Die letzten und die ersten Menschen (Originaltitel: ) ist ein Science-Fiction-Roman des englischen Autors Olaf Stapledon. In dem erstmals 1930 erschienenen Roman, der auch heute noch als einer der Klassiker der Science-Fiction-Literatur gilt, beschreibt Stapledon die Geschichte der Menschheit in einem Zeitraum von 2 Milliarden Jahren. Zusammen mit den Büchern und Der Sternenmacher (Originaltitel: ) bildet der Roman die Reihe.
Das Buch wurde neben dem Deutschen auch ins Italienische (), ins Niederländische (), ins Französische () und ins Ungarische () übersetzt.
Inhalt
Olaf Stapeldon entwirft in diesem Roman eine Zukunft, in der sich die Menschheit als Ganzes über 18 verschiedene Entwicklungsstufen immer weiter entwickelt. Dabei stellt der Mensch unserer Zeit die erste Entwicklungsstufe dar – die ersten Menschen. Der Roman ist aus der Sicht eines der letzten Menschen geschrieben, der diese ersten Menschen erforscht. Sokrates und Jesus werden als Höhepunkte der Entwicklung dieser Menschheit dargestellt. Es wird beschrieben, wie spätere Menschheitsstufen den Weltraum erobern. So betreiben beispielsweise die fünften Menschen Terraforming auf der Venus, die neunten Menschen hingegen werden speziell erschaffen, damit sie auf dem Neptun überleben können. Insgesamt wird die Entwicklung der Menschheit als eine positive Evolution in Richtung größerer Weisheit beschrieben.
Rezeption
Der Roman, der bei seinem Erscheinen als Sensation galt, entwickelt verschiedene Themen und Konzepte, die als Grundlage für wichtige Entwicklungen im Bereich des Genres Science-Fiction gelten. Dies ist z. B. die Idee des Terraformings, aber auch das Konzept der Anpassung von Menschen an eine Umwelt, die später unter dem Stichwort genetic engineering ein wichtiger Topos des Genres wurde. Olaf Stapledon war das Genre selbst noch fremd, als er den Roman verfasste. Er wurde allerdings schon früh von der sich damals entwickelnden SF-Fangemeinde gefeiert. Das amerikanische Fachmagazin für Science Fiction und Fantasy, Locus, nahm den Roman mehrfach unter verschiedenen Kategorien in die Auswahllisten für das beste Buch aller Zeiten auf.
Verfilmung
Der Roman diente als Vorlage für den experimentellen Film Last and First Men – Die letzten und die ersten Menschen des isländischen Komponisten und Filmemachers Jóhann Jóhannsson, der auf der Berlinale 2020 seine Premiere hatte.
Ausgaben Last and First Men. Methuen, London 1930. Die letzten und die ersten Menschen. Eine Geschichte der nahen und fernen Zukunft. Roman. Deutsch von Kurt Spangenberg. Heyne (Bibliothek der SF-Literatur #21), München 1983, ISBN 3-453-30960-X (mit einer Vorbemerkung von Wolfgang Jeschke, einem Vorwort des Autors und einem Nachwort von Michael Nagula). Die letzten und die ersten Menschen. Eine Geschichte der nahen und fernen Zukunft. Vollständig überarbeitete Neuausgabe. Piper, München u. a. 2015, ISBN 978-3-492-70362-8 (mit einem Vorwort des Autors und einem Nachwort von Klaus N. Frick). Neuübersetzung: Letzte und Erste Menschen. Eine Geschichte der nahen und fernen Zukunft. Übersetzt von Dieter von Reeken. Dieter von Reeken (Kollektion Lasswitz), Lüneburg 2025, ISBN 978-3-911230-14-8.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Science-Fiction-Literatur Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)