mini|Porträt von Wilhelm Joseph Heine, rechts auf dem Stuhl sitzend, in Johann Peter Hasenclevers Atelierszene, 1836 Wilhelm Joseph Heine (* 18. April 1813 in Düsseldorf; † 29. Juni 1839 ebenda) war ein deutscher Genremaler der Düsseldorfer Schule.

Leben Heine lebte vielleicht in BremenGeorg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexikon. Sechster Band (Haspel.–Keim.), Verlag E. A. Fleischmann, München 1838, S. 62 (Google Books). und absolvierte von 1827 bis 1837 ein Malereistudium an der Kunstakademie Düsseldorf.Hanna Gagel: Die Düsseldorfer Malerschule in der politischen Situation des Vormärz. In: Wend von Kalnein (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 70. Nach der Vorbereitungsklasse von Heinrich Christoph Kolbe war er Schüler von Theodor Hildebrandt. 1836/1837 besuchte er die 1. Klasse von Wilhelm Schadow. Er gehört zu den Malern, die – angeregt durch David Wilkie – das Genrebild als „freie Kunst“ entwickelten und dabei ihr Interesse an den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorgängen ihrer Zeit zum Ausdruck brachten sowie engagiert Stellung bezogen (Tendenzmalerei). Zu dieser Gruppe zählen neben Heine insbesondere Johann Peter Hasenclever, Carl Wilhelm Hübner, Peter Schwingen, Adolph Schroedter, Henry Ritter, Wilhelm Kleinenbroich und Ludwig Knaus. Das 1837 von Heine gemalte Bild Gottesdienst in der Zuchthauskirche zeigt wahrscheinlich – an eine dunkle Säule gelehnt – Friedrich Ludwig Weidig, einen verurteilten Vormärz-Aktivisten aus dem Kreis um den Schriftsteller Georg Büchner, in einer Gruppe von politischen Gefangenen beim Zuchthausgottesdienst im Arresthaus von Darmstadt. Dieses Bild gilt als erstes politisch-kritisches Gemälde der Düsseldorfer Malerschule.Kathrin DuBois: Carl Wilhelm Hübner und die Folgen. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, Band 2, S. 303 (Katalog-Nr. 253).

Werke (Auswahl) mini|Gottesdienst in der Zuchthauskirche Selbstbildnis in Weberbekleidung, 1832 Die Wilddiebe, 1833 Der Wilddieb auf der Lauer, 1834Bildbeschreibung bei Anton Fahne: Die Düsseldorfer Malerschule in den Jahren 1834, 1835 und 1836. Verlag J. H. C. Schreiner, Düsseldorf 1837, S. 68 (Google Books). Der Schmuggler, 1834 Die Landstreicher, 1835 Die zerrissene Jacke, 1835 Bauernhaus, 1836 Gottesdienst in der Zuchthauskirche, 1837, Museum Kunstpalast, Düsseldorf (eine von insgesamt drei Fassungen, weitere Fassungen im Museum der bildenden Künste, Leipzig, 1837, und in der Nationalgalerie Berlin, 1838)Gottesdienst in der Zuchthauskirche, Bildbeschreibung im Portal smb.museum-digital.de, abgerufen am 2. April 2021 Der Brillenhändler, 1838

Literatur

Hanna Gagel: Die Düsseldorfer Malerschule in der politischen Situation des Vormärz. In: Wend von Kalnein (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 70 ff.

Weblinks

Wilhelm Joseph Heine, Datenblatt im Portal rkd.nl (RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis)

Einzelnachweise

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