80px|Logo der Olympischen Spiele 2016 Olympische Spiele 2016Bereinigter Medaillenspiegel Leichtathletik Platz Mannschaft 20x20px|Gold 20x20px|Silber 20x20px|Bronze Total 1 13 10 9 32 2 6 6 1 13 3 6 3 2 11 4 2 2 2 6 5 2 2 – 4 6 2 1 4 7 7 2 – 1 3 2 – 1 3 9 1 2 5 8 10 1 1 4 6 11 1 1 1 3 12 1 1 – 2 1 1 – 214 1 – 1 2 15 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 21 – 3 3 6 22 – 2 – 2 23 – 1 3 4 24 – 1 1 2 – 1 1 2 26 – 1 – 1 – 1 - 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 34 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 Total 47 47 47 141 Die Leichtathletikwettbewerbe bei den XXXI. Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro fanden vom 12. bis zum 21. August 2016 statt. Austragungsort des Großteils der Wettbewerbe war das Estádio Olímpico João Havelange. Davon abweichend fanden die beiden Marathonläufe auf einem Rundkurs durch Rio de Janeiro statt, Start und Ziel war das Sambódromo. Die Gehwettbewerbe wurden auf der Pontal ausgetragen.Rio 2016: Athletics, olympics.com, abgerufen am 14. Mai 2022
Teilnehmer Auch bei diesen Spielen gab es wieder Ausschlüsse einzelner Verbände und Sonderregelungen.
Wegen wiederholter Einflussnahme der Staatsführung auf den Sport im eigenen Land wurde Kuwait durch das IOC von der Teilnahme ausgeschlossen. Kuwaitische Sportler konnten allerdings unter der olympischen Fahne an den Start gehen. Vor einem Schweizer Gericht erhob die kuwaitische Regierung Klage auf Schadensersatz in Höhe von einer Milliarde US-Dollar (umgerechnet etwa 880 Millionen Euro). Doch diese Klage hatte keinen Erfolg und wurde abgewiesen.Kuwait verliert Rechtsstreit mit IOC. In: Focus 25. März 2021, focus.de, abgerufen am 14. Mai 2022
Erstmals führte die Dopingproblematik zum Ausschluss eines kompletten Verbandes. Nach mehreren Beschlüssen des IOC und Klagen dagegen beim Internationalen Sportgerichtshof CAS kam es schließlich dazu, dass die einzelnen Sportverbände unabhängig voneinander über die Möglichkeit der Teilnahme russischer Sportler entscheiden konnten. Der internationale Leichtathletikverband IAAF erteilte solchen russischen Leichtathleten unter neutraler Flagge eine Teilnahmeberechtigung, die den Nachweis erbringen konnten, die Regularien zum Dopingkontrollsystem wie in allen Ländern üblich erfüllt zu haben. Russland als Verband wurde komplett ausgeschlossen.
Im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa wurde den Athleten, die aus ihrem jeweiligen Heimatland geflohen waren, eine Möglichkeit geboten, als Mitglied des sogenannten Team Refugee Olympic Athletes unter olympischer Flagge in Rio teilzunehmen.Team of Refugee Olympic Athletes (ROA) created by the IOC, olympic.org 2. März 2016, abgerufen am 14. Mai 2022.
Olympiastadion mini|hochkant=2.1| Schon im Jahr 2003 war mit dem Bau des Estádio Olímpico João Havelange begonnen worden, die erste Fertigstellung erfolgte 2007. Bis zur Austragung der Olympischen Spiele waren allerdings weitere Umbauten und eine Erhöhung der Kapazität notwendig. Das Fassungsvermögen betrug schließlich 60.000 Plätze.A Brief History of the Estádio Olímpico Nilton Santos, theculturetrip.com (englisch) 29. Juli 2017, abgerufen am 14. Mai 2022. Es gab allerdings erhebliche Probleme bezüglich der Akzeptanz dieser Spiele mit ihren riesigen Kosten, mit Korruption brasilianischer Politiker, mit den hohen Eintrittspreisen durch die Bevölkerung in Brasilien. Die Einwohner, die zum großen Teil in Armut leben, profitierten in keiner Weise von den Spielen. So blieben viele Eintrittskarten unverkauft, obwohl die Regierung des Landes notgedrungen ein Sozialprogramm für Kinder aus den Favelas auflegte.The Show must go on. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung 5. August 2016, faz.net, abgerufen am 14. Mai 2022.
Wettbewerbe Das Wettkampfprogramm war identisch mit dem der letzten beiden Spiele 2008 und 2012. Die Wettbewerbe für Frauen und Männer waren weitestgehend angeglichen. Es gab im Frauenbereich nur noch eine im Vergleich zum Männerangebot fehlende Disziplin: im Gehen wurde bei den Frauen nur eine Distanz im Gegensatz zu zwei Strecken bei den Männern ausgetragen. Weitere Unterschiede fanden sich in der Hürdenhöhe auf den beiden Hürdendistanzen sowie der Länge der kürzeren Hürdenstrecke, die bei den Männern 110 Meter und bei den Frauen 100 Meter betrug, um den unterschiedlichen Schrittlängen der Geschlechter Rechnung zu tragen. Außerdem wurde bei den Frauen als Mehrkampf ein Siebenkampf, bei den Männern ein Zehnkampf ausgetragen. Darüber hinaus hatten die Stoß- und Wurfgeräte in den technischen Disziplinen für die Frauen etwas niedrigere Gewichte als für die Männer.
Qualifikation
Anders als bei den vorherigen Olympischen Spielen konnte ein Nationales Olympisches Komitee (NOK) bis zu drei qualifizierte Sportler in jedem individuellen Wettbewerb einsetzen, wenn sie die Qualifikationsnorm während des vorgegebenen Zeitraums erfüllten. Ein NOK konnte ebenso maximal eine Staffel pro Wettbewerb nominieren. NOKs ohne Athleten mit erfüllter Qualifikationsnorm konnten maximal eine Sportlerin und einen Sportler in einem beliebigen Wettbewerb einsetzen.IAAF approves entry standards for Rio 2016 Olympic Games, athleticsweekly.com 15. April 2015, abgerufen am 14. Mai 2022
Die Qualifikationsnorm musste vom 1. Mai 2015 bis zum 11. Juli 2016 bei einem offiziellen IAAF-Wettkampf erreicht werden. Der Qualifikationszeitraum für die 10.000 Meter, Marathonläufe, Gehwettbewerbe und Mehrkämpfe begann bereits am 1. Januar 2015.
Für die Staffelwettbewerbe konnten sich maximal sechzehn Nationen qualifizieren. Die Top Acht jedes Wettbewerbs bei den IAAF World Relays 2015, die am 2. und 3. Mai 2015 auf den Bahamas stattfanden, sicherten sich einen Startplatz für die Spiele. Die acht schnellsten Nationen laut der IAAF-World-Ranking-Liste vom 12. Juli 2016 erhielten die verbleibenden acht Quotenplätze.Amendments to entry standards for Rio 2016 Olympic Games, World Athletics 10. Dezember 2015 (englisch), worldathletics.org, abgerufen am 14. Mai 2022
Die IAAF-Qualifikationsnormen waren folgende:GAMES OF THE XXXI OLYMPIAD RIO 2016, Rio de Janeiro, BRA, 12-21 August 2016 (Athletics), Qualification System and Entry Standards, World Athletics (englisch) worldathletics.org (PDF; 127 KB), abgerufen am 14. Mai 2022 MännerFrauen Wettbewerb Norm Wettbewerb Norm 100 m10,16 s 100 m11,32 s 200 m20,50 s 200 m23,20 s 400 m45,40 s 400 m52,20 s 800 m1:46,00 min 800 m2:01,50 min 1500 m3:36,20 min 1500 m4:07,00 min 5000 m13:25,00 min 5000 m15:24,00 min 10.000 m28:00,00 min 10.000 m32:15,00 min Marathon2:19:00 h Marathon2:45:00 h 110 m Hürden13,47 s 100 m Hürden13,00 s 400 m Hürden49,40 s 400 m Hürden56,20 s 3000 m Hindernis8:30,00 min 3000 m Hindernis9:45,00 min 4 × 100 mTop 8 World Relays +8 schnellste 4 × 100 mTop 8 World Relays +8 schnellste 4 × 400 m 4 × 400 m20 km Gehen 1:24:00 h20 km Gehen 1:36:00 h 50 km Gehen4:06:00 h—— Hochsprung2,29 m Hochsprung1,93 m Stabhochsprung5,70 m Stabhochsprung4,50 m Weitsprung8,15 m Weitsprung6,70 m Dreisprung16,85 m Dreisprung14,15 m Kugelstoßen20,50 m Kugelstoßen17,75 m Diskuswurf65,00 m Diskuswurf61,00 m Hammerwurf77,00 m Hammerwurf71,00 m Speerwurf83,00 m Speerwurf62,00 m Zehnkampf8100 Punkte Siebenkampf6200 Punkte
Zeitplan Neben den Gehwettbewerben und den Marathonläufen fanden zehn Lauf- und Technikwettbewerbe vormittags statt.Rio Olympic track and field schedule released, olympics.nbcsports.com 15. Dezember 2014, abgerufen am 14. Mai 2022 Mmorgens Aabends QQualifikation VVorlauf ½Halbfinale FFinale
+ Männer Datum → Fr12. Sa13. So14. Mo15. Di16. Mi17. Do18. Fr19. Sa20. So21. Wettkampf ↓ M A M A M A M A M A M A M A M A M A M A 100 m Q V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V ½ F 5000 m V F 10.000 m F Marathon F 110 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F 20 km Gehen F 50 km Gehen F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Zehnkampf F
+ Frauen Datum → Fr12. Sa13. So14. Mo15. Di16. Mi17. Do18. Fr19. Sa20. So21. Wettkampf ↓ M A M A M A M A M A M A M A M A M A M A 100 m Q V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V ½ F 5000 m V F 10.000 m F Marathon F 100 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F 20 km Gehen F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Siebenkampf F
Doping Im Gegensatz zum IOC zeigte der Weltleichtathletikverband (damalige Bezeichnung: IAAF/heute: World Athletics) sich konsequent im Antidopingkampf und entschied, russische Sportler von den Wettbewerben auszuschließen, es sei denn, sie konnten nachweisen, dass sie regulär kontrolliert worden waren.
Bedingt durch wiederholte Nachtests der Dopingproben von diesen Spielen wuchs die Zahl der positiv getesteten Sportler sukzessive an. Schließlich zeigte sich, dass insgesamt zwölf Athleten gedopt waren – acht Frauen/zwei Männer (gegenüber 96 Fällen vor vier Jahren). Die Ukraine war mit fünf Fällen vertreten, aus Bulgarien, Indien, Kasachstan, Marokko, Saudi-Arabien, Slowenien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte es jeweils einen Fall gegeben.
Die Dopingfälle im Einzelnen: Mukhlid al-Otaibi, Saudi-Arabien – 5000-Meter-Lauf (im Vorlauf ausgeschieden). Der Athlet war kur vor Beginn der Spiele von Rio positiv auf CERA, ein Erythropoetin (EPO)-Derivat, getestet worden. 2020 wurde er vom Weltleichtathletikverband offiziell disqualifiziert.Moukheld Al-Outaibi, Biographical information, olympedia.org (englisch), abgerufen am 14. Mai 2022 Abdelmajid El Hissouf, Marokko – Marathonlauf (ursprünglich auf Rang 68). Er wurde im November 2017 disqualifiziert wegen der Einnahme verbotener Mittel. Darüber hinaus wurde er für den Zeitraum vom 8. November 2016 bis 7. November 2020 mit einer Sperre belegt.Dopage: quatre athlètes marocains suspendus par l’IAAF (französisch), m.le360.ma, abgerufen am 14. Mai 2022 Olessja Powch, Ukraine – 100-Meter-Lauf (im Halbfinale ausgeschieden)/4-mal-100-Meter-Staffel (ursprünglich auf Platz sechs). Die Sprinterin wurde im März 2019 disqualifiziert, nachdem bei Nachtests ihrer Dopingproben von den Spielen 2016 das Sexualhormon Testosteron nachgewiesen worden war.2 Ukrainian athletes out of track worlds in doping case, apnews.com 3. August 2017, abgerufen am 14. Mai 2022 Olha Semljak, Ukraine – 400-Meter-Lauf (zunächst Rang sieben). Sie wurde im März 2019 disqualifiziert, nachdem sich bei Nachtests ihrer Dopingproben von Rio herausgestellt hatte, dass sie das Sexualhormon Testosteron eingesetzt hatte. Alle ihre seit dem 5. Juli 2016 erzielten Resultate wurden annulliert. Darüber hinaus wurde eine Wettkampfsperre von acht Jahren vom 5. Juli 2016 bis 4. Juli 2024 gegen sie ausgesprochen.Olha Zemlyak (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 14. Mai 2022 Disqualifiziert wurde auch die zunächst fünftplatzierte ukrainische 4-mal-400-Meter-Staffel, in der Olha Semljak als Schlussläuferin eingesetzt war. Julija Olischewska, Ukraine – 400-Meter-Lauf (im Vorlauf ausgeschieden). Bei Nachtests ihrer Dopingproben fand sich das Dopingmittel Erythropoetin, bekannt unter dem Kürzel EPO. Das Resultat der Läuferin wurde annulliert, außerdem wurde sie vom 19. Juli 2016 bis 30. Dezember 2020 gesperrt.Yuliya Olishevska (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 14. Mai 2022