Hans Heinz Freiherr von Wangenheim (* 30. Juni 1889 in Berlin; † 7. August 1981 in Wiesbaden) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und -richter. Herkunft Seine Eltern waren Ernst Friedrich Ulrich Alexander Hans von Wangenheim (* 8. Juli 1859; † 25. Oktober 1915) und dessen erste Ehefrau Lucie Ahrenfeld (* 25. April 1861). Sein Vater starb als kaiserlich deutscher Botschafter in Konstantinopel. Seine Eltern hatte sich 1897 scheiden lassen. Seine Mutter heiratete daraufhin den Grafen Uxkull-Gyllenband, sein Vater die Freiin Johanna von Spitzemberg (* 21. Juni 1877).
Leben Hans Heinz von Wangenheim studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 1908 wurde er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Eine Zusammenstellung aller Korpsangehörigen. Hrsg. Karl Rügemer. Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 120, 1170. 1912 begann er das Gerichtsreferendariat. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Soldat wurde er 1920 Regierungsassessor und Hilfsarbeiter beim Landrat in Linden. 1921 wechselte er zur Regierung in Hannover. 1922 wurde er zum Regierungsrat befördert und war beim Zentralverband der christlichen Gewerkschaften Deutschlands, beim deutschen Genossenschaftsverband und danach beim Zentralverband der christlichen Transport- und Fabrikarbeiter tätig. Noch im gleichen Jahr wurde er mit der kommissarischen Landratsamtsverwaltung in Jauer betraut. 1923 wurde er Landrat des Landkreises Jauer.Landkreis Jauer Verwaltungsgeschichte und Landratsliste, In: Territorial.de, Hrsg. Rolf Jehke. Herdecke. 1927 wechselte er als Oberregierungsrat zur Regierung in Wiesbaden. 1940 wurde er beauftragter Regierungsdirektor beim Reichsstatthalter in Salzburg und 1941 bei der Regierung in Erfurt. 1942 wurde er zum Regierungsdirektor befördert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er 1946 in der SBZ als Hilfsrichter dem wiedereröffneten Oberverwaltungsgericht Jena zugeordnet.Thomas Heil: Die Verwaltungsgerichtsbarkeit in Thüringen 1945-1952. Ein Kampf um den Rechtsstaat. In: Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts, Band 18, 1996, S. 33 (Auszug/Digitalisat) Später lebte er als Oberverwaltungsgerichtsrat a. D. wieder in Wiesbaden.Kösener Corpslisten 1960. Hrsg. Otto Gerlach. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 66, 1215. Dort verstarb er am 7. August 1981.Sterbebuch des Standesamtes Wiesbaden. Nr. 1594/1981.
Familie Wangenheim heiratete am 7. November 1916 Elisabeth Klara Marie von Richter (* 5. August 1893), eine Tochter der Clara von Blum und des Juristen und Politikers Ernst von Richter. Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter: Hans-Werner (* 16. August 1917), Ger.- Assessor, ⚭ Hannelore Schroeder, Nachfahren Ernst Dieter Hubertus (* 3. November 1918; † 12. November 1944), Oberleutnant z. See d. R. (Schlachtschiff Tirpitz) Heinz Joachim (24. April 1925), Bankkaufmann, ⚭ Irene Lux, Nachfahren
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1920. Siebzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1919, S. 918. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Zweiundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 584–585. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, u. a.: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häusen. A (Uradel). 1956. Band II, Band 13 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1956, S. 527–528. Acta Borussica–Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817–1934/38, Band 11/II, 2002, S. 720. (PDF/Digitalisat), Hrsg. BBAW
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Landrat (Regierungsbezirk Liegnitz) Kategorie:Richter (Thüringer Oberverwaltungsgericht) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Hans Heinz Hans Heinz Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Mann