Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt ist ein Internetportal des Kulturamtes der Stadt Frankfurt am Main. In Frankfurt am Main sind etwa 550 Skulpturen und Wandbilder im öffentlichen Raum zu sehen, darunter etwa 110 Brunnen. Zu allen Objekten stellt das Portal kurze Steckbriefe mit Auskünften zum Kunstwerk, seinem Standort und den Künstlern bereit.
Zudem wurden bis 2021 über 1800 Stolpersteine in Frankfurt am Main verlegt.
Geschichte Auch wenn es die Idee einer Kunst im öffentlichen Raum erst neueren Datums gibt, gab es in Frankfurt am Main bereits vor dem 19. Jahrhundert eine Reihe von öffentlich zugänglichen Kunstwerken im weitesten Sinne. Dies waren unter anderem die öffentlichen Frankfurter Brunnen und die Außendekoration öffentlicher und privater Häuser und Kirchen.
Im 19. Jahrhundert entstanden, teilweise durch das Frankfurter Bürgertum als Spende finanziert, eine Reihe von Denkmälern. Der Schwerpunkt der Frankfurter Kunst lag aber sehr klar bei den Kunstsammlungen und Museen, die meist auf private Initiativen zurückgingen und später oft in Stiftungen oder öffentliche Einrichtungen übergingen.
Zwischen dem Anfang der 1930er-Jahre und dem Ende der 1960er-Jahre entstanden durch die Programme Kunst am Bau eine Reihe von Kunstwerken im öffentlichen Raum. Dies galt insbesondere für die 1950er- und 1960er-Jahre. Erstmals wurden mit diesem Programm zielgerichtet Kunstwerke im öffentlichen Raum gefördert. Die so entstandenen Werke waren jedoch vielfach von geringerem künstlerischen Rang und serielle Produktionen. Die Programme wurden als „Arbeitsbeschaffungsprogramm für regionale Künstler“ kritisiert und die Pflicht von Bauherren, einen Teil der Baukosten in Kunst am Bau zu investieren, wurde 1967 auf Bundesebene abgeschafft.
Während manche Kommunen derartige Programme fortsetzen und Förderprogramme für Kunst im öffentlichen Raum aufsetzten, hinkte die Entwicklung in Frankfurt hinterher. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 1977 wurde Walter Wallmann (CDU) zum Frankfurter Oberbürgermeister gewählt. In seiner Amtszeit begann ein deutlicher Wandel in der Stadtentwicklung und Kulturpolitik. Kultur wurde nun als zentraler „weicher“ Standortfaktor begriffen, der die Attraktivität der Stadt steigern und die Identifikation der Bevölkerung mit der Stadt stärken sollte. Der Kulturdezernent Hilmar Hoffmann betrieb zum einen eine Politik der Investitionen in hochkulturelle Objekte wie den Wiederaufbau der Alten Oper und das Museumsufer, daneben aber auch eine Politik der Verbesserung des Stadtbildes durch Kunst im öffentlichen Raum.
Neben der Arbeit des Amtes für Wissenschaft und Kunst und des Amtes für kommunale Gesamtentwicklung und Stadtplanung traten zur gleichen Zeit private Akteure auf den Plan, die Kunst im öffentlichen Raum in Frankfurt auszubauen halfen.Matthias Bleyel: Frankfurt: Eine Bildhauerstadt? Anmerkungen zur Geschichte der „öffentlichen“ Kunst. In: Rolf Lauter: Kunst in Frankfurt 1945 bis heute, S. 120–125Babette Peters: Für Goethe und andere Singles – Kunst im öffentlichen Raum. In: Babette Peters, Karlheinz Schmid: Kunst in Frankfurt. S. 181–184
Dies war zunächst der Förderverein Schöneres Frankfurt e. V. 1978/79 wurde von diesem Verein der Lucae-Brunnen vor der Alten Oper sowie 1983 der Brunnen Giò Pomodoros auf dem Goetheplatz gestiftet. 1986 wurde Eduardo Chillidas Werk Ein Haus für Goethe dem Publikum übergeben. Im Jahr 1990 fand die einjährige Ausstellung Zeitgenössische Kunst im städtischen Raum statt, in der 14 Künstler ihre Werke im öffentlichen Raum der Innenstadt ausstellten.
Daneben waren es Frankfurter Unternehmen, beispielsweise die dort ansässigen Banken und Versicherungen, die mit eigenen Mitteln eine Vielzahl von Kunstwerken im öffentlichen Raum, oft im Umfeld der eigenen Hochhäuser, von bekannten Künstlern erwarben und aufstellten.
Internetportal des Kulturamtes der Stadt Das Internetportal Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt des Kulturamtes der Stadt Frankfurt soll die vielen Frankfurter Skulpturen, Brunnen und Plastiken im öffentlichen Raum sowohl den Einwohnern als auch den Touristen aufzeigen sowie durch Bilder und Standortbeschreibungen näher bringen.
Inhalt mini|QR-Code-Schild
Auf dem Portal werden etwa 350 Kunstwerke von mehr als 170 Künstlern vorgestellt, die an über 220 Standorten in 32 Frankfurter Stadtteilen zu finden sind. Auf der Startseite werden davon 18 Werke im Bild vorgestellt, zu denen unmittelbar Erläuterungen abgerufen werden können. Der Zugriff ist darüber hinaus nach mehreren Kriterien möglich: Gegliedert nach Stadtteilen oder Standorten, nach Künstlern, nach der Art des Werkes (Kategorie) oder über den Namen des jeweiligen Objekts.
Zu jedem Werk gibt es eine Art Steckbrief, der Auskunft gibt über den Künstler, den Standort und die Datierung des Objekts. Außerdem wird neben einer farbigen Abbildung eine knappe Beschreibung zum Verständnis des Werks gegeben. Durch die Einbindung von Google Maps kann der Weg zum Standort nachvollzogen werden.
Bei dem Angebot handelt es sich um den öffentlich sichtbaren Teil einer Inventarisierungsplattform für die Kunstwerke im öffentlichen Raum in Frankfurt. Es wurde vom Referat Bildende Kunst des Kulturamts in Zusammenarbeit mit der Kulturanthropologin und Online-Redakteurin Hella Bissantz und dem Institut für Neue Medien (INM) erstellt.
Pilotprojekt: QR-Code Ein zusätzliches einjähriges Pilotprojekt, das am 8. Juni 2011 begonnen wurde, In: Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt. Abgerufen am 11. September 2011. hat vorläufig 23 Objekte ausgewählt, bis auf eines, alle auf den Wallanlagen, die mit Informationsschildern ausgestattet wurden, auf denen sich neben einer Kurzinfo ein QR-Code befindet. Dieser Code lässt sich mittels eines Smartphones und der entsprechenden App auslesen. Darin befinden sich die ausführlichen Informationen über das betreffende Kunstwerk. In: Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt. Abgerufen am 11. September 2011.prms/prss/prne: Per Handy zur Kunst. In: Frankfurter Rundschau. 9. Juni 2011; abgerufen am 11. September 2011.
Liste der Kunstwerke im öffentlichen Raum Frankfurt am Main