mini|In dieser Halle standen die Muffelöfen Die Bensberg-Gladbacher Zinkhütte wurde 1853 auf dem heutigen Gewerbegebiet An der Zinkhütte im Stadtteil Heidkamp von Bergisch Gladbach unmittelbar an der Grenze zu Lückerath errichtet.Andree Schulte, Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 1995, S. 160, ISBN 3-9804448-0-5 Sie war zugleich Wohnplatz der Bürgermeistereien Bensberg und Bergisch Gladbach. An die Zinkhütte erinnert die Straße An der Zinkhütte im Stadtteil Heidkamp.

Geschichte Als 1848 im Strundetal Galmei aufgefunden wurde, gab dies Anlass, eine Zinkhütte zu errichten. 1852 gründeten der Kölner Kaufmann Franz Hagen, der Rentner Freiherr Eduard Mertens und der Notar Prosper Franz Morren, beide aus Brüssel, sowie der Rentner John Browne aus Highgate, in der Nähe von London, die Gladbacher Zinkgesellschaft mit Sitz in Köln.Streiflichter aus der Geschichte des Bensberger Erzreviers, in: Heimat zwischen Sülz und Dhünn 1, 1994, 19-23. Link Belgisches und britisches Kapital wie auch technisches Wissen bildeten damals hier wie auch anderswo im deutschen Bergbau häufig die Grundlagen industrieller Betätigung.Gerhard Geurts Hüttenwerke im Bensberger Revier: Das Beispiel Bensberg-Gladbacher Zinkhütte in: Das Erbe des Erzes, Band 2, Die Gruben auf den Gangerzlagerstätten im Erzrevier Bensberg, Mitautoren: Herbert Ommer und Herbert Stahl, Köln, 2004, ISBN 3-00-014668-7, S. 242 ff.

Standortfrage Im Jahr 1840 war im Schloss Bensberg das Kadettenhaus Bensberg als preußische Kadettenanstalt eingerichtet worden. Seit dieser Zeit durften im weiten Umkreis des Schlosses auf Bensberger Gebiet keine rauchenden Industrien mehr angesiedelt werden. 1853 entstand daher an der Gemeindegrenze zu Bensberg in Bergisch Gladbach auf einer landwirtschaftlich wenig nutzbaren Heidefläche eine Zinkhütte.

Einrichtung und Geschichte des Betriebs Die Konzession für die Gruben Neue Hoffnung, Margaretha Josepha, sowie die Mutungsrechte für Grube Humboldt und die Grubenfelder Kaisers Krone und Helena brachte der Kölner Gesellschafter Franz Hagen ein, der am 12. Mai 1854 beim Königlich Preußischen Bergamt in Siegen die Errichtung von zwölf Röstöfen beantragte. Zu dieser Zeit waren 99 Personen im Werk beschäftigt. 1856 stellte man den Betrieb allerdings wegen geringen Ertrages ein. Seit 1861 war die Hütte im Besitz einer Firma aus Paris, die unter dem Namen Bezeichnung „Zinkhochofenwerk Müller & Co.“ den Betrieb wieder in Gang zu bringen versuchte. In diesem Zusammenhang wird Adrian Müller als Betreiber eines Schachtofens zu Gladbach genannt. Die Versuche mit der neuen Ofenart schlugen jedoch fehl. 1865 verpachteten die damaligen Besitzer J. N. Dopfeld & Co. in Mülheim/Rhein die Hütte an die von Salomon Oppenheim junior gegründete Firma Gewerkschaft Berzelius, die 1867 das Eigentum an der Hütte erwarb und seit 1872 als „Bensberg-Gladbacher Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft Berzelius“ firmierte. 1882 wurde eine Schwefelsäurefabrik gebaut, die anfangs von der Chemischen Fabrik Rhenania betrieben wurde. 1921 erfolgte die Fusion der Bensberg-Gladbacher Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft Berzelius mit der Metallhütte Duisburg. Die Firmenbezeichnung wurde geändert in "Berzelius" Metallhütten-Aktiengesellschaft mit dem Sitz Frankfurt/Main. 1926 wurde die Gesellschaft von der Metallgesellschaft AG in Frankfurt/Main übernommen und ihr Name in "Berzelius" Metallhütten GmbH geändert.

Geschichte des Wohnplatzes Zinkhütte lag auf der Grenze zwischen den Bürgermeistereien Bensberg und Bergisch Gladbach. Der Ort ist auf der Preußischen Neuaufnahme von 1892 und auf späteren Messtischblättern bis 1974 regelmäßig als Zinkhütte verzeichnet.

Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Zinkhütte ganz Teil von Bergisch Gladbach. +EinwohnerentwicklungJahrEinwohnerWohn- gebäudeKategoriePolitische / kirchliche Zugehörigkeit 1871 3 1 Zinkhütte Bürgermeisterei Bergisch Gladbach, Gladbacher Hütte gen.188541WohnplatzBürgermeisterei Bergisch Gladbach, Kirchspiel Bergisch Gladbach189511WohnplatzBürgermeisterei Bergisch Gladbach, Kirchspiel Bergisch Gladbach189551WohnplatzBürgermeisterei Bensberg, Kirchspiel Refrath190531WohnplatzBürgermeisterei Bergisch Gladbach, katholische Pfarre Bergisch Gladbach 190501WohnplatzBürgermeisterei Bensberg, katholische Pfarre Refrath

Ausstattung mini|Arbeiter an einem dreireihigen Muffelofen Bereits 1866 standen auf dem Zinkhüttengelände acht Röstöfen, zwölf Zinkreduktionsöfen, eine Dampfmaschine und vier Ziegelöfen zum Brennen von Muffeln. Im Durchschnitt waren 300 Arbeiter im Werk beschäftigt. Für das Geschäftsjahr 1867 wurden als Bestand angegeben: 18 Röstöfen, 13 Zinköfen und eine 20-PS Dampfmaschine; außerdem gab es eine Mufflerie zur Fabrikation von Muffeln aus Ton und eine Poterie zur Herstellung feuerfester Steine. Für den Kohlentransport von Mülheim am Rhein zur Hütte verfügte das Unternehmen über 25 Pferde. Den Zustand der Mülheimer/Gladbacher Straße als Transportweg bezeichnete die Betriebsleitung als sehr schlecht. Für den weiteren Fortbestand des Unternehmens war daher der Bau der Bahnstrecke von Mülheim nach Bergisch Gladbach 1868 sehr vorteilhaft, weil dadurch auch die Zinkhütte einen direkten Anschluss erhielt. Dieser ist bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben.

Ende des Betriebs Im Oktober und November 1930 wurde die Zinkhütte bestreikt. Dieser Streik verlief zeitgleich mit weiteren wirtschaftlichen Rückschlägen im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise. Davon konnte sich das Unternehmen nicht mehr erholen, und so wurde die Produktion im Januar 1931 endgültig stillgelegt. Dadurch verloren etwa 650 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Weblinks Bensberg-Gladbacher Zinkhütte bei Bergisch Gladbach abgerufen am 3. Januar 2026 Einzelnachweise

Bensberg-Gladbacher Zinkhütte Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Bergisch Gladbach Kategorie:Ehemaliger Ortsteil von Heidkamp (Bergisch Gladbach) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Bergisch Gladbach)