Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im Februar 2016.

Tagesgeschehen Montag, 1. Februar 2016 Des Moines/Vereinigte Staaten: Mit der Abstimmung in Iowa beginnen die Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten. Genf/Schweiz: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt die sich vor allem in Brasilien immer weiter ausbreitende Zika-Virus-Epidemie zum internationalen Notfall. Dadurch soll die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Virus besser organisiert und koordiniert werden können. London/Vereinigtes Königreich: Die britische Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) erlaubt zum ersten Mal Genversuche an menschlichen Embryonen. Die Versuche sollen einzig Forschungszwecken dienen und beispielsweise Einblicke in die frühe menschliche Entwicklung liefern. Zur Forschung dürfen nur nicht lebensfähige Embryonen verwendet werden.

Dienstag, 2. Februar 2016 Jawhar/Somalia: Während des Daallo-Airlines-Fluges 159 vom Aden Adde International Airport in Mogadischu zum Ambouli International Airport kommt es im Luftraum der somalischen Provinz Shabeellaha Dhexe zu einer Explosion, bei der eine Person getötet und zwei weitere Reisende verletzt werden. Der Kapitän des Flugzeugs kann dieses nach einer Rückkehr zum Startflughafen notlanden. Im Nachhinein wird bekannt, dass es sich bei dem einzigen Toten um einen Selbstmordattentäter und mutmaßlichen al-Schabaab-Anhänger handelt. London/Vereinigtes Königreich: Um einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu vermeiden, einigen sich EU-Ratspräsident Donald Tusk und der britische Premierminister David Cameron auf eine Liste von Reformen, mit denen der britischen Regierung spezielle Befugnisse und Sonderregelungen innerhalb der Europäischen Union zugestanden werden sollen. Über die von Tusk gemachten Vorschläge soll zudem beim EU-Gipfel am 18. und 19. Februar in Brüssel verhandelt werden.

Mittwoch, 3. Februar 2016 Genf/Schweiz: Die nur fünf Tage zuvor begonnenen Friedensgespräche zur Findung einer friedlichen Lösung im Syrien-Konflikt werden wegen „noch zu erledigender Arbeit“ unterbrochen und bis zum 25. Februar vertagt. Greifswald/Deutschland: Mit der Erzeugung des ersten Wasserstoff-Plasmas nimmt die Fusionsanlage Wendelstein 7-X des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) ihren wissenschaftlichen Experimentierbetrieb auf. Mithilfe der Anlage des Stellarator-Typs soll unter anderem die prinzipielle Kraftwerkstauglichkeit von Kernfusionsreaktoren untersucht und demonstriert werden.

Donnerstag, 4. Februar 2016 Auckland/Neuseeland: Regierungsvertreter aus Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, den Vereinigten Staaten und Vietnam unterzeichnen das Abkommen zur Transpazifischen Partnerschaft (TPP), mit dem Zölle sowie Handelsbarrieren zwischen den Vertragspartnern gelockert beziehungsweise abgeschafft werden sollen. Tausende Globalisierungsgegner demonstrieren gegen die Unterzeichnungen. Ouarzazate/Marokko: Mit der Eröffnung von Noor I geht die erste von vier Teilanlagen des Sonnenwärmekraftwerks Ouarzazate in Betrieb, das mit einer geplanten Gesamtleistung von 580 Megawatt das größte Kraftwerk seiner Art werden soll. Wismar/Deutschland: Die German Pellets GmbH, der weltweit größte Produzent und Händler von Holzpellets, meldet beim Amtsgericht Schwerin Insolvenz an, wobei das Gericht die beantragte Eigenverwaltung ablehnt.

Freitag, 5. Februar mini|175px|Zerstörtes Gebäude in Kaohsiung Frankfurt am Main/Deutschland: Nach heftiger Kritik veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) das zunächst als vertraulich geltende Agreement on Net Financial Assets (ANFA), das den nationalen Zentralbanken des Eurosystems erlaubt, Anleihen des eigenen Staates aufzukaufen. Harare/Simbabwe: Wegen anhaltender Dürre und einer drohenden Hungersnot ruft die Regierung unter Präsident Robert Mugabe den Notstand für die besonders betroffenen ländlichen Gebiete aus. Mehr als 2,4 Millionen Menschen sollen bereits unter Lebensmittelknappheit leiden. Kaohsiung/Taiwan: Bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Momenten-Magnituden-Skala, das besonders den Süden des Inselstaates erschüttert, kommen 116 Menschen ums Leben. Mehr als 500 weitere Personen erleiden größtenteils leichte Verletzungen.

Samstag, 6. Februar Hamburg/Deutschland: Dunja Hayali wird für die beste TV-Informationssendung mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. In der Dankesrede äußert sie sich zum Anstieg der Hasskriminalität in Deutschland: „Journalisten werden auf der Straße angegriffen, glaubt eigentlich jemand, dass das etwas bringt?“ Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Das US-Verteidigungsministerium gibt nach einem Rechtsstreit mit der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) 198 von über 1900 Fotos frei, die von US-Soldaten misshandelte Häftlinge im Irak und in Afghanistan im Zeitraum von 2004 bis 2006 zeigen. Elf US-Soldaten wurden wegen dieser Gewalttaten bisher verurteilt.

Sonntag, 7. Februar Algier/Algerien: Das algerische Parlament stimmt einer umfassenden Verfassungsreform zu, die unter anderem die Aufnahme der Presse- und Versammlungsfreiheit in die Verfassung, eine Begrenzung der Amtszeit des Staatspräsidenten und die Aufwertung des Kabylischen zur offiziellen Landessprache vorsieht. Port-au-Prince/Haiti: Präsident Michel Martelly legt sein Amt ohne einen gewählten Nachfolger nieder. Seit Dezember 2015 wurden bereits zwei angesetzte Stichwahlen um das Präsidentenamt wegen Manipulationsvorwürfen abgesagt. Santa Clara/Vereinigte Staaten: Mit einem 24:10-Sieg gegen die Carolina Panthers gewinnen die Denver Broncos den Super Bowl 50 (Super Bowl L). Sohae/Nordkorea: Eine modifizierte Unha-3-Rakete bringt den Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyŏngsŏng-4 (Leuchtender Stern 4) erfolgreich auf eine Erdumlaufbahn. Japan, Südkorea und die Vereinigten Staaten befürchten durch die fortschreitende Entwicklung der Langstreckenraketen in Nordkorea, dass diese als Interkontinentalraketen auch mit einem Nuklearsprengkopf ausgestattet werden könnten. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen kommt erneut zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Tunis/Tunesien: Eine 200 Kilometer lange Grenzbefestigung zwischen Ras Ajdir und Dahibah wird fertiggestellt. Die aus Sandwällen und Wassergräben bestehende Anlage soll Terroristen und Schmuggler daran hindern, die Grenze aus Libyen kommend zu überqueren. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tunis Afrique Presse (TAP) ist eine weitere elektronische Aufrüstung mithilfe deutscher und US-amerikanischer Militärtechniker geplant.

Montag, 8. Februar mini|150px|Sturmtief Ruzica, Westeuropa Cizre/Türkei: Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders TRT kommen bei Gefechten zwischen türkischen Streitkräften und Kämpfern der PKK bis zu 60 Menschen ums Leben. Die prokurdische HDP bezeichnet die Tat als „Massaker“ an Zivilisten. Mainz/Deutschland: Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) sagt den Mainzer Rosenmontagszug aufgrund des Sturmtiefs Ruzica ab. Ottawa/Kanada: Premierminister Justin Trudeau (Lib) gibt bekannt, die im Rahmen der Operation Impact durch die Royal Canadian Air Force durchgeführten Luftangriffe gegen Stellungen des Islamischen Staates (IS) zum 22. Februar 2016 einzustellen.

Dienstag, 9. Februar mini|175px|Bergung der Wagen am Mangfallkanal bei Kolbermoor Bad Aibling/Deutschland: Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Meridian-Züge der Bayerischen Oberlandbahn sterben elf Menschen, 80 weitere werden zum Teil schwer verletzt. Die Ermittler gehen von einem menschlichen Fehler aus. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Der Direktor der United States Intelligence Community (IC), James R. Clapper, gibt die mutmaßliche Wiederaufnahme der Plutonium-Produktion in der nordkoreanischen Kerntechnik-Anlage Nyŏngbyŏn bekannt. Der ostasiatische Staat könne bei hinreichend langer Betreibung des Hauptreaktors nach nur wenigen Wochen waffenfähiges und somit zum Einsatz in Kernwaffen geeignetes Plutonium herstellen. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten gibt bekannt, dass die von US-Präsident Barack Obama vorgesehenen Klimaschutzpläne zur Eindämmung der CO2-Emissionen durch US-amerikanische Kraftwerke vorerst nicht umgesetzt werden müssen. Grund für den Beschluss seien offene Klagen gegen die Pläne, die noch auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft werden müssten.

Mittwoch, 10. Februar Brüssel/Belgien: Als Reaktion auf Russlands Eingreifen in den Russisch-Ukrainischen Krieg als auch dessen „bedrohliche“ Außenpolitik beschließen die Verteidigungsminister der NATO-Bündnispartner bei einem Treffen, die militärische Präsenz eigener Truppen an der Grenze zu Russland sowie im östlichen NATO-Gebiet massiv auszubauen. Bis zu jeweils 1000 Soldaten sollen danach in Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rumänien stationiert, zusätzliches militärisches Material eingelagert und die regionale Infrastruktur ausgebaut werden. Die Planungen zum Vorgehen sollen bis zum nächsten NATO-Gipfeltreffen im Juli 2016 in Warschau abgeschlossen sein. Dikwa/Nigeria: Bei einem Selbstmordanschlag zweier Frauen in einem Flüchtlingscamp im Bundesstaat Borno werden 58 Menschen getötet und 80 weitere verletzt.

Donnerstag, 11. Februar 2016 150px|mini|Coen-Film mini|150px|Māris Kučinskis Berlin/Deutschland: Die 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden mit dem Film Hail, Caesar! der Regisseure Ethan und Joel Coen eröffnet. Monterrey/Mexiko: Bei einer Revolte im Topo-Chico-Gefängnis, die auf einen Konflikt zwischen den Los Zetas und dem Golf-Kartell zurückgeführt wird, kommen mehr als 50 Personen ums Leben. Das Gefängnis galt seit Langem als überbelegt. Riga/Lettland: Die Saeima wählt Māris Kučinskis zum Ministerpräsidenten und genehmigt das von ihm zusammengesetzte Kabinett. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Physiker geben den ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen mithilfe des Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory (LIGO) bekannt. Der Nachweis sei bereits am 14. September 2015 anhand der gemessenen Kollision zweier Schwarzer Löcher in rund 1,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung erfolgt, die Daten hätten jedoch erst ausreichend analysiert und ausgewertet werden müssen.

Freitag, 12. Februar 2016 Brüssel/Belgien: Um die europäische Stahlindustrie besser zu schützen, leitet die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström (ALDE) neue Antidumping-Untersuchungen gegen chinesische Stahlimporte ein und belegt Einfuhren von kaltgewalztem Flachstahl aus der Volksrepublik China und Russland mit vorläufigen Einfuhrzöllen. Außerdem werden die bestehenden Strafzölle auf Solarmodule erneut verlängert. Havanna/Kuba: Erstmals seit dem Morgenländischen Schisma und der Spaltung des Christentums in orthodoxe und katholische Kirche treffen sich die beiden Kirchenoberhäupter Papst Franziskus und Patriarch Kyrill I. im Protokollsaal des Flughafens von Havanna, um über die Christenverfolgung in den Krisenherden im Nahen Osten, Afrika und Asien zu beraten. Kidal/Mali: Bei einem islamistischen Angriff der Ansar Dine auf das Camp der Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) werden sechs Blauhelmsoldaten aus Guinea getötet und weitere 30 verletzt. München/Deutschland: Die 52. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof beginnt.

Samstag, 13. Februar mini|150px|Anti-Moskito-Kampagne in Brasilien