Videos Auf: wirtzmusik.de. Abgerufen am 6. August 2015.
Ne Weile her wurde zusammen mit Ne Weile her (CHT Version), dem Titel-Lied des Albums 11 Zeugen und dem Musikvideo zu Ne Weile her am 28. Februar 2008 als Maxi-Single auf CD veröffentlicht. Die Single wurde ebenfalls als 7″ Schallplatte limitiert auf 350 Exemplare veröffentlicht. Die Exemplare sind nummeriert und zusammen mit einer Widmung von Daniel Wirtz signiert. Die Käufer konnten selbst entscheiden, wie viel sie für die Schallplatte bezahlen wollen. Laut Wirtz betrug der durchschnittliche Verkaufspreis 11 €.
Mon Amour
Zu dem Lied wurde ein Musikvideo produziert, dass Bildmaterial von verschiedenen Wirtz-Konzerten enthält.
Keine Angst
Wirtz veröffentlichte am 7. November 2008 zu dem Lied eine Maxi-Single im CD-Format, die sich aber nicht in den Charts platzieren konnte. Zu Keine Angst wurde ein Musikvideo produziert, welches sich ebenfalls auf der Single befindet. Außerdem befindet sich auf der Single das nicht auf dem Album 11 Zeugen enthaltene Lied Overkill, welches dem zweiten Studioalbum Erdling als Bonus-Titel beigefügt wurde, weil sich die Single zum Zeitpunkt dessen Veröffentlichung nur ungefähr 400 mal verkauft hatte.
Daniel Wirtz sang das Lied im Rahmen der ihm gewidmeten Folge der zweiten Staffel von Sing meinen Song – Das Tauschkonzert.Sing meinen Song 2015: Daniel Wirtz singt seinen Song „Keine Angst“. Auf: vox.de. 23. Juni 2015, abgerufen am 6. August 2015. Diese Version des Liedes wurde am 26. Juni 2015 als Download veröffentlicht und stieg auf Platz 51 der deutschen Singlecharts sowie Platz 60 der österreichischen Singlecharts ein. Die Single konnte sich in beiden Ländern jeweils eine Woche in den Charts halten.
Wo ich steh
Die Idee, dass jemand während des Anfangs von Wo ich steh in die Aufnahme spricht, stammt von einem Fettes Brot Titel. Ursprünglich wollte Daniel Wirtz, dass das Komikerduo Badesalz etwas dafür einspricht, in dem es ihn beleidigt. Zur selben Zeit erhielt Wirtz eine Mailbox-Ansage von einem seiner Freunde und dessen Freund, in der sie Wirtz dazu aufforderten, mit ihnen Trinken zu gehen und in der der zweite Freund im betrunkenen Zustand Daniel Wirtz in nicht ernst gemeinter Weise beleidigte. Die Ansage wurde dann in bearbeiteter Form für das Lied verwendet und auch als Intro für die Tour zum Album benutzt.Michael Edele: „Das ist der Todesstoß für Universal!“ Auf: laut.de. 27. November 2009. Abgerufen am 7. August 2015.
Heute weiß ich
Zu dem Lied, welches nur mit zwei Akustik-Gitarren instrumentiert ist, wurde ein Musikvideo produziert, in dem Daniel Wirtz das Lied in seinem Studio singt und Gitarre spielt. Die zweite Gitarre wird von Christian Adameit gespielt, der bei den restlichen Liedern des Albums den Bass spielt.Heute weiss ich Musikvideo Auf. youtube.de, 1. Oktober 2008. Abgerufen am 7. August 2015.
Wieder mal ne Nacht
Im Gegensatz zu allen anderen Liedern des Albums existierte die Idee zu dem Lied Wieder mal ne Nacht bereits fünf Jahre vor Veröffentlichung des Albums.
Kommerzieller Erfolg 11 Zeugen stieg am 11. April 2008 auf Platz 94 der deutschen Album-Charts ein, bevor es diese eine Woche später wieder verließ. Am 26. Juni 2015 stieg das Album wieder auf Platz 22 ein die Charts ein und erreichte zwei Wochen später am 10. Juli seine Höchstposition Platz 16. Es konnte sich insgesamt zehn Wochen in den deutschen Charts halten. Das Album stieg am 3. Juli 2015 auf Platz 28 der österreichischen Album-Charts ein und konnte sich dort insgesamt fünf Wochen in den Charts halten. Das Album stieg am 28. Juni 2015 auf Platz 29 der schweizerischen Album-Charts ein und konnte sich dort insgesamt drei Wochen in den Charts halten.Chartquellen: DE AT CH
Laut eigener Aussage verkaufte Wirtz von 11 Zeugen in der ersten Verkaufswoche 2500 Exemplare und in der zweiten Woche ungefähr 1000 weitere. Bis Juli 2009 wurde das Album laut eigener Aussage ungefähr 15.000 mal inklusive Downloads verkauft.
Rezeption Professionelle Bewertungen Kritiken Quelle Bewertung Laut Michael Edele: Album Rezension: 11 Zeugen Auf: laut.de. Abgerufen am 6. August 2015. Rock Hard Conny Schiffbauer: Album Rezension: 11 Zeugen Auf: rockhard.de. Abgerufen am 6. August 2015. Metal Hammer Matthias Mineur: Album Rezension: 11 Zeugen Auf: metal-hammer.de. Abgerufen am 6. August 2015. Pressure Magazine Marcus Berg: Album Rezension: 11 Zeugen Auf: pressure-magazine.de. Abgerufen am 6. August 2015. CDStarts Matthias Reichel: Auf: cdstarts.de. Abgerufen am 6. August 2015.
11 Zeugen erhielt gute bis sehr gute Kritiken von der Fachpresse.
Conny Schiffbauer vom Musikmagazin Rock Hard bewertete das Album im Mai 2008 in der Ausgabe Nr. 252 mit sieben von zehn möglichen Punkten. Sie schrieb über das Album:
Matthias Mineur vom Musikmagazin Metal Hammer bewertete das Album am 1. Mai 2008 mit fünf von sieben möglichen Punkten. Er schrieb über das Album:
Michael Edele vom Online-Magazin laut.de bewertete das Album mit vier von fünf möglichen Punkten. Er konnte im Gegensatz zu Matthias Mineur von Metal Hammer bei den Texten von Daniel Wirtz keine Ähnlichkeit zu den Texten von Stephan Weidner erkennen, weil er seiner Meinung nach eine „eigenständige Art und Weise sich zu artikulieren“ habe und „der Pathos vieler Weidner-Kompositionen“ bei Wirtz fehle, was daran läge, dass Wirtz „eher nach innen schaut und den Dreck dort erst mal wegräumen will, als sich über die Welt und all ihre Übel zu echauffieren“. Über die einzelnen Lieder des Albums schrieb er:
Marcus Berg vom Online-Magazin Pressure Magazine bewertete das Album am 8. September 2013 in den Kategorien Sound, Texte, Cover Artwork und insgesamt jeweils mit fünf von fünf möglichen Punkten. Er schrieb, dass Wirtz’ Texte aus dem Leben stammten und Selbstreflexionen aus „Fehlern, Träumen und unterschiedlichen Sichtweisen“ beinhalten würden. Das Album sei eine „Selbstoffenbarung“ von Daniel Wirtz, habe einen „Tagebuchcharakter“ und wirke „absolut authentisch“. In den Texten über „Trennung, Leidhaftigkeit oder dem Erwachsen und Bewusstwerden“ würden sich viele Hörer selbst wiedererkennen. Musikalisch schaffe Wirtz es die Balance zwischen ruhigen und schnelleren Lieder zu halten. Als Höhepunkte des Albums benannte Marcus Berg: „die mit biografischer Selbstreflexion angereicherte Gänsehaut-Nummer 'Heute Weiss ich', und … 'Ne Weile Her'“. Er urteilte abschließend:
Matthias Reichel vom Musik-Portal CDStarts bewertete das Album mit 7,5 von zehn möglichen Punkten. Er schrieb über das Album:
Tour