Iska Geri (* 28. April 1914 in Stettin; † 10. April 2002 in Berlin; bürgerlich Hildegard Lorenz geb. PriedöhlBiografie bei grammophon-platten.de, abgerufen am 3. August 2015 (Das Geburtsjahr wird auch von der Friedhofsverwaltung Wilmersdorf bestätigt.)) war eine deutsche Schauspielerin, Diseuse und Kabarettistin.

Leben Als Tochter des Theaterkapellmeisters Alfred Priedöhl (1881–1974) und dessen Ehefrau Irma Kolberg (1892–1955) in Stettin geboren, zog die Familie bald nach ihrer Geburt mit ihr nach Berlin, wo sie aufwuchs. Als sie 14 Jahre alt war, zog die Familie zurück nach Stettin, wo sie das Gesenius-Wegener-Oberlyzeum besuchte. In Stettin besaß ihr Vater eine große Musikalienhandlung.

Sie ging dann wieder nach Berlin, wo sie Gesang studierte und Schauspiel- und Ballettunterricht nahm, nachdem sie bereits als Kind Tanz- und Ballettunterricht erhalten hatte. Sie spielte zunächst bei privaten Theatervereinen, gründete ein Puppentheater und schloss sich dann einer Kabarettgruppe an. Begleitet von ihrem Bruder Wolfgang war sie 1937 erstmals mit Chansons im Berliner Rundfunk zu hören, Willi Schaeffers holte sie 1940 an sein Kabarett der Komiker. 1941 folgte ein Gastspiel an der Scala, außerdem war sie auch auf Schallplatten zu hören. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges lebte Geri in Prag, nachdem sie zuvor von den Nationalsozialisten wegen kritischer Äußerungen mit Auftrittsverbot belegt worden war. mini|hochkant|Grabstätte von Iska Geri An der Seite von Willy Fritsch spielte Iska Geri 1947 in Liebesexpress, der ersten Revue nach dem Krieg, die in einem Zelt auf der Hamburger Moorweide gezeigt wurde.Ulkig mit Niveau, Hamburger Abendblatt vom 25. April 2002, abgerufen am 3. August 2015. Ab 1949 erhielt Geri die ersten Filmangebote und spielte in Streifen wie Hallo, Fräulein!, Kätchen für alles oder Die verschleierte Maja. Mit Beginn der 1960er Jahre war sie dann auch im Fernsehen regelmäßiger Gast, so in vier Folgen der Hesselbach-Trilogie oder als Oma Haberkorn in der Serie Oma ist noch besser. Später sah man sie in Episodenrollen in Serien wie Alle Hunde lieben Theobald, Beschlossen und verkündet oder Ein Fall für zwei. Ihre letzte Rolle war die der Lisbeth in 11 Folgen der Serie Immenhof.

Daneben spielte Iska Geri weiterhin Theater und ging beispielsweise mit Stücken wie Peer Gynt oder dem Faust auf Tournee. 1979 stand sie sieben Monate en suite in Walter Kollos Operette Wie einst im Mai auf der Bühne des Berliner Theater des Westens. Geri arbeitete auch weiterhin für den Rundfunk und das Kabarett. Nachdem sie eine kurze Zeit mit Gert Fröbe liiert gewesen war, hatte sie 1950 den Komponisten Ralph Werner Lorenz geheiratet, der sie ab der Zeit am Klavier begleitete und Lieder für sie komponierte.

Iska Geri starb kurz vor ihrem 88. Geburtstag in Berlin und wurde am 10. Mai 2002 auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt.Auskunft der Friedhofsverwaltung Wilmersdorf vom 4. August 2015.

Filmografie (Auswahl) 1949: Hallo Fräulein 1949: Kätchen für alles 1950: Die Dritte von rechts 1951: Die verschleierte Maja 1952: Das kann jedem passieren 1956: Manöverball 1957: Monpti 1958: Ein Stück vom Himmel 1959: Paprika 1960: Die Firma Hesselbach – Die Panne 1962: Die Familie Hesselbach – Die Festaufführung 1962: Die Familie Hesselbach – Die Party 1964: Kookie & Co. 1964: Unartige Lieder 1965: Oma ist noch besser 1967: Große Liebe zum kleinen Chanson 1967: Wer schmeißt denn da mit Lehm? 1967: Herr Hesselbach und die Kunst 1968: Die Pickwickier 1968: Auch schon im alten Rom 1969: Alle Hunde lieben Theobald – Nelly und der Nervenarzt 1970: Eine große Familie 1971: Bedenkzeit 1971: Tanz-Café (Episode #1.2) 1971: Kennzeichen Rosa Nelke 1972: Tingeltangel – Tingeltangel oder die „klassische Klamotte“ 1973: Die Reise nach Mallorca 1974: Der Monddiamant (2. Teil) 1975: Beschlossen und verkündet – Geisterhände 1976: Die Unternehmungen des Herrn Hans – Der Bücherkauf 1976: Spannagl & Sohn – Werbung mit Musikk 1976: Intermezzo für fünf Hände 1978: Unternehmen Rentnerkommune – Der Rentnerrebell 1980: Leute wie du und ich (Fernsehserie, Folge 1 Episode: Der Trauzeuge) 1980: Mein Gott, Willi! 1982: Mrs. Harris – Ein Kleid von Dior 1988: Die Schwarzwaldklinik – Carola will nach oben 1990: Willi – Ein Aussteiger steigt ein 1990: Kartoffeln mit Stippe 1991: Himmelsschlüssel 1992: Ein Fall für zwei – Gier 1993: Hecht & Haie – Mainhattan 1994–1995: Immenhof (11 Folgen als Lisbeth)

Hörspiele 1946: Meine Schwester und ich – Regie: Karl-Heinz Reichel 1947: Die Ameisen – Die Entstehung eines europäischen Aberglaubens im Herbst 1947 (Gesang) – Regie: Ludwig Cremer 1951: Turandot – Regie: Guy Walter 1955: Ein wildgewordenes Saxofon – Regie: Wilhelm Semmelroth 1964: Der Mann auf der Insel – Regie: Klaus Groth 1984: Der verbotene Garten. Fragmente über D’Annunzio – Regie: Hans Gerd Krogmann 1984: Der Marder – Regie: Bernd Lau 1987: Ertappt – Regie: Oswald Döpke

Diskografie (Auswahl) Die Anne hat ’nen Mann im Schrank (LP, Electrola) Das goldene Operettenarchiv 18 (LP, m. Zarah Leander, Willy Schneider u. a.) Sterne ihrer Zeit – Die Großen der Kleinkunst (LP, Polydor Nr. 47819, m. Theo Lingen, Tatjana Sais, Curt Bois u. a.)

Literatur Eckhard Wendt: Stettiner Lebensbilder (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe V, Band 40). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, ISBN 3-412-09404-8, S. 173–174.

Weblinks

Iska Geri Biographie bei Grammophon-Platten.de Iska Geri Schallplattenaufnahmen bei YouTube Iska Geri Titelbild der „Hör Zu!“ Nr. 15/1947

Einzelnachweise

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