Siefen ist der Name eines Ortsteils und einer Straße im Stadtteil Romaney von Bergisch Gladbach.
Geschichte Siefen wurde nach einer spätmittelalterlichen Siedlungsgründung benannt. Sie ist für 1448 urkundlich als Syffen belegt.
Die Siedlung zerfiel später in zwei Ortsteile, die das Urkataster als Kochs Siefen an der Romaneyer Straße und als Meisen Siefen bei Combüchen verzeichnet. Aus der so genannten Distanztabelle von ca. 1820 geht aber hervor, dass der Name Siefen für beide Ortsteile als amtliche Ortsbezeichnung beibehalten wurde.Andree Schulte, Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 1995, S. 105 f., ISBN 3-9804448-0-5
Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als zwei getrennte Höfe kategorisiert wurde und mit Siefen bezeichnet wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Tiefen. Aus ihr geht hervor, dass Siefen zu dieser Zeit Teil der Honschaft Combüchen im Kirchspiel Paffrath war.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Siefen wurde politisch der Mairie Gladbach im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Gemeinde Combüchen in der Bürgermeisterei Gladbach im Kreis Mülheim am Rhein. Mit der Rheinischen Städteordnung wurde Gladbach 1856 Stadt, die dann 1863 den Zusatz Bergisch bekam.
Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Siefen und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Obersiefen (nördlich der heutigen Romaneyer Straße) und Meisensiefen (südlich davon, der heutige Bauernhof) verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Siefen verzeichnet.
+ Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie Bemerkung 1822 27 Hofstelle 1830 32 Hofstelle 1845 24 3 Hofstelle Ober-Siefen 1871 20 4 Hofstelle 1885 26 3 Wohnplatz 1895173 Wohnplatz 1905233 Wohnplatz
Etymologie Der Siedlungsname leitet sich her aus dem mittelalterlichen sife (= langsam fließender sumpfiger Bach) bzw. aus dem Verb sifen (= tröpfeln, triefen). Es bezeichnet hiernach ein enges schluchtartiges Waldtal mit einem kleinen Rinnsal oder ein quellenreiches Engtal.
Literatur Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964 Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Romaney Kategorie:Straße in Bergisch Gladbach