Heinz Schuster-Šewc (; * 8. Februar 1927 in Purschwitz, Amtshauptmannschaft Bautzen, Sachsen; † 10. Februar 2021 in Leipzig)Traueranzeige in Serbske Nowiny, 12. Februar 2021, S. 4 (e-paper) war ein sorbischer Slawist, Sorabist und Hochschullehrer.
mini|Das Grab vom Heinz Schuster-Šewc und seiner Ehefrau Ingrid Schuster auf dem Südfriedhof (Leipzig)
Werdegang Von 1941 bis 1944 machte Schuster-Šewc eine Kaufmannslehre, 1944 absolvierte er den Reichsarbeitsdienst. Anschließend wurde er als Soldat zur Deutschen Wehrmacht einberufen und geriet in Kriegsgefangenschaft. Von 1946 bis 1948 arbeitete er als Neulehrer, bevor er von 1948 bis 1949 die Vorstudienanstalt in Wrocław besuchte. An der Universität Wrocław studierte er anschließend Russisch und Slawistik, von 1953 bis 1955 arbeitete er dann als wissenschaftlicher Assistent am Institut für sorbische Volksforschung in Bautzen. 1955 wurde Schuster-Šewc an der Humboldt-Universität Berlin promoviert und war bis 1964 als Dozent für Sorbisch und Polnisch am Sorbischen Institut in Bautzen tätig. 1962 erfolgte die Habilitation an der Universität Leipzig und ab 1964 lehrte er dann dort als Universitätsprofessor Sorabistik und slawische Sprachwissenschaft und war Direktor des Instituts für Sorabistik. Von der Krakauer Jagiellonen-Universität wurde er mit einem Ehrendoktor ausgezeichnet. Schuster-Šewc war der erste Präses der Societas Jablonoviana nach ihrer Wiedergründung 1978. Ab 1988 war er ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Er war auswärtiges Mitglied der Polnischen Akademie der Gelehrsamkeit in Krakau.
1980 wurde Schuster-Šewc mit dem staatlichen Ćišinski-Preis ausgezeichnet.
Veröffentlichungen (Auswahl) Zur Lokalisierung und Deutung der in der Schenkungsurkunde Heinrich des II. aus dem Jahre 1006/07 genannten altsorbischen Ortsbezeichnungen Ostruzna, Trebista und Godobi. In: Oberlausitzer Hausbuch 2007, Bautzen 2006, S. 42–43, 1 Abb.
Über die Namen von Picho und Valtenberg. In: Oberlausitzer Hausbuch 2002, Bautzen 2001, S. 87–89, 3 Abb. Die ältesten Drucke des Obersorbischen, Domowina-Verlag, 2001. Das Sorbische im slawischen Kontext, Domowina-Verlag, 2000. Wie kam es zu den Namen Czorneboh und Bieleboh? In: Oberlausitzer Hausbuch 2001, Bautzen 2000, S. 116–119, 3 Abb. Das Sorbische und der Stand seiner Erforschung, Berlin, Akademie-Verlag, 1991. Historisch-etymologisches Wörterbuch der ober- und niedersorbischen Sprache, Bautzen, Domowina-Verlag, 1978–1996. Bibliographie der sorbischen Sprachwissenschaft, Bautzen, Domowina-Verlag, 1966. Vergleichende historische Lautlehre der Sprache des Albin Moller, Berlin, Akademie-Verlag, 1958.
Literatur
Sebastian Brather: Schuster-Šewc, Heinz. In: Ders.: Archäologie und Denkmalpflege in der DDR. Institutionen, Gremien, Personen. Lukas Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-86732-416-8, S. 405.
Weblinks
Heinz Schuster-Šewc, Prof. Dr. phil., Mitgliedsseite auf der Website der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Fußnoten
Kategorie:Sorabist Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig) Kategorie:Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Polska Akademia Umiejętności Kategorie:Ehrendoktor der Jagiellonen-Universität Kategorie:Mitglied der Maćica Serbska Kategorie:Sorbe Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2021 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Oberlausitz)