Mutz ist ein Ortsteil im Stadtteil Hebborn von Bergisch Gladbach.

Geschichte Die Siedlung Mutz entstand aus einer Hochmittelalterlichen Siedlungsgründung, die für 1280 mit dem Namen Mocze urkundlich belegt ist. Bis 1905 hatte sich aus dem ursprünglichen Siedlungskern ein kleiner Weiler mit zwei Hofstellen und 19 Einwohnern entwickelt.Andree Schulte, Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 1995, S. 98, ISBN 3-9804448-0-5

Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als drei gemeine Höfe kategorisiert wurde und mit Müts bezeichnet wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Mutze. Aus ihr geht hervor, dass Mutz zu dieser Zeit zur Honschaft Combüchen im Kirchspiel Paffrath gehörte.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898

Das Combücher Mutz wurde Mutz op dissit der Bach (diesseits des Bachs) genannt, während der Teil von Mutz jenseits des Mutzbachs zur Herrschaft Odenthal gehörte.Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Mutz wurde politisch der Mairie Gladbach im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Gladbach im Kreis Mülheim am Rhein. Mit der Rheinischen Städteordnung wurde Gladbach 1856 Stadt, die dann 1863 den Zusatz Bergisch bekam.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824, auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 und ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 auf Messtischblättern regelmäßig als Mutz verzeichnet.

+ Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie Bemerkung 1830 24 HofstelleMütz genannt 1845 22 3 Hofstelle 1871 11 3 Hofstelle 1885 12 2 Wohnplatz 1895 22 2 Wohnplatz 1905 19 2 Wohnplatz

Etymologie Der Siedlungsname ist wahrscheinlich aus dem gleichnamigen Bachnamen Mutzbach hervorgegangen, weil Gewässernamen meistens zum ältesten Namensbestand einer Landschaft gehören. Zur Deutung des Namens gibt es unterschiedliche Ansätze. Eine Ansicht besteht darin, dass der Name in seiner Grundbedeutung für etwas Abgeschnittenes oder Verstümmeltes steht. So könnte der Name Mutz zum Beispiel einen markanten Baumstumpf bezeichnen. Wahrscheinlicher ist die Deutung des Ortsnamens mit der mundartlichen Bezeichnung als Mutt (= sumpfiges Land). Letzteres entspricht auch den örtlichen Gegebenheiten, da die Nähe des Mutzbaches auf eine sumpfige / morastige Bodenbeschaffenheit schließen lässt.

Literatur Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964 Weblinks

ZeitSpurenSuche zu Mutz abgerufen am 29. Juli 2015 Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Hebborn