Das Paul Hunter Classic 2015 (auch European Tour 2015/16 – Event 2) war ein Snookerturnier, das vom 26. August bis zum 30. August 2015 in Fürth ausgetragen wurde. Es war das zweite Event der Players Tour Championship 2015/16 und der European Tour. Damit war es ein offizielles Minor-Ranglistenturnier der Snooker Main Tour in der Saison 2015/16. Titelverteidiger war Mark Allen, der in diesem Jahr sein Auftaktmatch gegen Sanderson Lam verlor.
Der Engländer Ali Carter gewann das Turnier durch einen 4:3-Sieg im Finale gegen seinen Landsmann Shaun Murphy. Für Carter war es der erste Sieg bei einem PTC-Turnier überhaupt. Für Murphy war es die dritte Finalteilnahme beim Paul Hunter Classic, er zog damit mit Mark Selby gleich, verpasste es aber, als erster Spieler dreimal das Turnier zu gewinnen.
Mit Ding Junhui, Neil Robertson und Ronnie O’Sullivan verzichteten gleich drei der Top-5-Spieler auf die diesjährige Teilnahme. Abgesehen davon waren aber die besten Spieler der Weltrangliste fast komplett in Fürth vertreten. mini|Ali Carter mini|Shaun Murphy
Preisgeld Preisgeld Sieger 25.000 € Finalist 12.000 € Halbfinalist 6.000 € Viertelfinalist 4.000 € Achtelfinalist 2.300 € Letzte 32 1.200 € Letzte 64 700 € Insgesamt 125.000 €
Vorrunde Für das Turnier hatten sich 244 Spieler gemeldet. In drei Ausscheidungsrunden spielten die 136 Amateurspieler unter ihnen um die 20 freien Plätze im Hauptturnier. Alle Partien wurden im Modus Best of 7 Frames ausgetragen.
Größte Überraschung der Qualifikation war die französische Nummer eins Stéphane Ochoiski, der sich erstmals in die Hauptrunde eines PTC-Turniers spielen konnte. Zwar spielte er 2010 schon bei zwei PTC-Turnieren in Deutschland im Hauptturnier, dort war er aber automatisch qualifiziert, weil jeweils nicht mehr als 128 Spieler gemeldet hatten. Von den 43 deutschen Startern überstand nur der ehemalige Profispieler Patrick Einsle die Qualifikation. Bis auf Paul Schopf verloren alle österreichischen Starter ihre Auftaktmatches, von fünf Schweizer Startern schafften es zwei immerhin in die dritte Runde. Dennis Furrer und Alexander Ursenbacher, der in der Saison zuvor noch Profi gewesen war, scheiterten dann aber beide an ihren englischen Gegnern. Aus Polen schafften gleich zwei Spieler den Sprung ins Hauptturnier: Kacper Filipiak, der ebenfalls schon Profierfahrung mitbrachte, und Nachwuchsspieler Mateusz Baranowski, der früher im Jahr bei den heimischen Gdynia Open bereits einmal so weit gekommen war. Außer dem Malteser Nachwuchsspieler Brian Cini kamen alle weiteren Qualifizierten von den Britischen Inseln.
Runde 1 Spiel Ergebnis Spiel Ergebnis 1 Michael Collumb 4:0 Rolf Mahr 29 Ashley Carty 4:0 Stefan Schneider 2 Ben Jones 4:0 Benjamin Buser 30 Joe O’Connor 4:0 Shachar Ruberg 3 Freddie Blunden 0:4 Adam Longley 31 Thomas Barton 4:2 Matthias Porn 4 Stefan Gerst kl. Adam King 32 Dennis Furrer 4:2 Chris Lloyd 5 Luca Kaufmann 4:0 Daniel O’Regan 33 Luke Garland 4:0 Corina Maracine 6 Robert Drahn 0:4 Brian Cini 34 Oliver Brown 2:4 Marc Davis 7 Jeff Jacobs 4:0 Gery de Mol 35 Simon Lichtenberg 4:0 Miro Popovic 8 Samuel Thistlewhite 4:0 Richard Wienold 36 Josh Boileau 4:0 Michael Schnabel 9 Paul Liebstreich 2:4 Scott Lyons 37 Markus Fischer 0:4 Andrew Doherty 10 Manon Melief 0:4 Daniel Schneider 38 Thomas Hein 4:1 Matthew Hudson 11 Mark Vincent kl. Ryan Causton 39 Adam Duffy 4:1 Hans Blanckaert 12 Christopher Keogan 4:2 Manuel Pomwenger 40 Phil O’Kane 4:0 Tanja Ender 13 Charlie Sweeney 4:2 Kilian Baur-Pantoulier 41 Steve Lambrechts 0:4 Julian Mills 14 Alexander Ursenbacher 4:0 Stefan Caspers 42 Ronny Pawlitza 0:4 Mateusz Baranowski 15 Dana Amir 0:4 Gerry Egger 43 Stéphane Ochoiski 4:1 Sascha Lippe 16 Robin Otto 3:4 Joshua Cooper 44 Carl Rosenberger 1:4 Conor McCormack 17 Sascha Breuer 1:4 Saqib Nasir 45 Stefan Dohr 0:4 Brandon Sargeant 18 Aaron Cook 0:4 Alex Borg 46 Wan Chooi Tan 4:1 Thomas Kiesewetter 19 Kacper Filipiak 4:1 Loris Lehmann 47 Laurin Winters 1:4 Marvin Losi 20 Patrick Einsle 4:0 Rick Kraaijeveld 48 Thomas Frank kl. Ejler Hame 21 Thomas Blang 0:4 Tony Corrigan 49 Markus Hertle 1:4 Paul Schopf 22 Chris Norbury 4:1 Tomasz Skalski 50 Jurian Heusdens 2:4 Thomas Rees 23 Jack Bradford kl. Nick Jennings 51 Michael Heeger 4:1 Pedro Chacon 24 Jürgen Kesseler 2:4 Charlie Walters 52 Ralf Günzel kl. Norbert Hofheinz 25 Jamie Rhys Clarke 4:1 Andreas Ploner 53 Oktay Yildiz 1:4 Ashley Hugill 26 Kevin Chan 4:0 Imran Nisar 54 Robbie Purdham 0:4 Lukas Kleckers 27 Adam Edge 4:0 Felix Frede 55 Matthew Glasby 0:4 Michael Williams 28 Ralph Müller 0:4 Sam Craigie 56 Dessie Sheehan 4:0 Özyurt Aksoy
Runde 2 Spiel Ergebnis Spiel Ergebnis 57 Stefan Schenk 0:4 Michael Collumb 77 Ashley Carty 4:1 Joe O’Connor 58 Ben Mertens 0:4 Ben Jones 78 Tom Zimmermann 0:4 Thomas Barton 59 Adam Longley 4:3 Adam King 79 Peter Brehm 1:4 Dennis Furrer 60 Luca Kaufmann 0:4 Brian Cini 80 Nico Elton 4:3 Luke Garland 61 Kishan Hirani 4:0 Jeff Jacobs 81 Marc Davis 4:0 Simon Lichtenberg 62 Zack Richardson 3:4 Samuel Thistlewhite 82 Josh Boileau 4:1 Andrew Doherty 63 Scott Lyons 2:4 Daniel Schneider 83 Richard Beckham 4:0 Thomas Hein 64 Callum Lloyd 0:4 Ryan Causton 84 Jamie Bodle 2:4 Adam Duffy 65 Christopher Keogan 4:0 Charlie Sweeney 85 Heiko Mutz 0:4 Phil O’Kane 66 Soner Sari 2:4 Alexander Ursenbacher 86 Julian Mills 1:4 Mateusz Baranowski 67 Joe Steele 4:1 Gerry Egger 87 Ron Florax 0:4 Stéphane Ochoiski 68 Sebastian Stein 0:4 Joshua Cooper 88 Vamsikrishna Yanamandra 0:4 Conor McCormack 69 Saqib Nasir 0:4 Alex Borg 89 Elliot Slessor 4:0 Brandon Sargeant 70 Phuntsok Jaegers 0:4 Kacper Filipiak 90 Wan Chooi Tan 4:2 Marvin Losi 71 Diana Schuler 0:4 Patrick Einsle 91 Andreas Hartung 4:1 Thomas Frank 72 Tony Corrigan 1:4 Chris Norbury 92 Paul Schopf 3:4 Thomas Rees 73 Alex Taubman 4:0 Nick Jennings 93 Anton Woywod 0:4 Michael Heeger 74 Damian Wilks 3:4 Charlie Walters 94 Jake Nicholson 4:0 Ralf Günzel 75 Jamie Rhys Clarke 4:0 Kevin Chan 95 Ashley Hugill 4:3 Lukas Kleckers 76 Adam Edge 1:4 Sam Craigie 96 Michael Williams 4:0 Dessie Sheehan
Runde 3 Spiel Ergebnis Spiel Ergebnis 97 Michael Collumb 3:4 Ben Jones 107 Ashley Carty 4:2 Thomas Barton 98 Adam Longley 1:4 Brian Cini 108 Dennis Furrer 0:4 Nico Elton 99 Kishan Hirani 2:4 Samuel Thistlewhite 109 Marc Davis 4:3 Josh Boileau 100 Daniel Schneider 1:4 Ryan Causton 110 Richard Beckham 4:1 Adam Duffy 101 Christopher Keogan 4:2 Alexander Ursenbacher 111 Phil O’Kane 2:4 Mateusz Baranowski 102 Joe Steele 3:4 Joshua Cooper 112 Stéphane Ochoiski 4:3 Conor McCormack 103 Alex Borg 3:4 Kacper Filipiak 113 Elliot Slessor 4:1 Wan Chooi Tan 104 Patrick Einsle 4:1 Chris Norbury 114 Andreas Hartung 0:4 Thomas Rees 105 Alex Taubman 4:3 Charlie Walters 115 Michael Heeger 0:4 Jake Nicholson 106 Jamie Rhys Clarke 1:4 Sam Craigie 116 Ashley Hugill 4:1 Michael Williams
Hauptrunde Für das Hauptturnier waren die 108 gemeldeten Profis gesetzt. In den beiden Tagen zuvor hatten die Amateurspieler 20 Qualifikanten ausgespielt, die das Feld auf die 128 Spieler der ersten Runde ergänzten. Die obere Hälfte der Ansetzung trug am Freitag, dem 28. August ihre ersten drei Runden aus, die untere Hälfte war am Samstag dran. Vom Achtelfinale bis zum Finale wurde am abschließenden Sonntag gespielt.
Der erstmals qualifizierte Franzose Stéphane Ochoiski durfte seine Auftaktpartie gleich auf dem Fernsehtisch absolvieren und konnte gegen Stephen Maguire immerhin einen Frame zu seinen Gunsten drehen, verlor gegen den Top-16-Spieler aber trotzdem klar. Die Ex-Profis Einsle und Filipiak hatten ihren Gegnern aus dem Mittelfeld der Weltrangliste ebenfalls nicht viel entgegenzusetzen. Lediglich Baranowski hatte das Glück, dass sein Gegner nicht antrat und er kampflos in Runde zwei kam, wo dann Michael Holt Endstation war. Von den 20 Qualifikanten schaffte nur der Engländer Nico Elton eine Überraschung, indem er mit Robert Milkins einen Spieler aus den Top 20 schlagen konnte.
Größte Überraschung des ersten Tags war das Aus von Barry Hawkins gegen die Nummer 54 der Weltrangliste Kyren Wilson, der anschließend auch noch John Higgins schlug. Auch die knappe 3:4-Niederlage des Titelverteidigers Mark Allen gegen den Main-Tour-Neuling Sanderson Lam in Runde 1 kam überraschend. Der ehemalige Asienmeister Thor Chuan konnte in seinem zweiten Profijahr erstmals ein Ausrufezeichen setzen und unter anderem mit einem 4:0-Sieg über Liang Wenbo den Finaltag erreichen. Er gab, wie Shaun Murphy in drei Spielen lediglich zwei Frames ab. Ohne Frameverlust überstand nur Mark King den ersten Tag.
Am zweiten Tag erreichte in der zweiten Hälfte Ali Carter mit nur einem Frameverlust das Achtelfinale. Größte Überraschung des Tages war der Sieg des jungen Schotten Scott Donaldson, zuvor auf Platz 77 der Weltrangliste geführt, gegen den Weltranglistenersten Mark Selby und mit dem anschließenden Sieg gegen Martin Gould gelang auch ihm der Achtelfinaleinzug.
Am Sonntag hatten dann am Morgen fast alle Außenseiter das Nachsehen, lediglich Stuart Carringtons Sieg gegen Mark Davis kam unerwartet. Im Viertelfinale zog er aber gegen Shaun Murphy den Kürzeren. Dieser wurde als letzter Top-Ten-Spieler zum Turnierfavoriten, nachdem Judd Trump überraschend gegen Michael Holt verloren hatte. In einem rein englischen Halbfinale konnte Holt dem in der Weltrangliste hinter ihm stehenden Ali Carter nur bis zum 2:2 Paroli bieten und verlor dann zwei Frames in Folge knapp. Murphy konnte den bis dahin souverän spielenden Mark King im Entscheidungsframe niederkämpfen. King hatte zuvor überhaupt nur einen einzigen Frame im Turnier verloren und durch ein 60er- und zwei Century-Breaks schon 3:0 gegen Murphy geführt, bevor der Weltranglistensechste die Partie mit einem Kraftakt doch noch drehen konnte. Er profitierte auch davon, dass sich Mark King durch sein aus der Hose rutschendes Hemd aus der Konzentration bringen ließ.
Obere Hälfte
Untere Hälfte
Finale Im Finale legte Ali Carter im ersten Frame vor und konnte danach seine Führung auf 3:1 ausbauen. Doch wie schon im Halbfinale kämpfte sich Murphy zurück und erzwang im sechsten Frame mit der schwarzen Kugel den Entscheidungsframe. Dort erwies sich aber Carter als nervenstark und konnte mit einem Break von 95 Punkten den Turniersieg sicherstellen. Für Ali Carter war es der erste Turniersieg nach seiner überstandenen Krebserkrankung im Jahr zuvor und der erste Sieg bei einem PTC-Turnier überhaupt. Für Tatiana Woollaston, Ehefrau von Spieler Ben Woollaston war es das erste Profifinale als Schiedsrichterin.
Century-Breaks Mit 35 Centurys gab es diesmal relativ wenig hohe Breaks. Auch gelangen diesmal nur einem Spieler drei 100er-Breaks, im Vorjahr waren es noch vier Spieler gewesen. Für den Thailänder Dechawat Poomjaeng war sein 142er-Break das zweithöchste Break seiner Karriere nach dem Maximum Break in der Qualifikation zum German Masters 2014.
Dechawat Poomjaeng 142 Liang Wenbo 140 Michael Williams 136 Kurt Maflin 131 Stuart Carrington 130 Judd Trump 130, 106, 102 Ashley Carty 129, 111 Peter Ebdon 128 Josh Boileau 126 John Higgins 125, 110 Ashley Hugill 125 Brian Cini 124 Mark King 123 (2×) Shaun Murphy 123 Kyren Wilson 122 David Gilbert 117, 115 Jamie Cope 114 Allister Carter 112, 105 Chris Norbury 110 Elliot Slessor 110 Patrick Einsle 108, 107 Rod Lawler 105 Mark Williams 105 Ben Woollaston 105 Ian Burns 103 Dominic Dale 102 Sean O’Sullivan 100
Einzelnachweise Paul Hunter Classic 2015: Emotionaler Sieg für Allister Carter, Andreas Goldmann, Fürther Nachrichten, 31. August 2015
Ali Carter triumphiert beim Paul Hunter Classic in Fürth über Shaun Murphy, Rolf Kalb, Eurosport, 31. August 2015
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Kategorie:Players Tour Championship 2015/16 #2015