mini|Die Stadtpfarrkirche vom Wangener Marktplatz aus gesehen mini|Pfarrkirche St. Martinus: Innenraum mini|Pfarrkirche St. Martinus: Altarraum Die Stadtpfarrkirche St. Martin, Gallus und Magnus ist ein katholisches Kirchengebäude in Wangen im Allgäu.

Geschichte und Ausstattung Das Kirchengebäude ist im Laufe der Geschichte „gewachsen“. Wann die erste Kirche an Stelle der heutigen Stadtpfarrkirche entstand, ist nicht genau bekannt, vermutet wird ein Zeitraum zwischen dem achten Jahrhundert und 820.Rainer Jensch: Stadtchronik Wangen im Allgäu. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu, 2015, S. 45 nach Otto Beck: Kirchenführer Wangen im Allgäu. Katholische Stadtpfarrkirche St. Martin, Gallus und Magnus. 3. Auflage. 2009 Ein Pfarrer wurde erstmals urkundlich 1182 erwähnt.Rainer Jensch: Stadtchronik Wangen im Allgäu. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu, 2015, S. 45 Der Turm und die östliche Wand des Langhauses stammen aus dem Zeitraum des späten zwölften Jahrhunderts und des frühen dreizehnten Jahrhunderts, der Chor von 1386. Der letzte große Umbau begann bereits Ende des 14. Jahrhunderts und wurde laut Inschrift am Westportal „Anno 1486“ abgeschlossen in ihrer endgültigen Gestalt einer dreischiffigen Säulenbasilika. In diesem Zuge wurde die Kirche gotisiert. Von 1684 bis 1687 wurde die Kirche barockisiert. Nach einem Blitzschlag wurde der Turmhelm 1739 durch eine welsche Haube ersetzt.

Im November 1862 wurden neugotische Chorfenster Ludwig Mittermaiers, von Joseph Anton von Gegenbaur und Franz Lott gestiftet, eingebaut.Susi Weber: Wertvolle Fenster aus Wangen sind verschollen. In: Schwäbische Zeitung, 17. Januar 2018, abgerufen am 24. April 2018 1898–1901 wurde die Kirche mit einer neugotischen Ausstattung regotisiert,Ausführliche Informationen zur Baugeschichte auf der Website der GemeindeAnnegret Kaiser: Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage Wangen im Allgäu (PDF; 3,6 MB) 2. März 2016 der Hochaltar und das Chorgestühl aus dieser Zeit sind ein Werk Theodor Schnells des Jüngeren.

Den Innenraum prägen die spät-historistischen Wandmalereien von Gebhard Fugel.

Weitere Malereien wurden 1952 entfernt, Mittermaiers Chorfenster 1960 ausgebaut und in der Inventarliste des Stadtmuseums aufgenommen, spätestens seit 1974 sind sie verschollen.

Orgel mini|Orgelprospekt mit Rückpositiv mini|Zweitspieltisch Die Orgel auf der Westempore wurde 1987 durch die Orgelbaufirma Rieger (Vorarlberg) erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 39 Register (2814 Pfeifen) auf drei Manualwerken und Pedal. Die Spieltrakturen und Koppeln sind mechanisch, die Registertrakturen sind elektrisch.Informationen zur auf der Website der Kirchenmusik

2021/22 erfolgte nach Abschluss der Kirchenrenovierung eine Ausreinigung und Instandsetzung, wobei Elektromagnete unter den Tonkanzellen angebracht wurden, was die Aufstellung eines fahrbaren Fernspieltisches der Firma Josef Maier (Hergensweiler) im Kirchenschiff ermöglichte.

I Rückpositiv C–g3 Bourdon 8′ Praestant 4′ Flûte à chem. 4′ Doublette 2′ Nazard ′ Tierce ′ Larigot ′ Fourniture IV 1′ Cromorne 8′ Tremblant II Hauptwerk C–g3 Bourdon 16′ Montre 8′ Flute harmonique 8′ Flute cônique 8′ Praestant 4′ Cor de nuit 4′ Doublette 2′ Mixtur V ′ Cornet V Trompette 16′ Trompette 8′ III Schwellwerk C–g3 Flûte 8′ Gambe 8′ Voix célèste 8′ Octavin 4′ Flute octaviante 4′ Plein jeu V ′ Doublette 2′ Basson 16′ Trompette harm. 8′ Hautbois 8′ Clairon 4′ Tremblant Pedal C–f1 Soubasse 32′ Principal 16′ Soubasse 16′ Principal 8′ Bourdon 8′ Octave 4′ Bombarde 16′ Trompette 8′ Koppeln: I/II, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P Setzeranlage

Glocken mini|Marienglocke von Johann Hahn von 1950, seit 2005 durch einen Neuguss ersetzt Sechs Glocken des einst siebenstimmigen Geläuts der Gießerei Wolfart (Lauingen) fielen 1941 der Rüstungsindustrie zum Opfer. Nur eine Glocke von 1930 blieb erhalten und ist nun die kleinste des jetzigen, sechsstimmigen Geläuts. Die anderen fünf Glocken, wie die verbliebene aus Bronze, wurden 1950 in der Gießerei Johann Hahn in einer für diese Firma eher unüblichen schweren Rippe gegossen. Die Glocken hängen im schlanken 52 Meter hohen Turm paarweise in drei Ebenen übereinander, die zwei kleinsten oben, die beiden größten unten.

Die größte ist die Christusglocke. Sie wird nur bei besonderen Gelegenheiten geläutet, wie bei Festgottesdiensten und einmal wöchentlich – außer im Advent und in der Fastenzeit – am Samstag um 18 Uhr, wenn für zehn Minuten mit vollem Geläut aller sechs Glocken der Sonntag eingeläutet wird. Die zweitgrößte Glocke, die Marienglocke, bekam 2002 Risse. Nachdem Reparaturversuche scheiterten, fertigte die Gießerei Bachert im Jahr 2005 einen Ersatz an. Die ausgesonderte Glocke von 1950 steht seit 2006 vor dem Haupteingang der Kirche.

ÜbersichtKath. Stadtpfarrkirche St.Martin in Wangen im Allgäu in der Glockendatenbank createsoundscape.de Glocke Name Gießer Gussjahr Durchmesser Gewicht Schlagton 1 Christusglocke Glockengießerei Johann Hahn, Landshut 1950 1875 mm 4100 kg A° 2 Marienglocke Glockengießerei Bachert, Karlsruhe 2005 1505 mm 2150 kg cis′ 3 Peter und Paul Glockengießerei Johann Hahn, Landshut 1950 1251 mm 1222 kg e′ 4 Martinus 1100 mm 870 kg fis′ 5 Magnus 1005 mm 620 kg gis′ 6 Ulrich Glockengießerei Georg Wolfart, Lauingen 1930 910 mm 350 kg h′

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Aufnahme des Vollgeläuts Daten der Glocken Die Orgel und ihre Geschichte auf Organ index

Einzelnachweise

Martin Wangen Kategorie:Kulturdenkmal in Wangen im Allgäu Wangen Wangen Kategorie:Basilika (Bautyp) Kategorie:Gotisierte Kirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Galluskirche Kategorie:Magnus-von-Füssen-Kirche