The Jungle Book ist eine Neuverfilmung des gleichnamigen Zeichentrickfilms von 1967. Sie kombiniert Realfilm-Aufnahmen und Computeranimation. Der Film basiert ebenso wie der Originalfilm auf den Dschungelbuch-Erzählungen von Rudyard Kipling. Regie führt Jon Favreau, das Drehbuch stammt von Justin Marks. Der Film wurde am 7. April 2016 unter anderem in Australien und Russland veröffentlicht, tags darauf in Indien und Indonesien. Am 14. April 2016 startete der Film in Österreich und Deutschland, einen Tag später in den Vereinigten Staaten.The Jungle Book. In: moviepilot.de. Abgerufen am 17. März 2016.Disneys Animationsfilme & Märchen – Alle Starts bis 2020. In: moviepilot.de. 9. Oktober 2015, abgerufen am 17. März 2016.

Handlung Der Menschenjunge Mogli wächst im Dschungel in einem Wolfsrudel auf. Der Schwarze Panther Baghira hatte ihn aufgefunden und in der Überzeugung, dass er eine Familie brauche, zur Wolfsmutter Raksha gebracht. Mit deren Welpen und jungen Wölfen wird er glücklich und zufrieden groß; Akela, der Rudelführer, nimmt ihn ins Rudel auf. Akela bläut seinem Rudel und auch Mogli immer wieder ein, dass die wahre Stärke der Wölfe in ihrer Gemeinschaft liege, und Baghira bereitet das Findelkind durch Training auf das Überleben im Dschungel vor. Immer wieder erinnert Baghira den Jungen daran, dass er Dinge nicht auf Art der Menschen tun, sondern es wie die Wölfe halten soll.

In der Trockenzeit legt der sinkende Wasserspiegel eines Wasserlochs den „Fels des Friedens“ frei. Nach einem Gesetz des Dschungels dürfen die Tiere in dieser Zeit der „Wasserruhe“ gegenseitig nichts antun. Die meisten Tiere, die dort zum Trinken kommen, haben zuvor noch nie ein Menschenkind gesehen und wundern sich über Moglis Verhalten. Da erscheint der einäugige und furchterregende Tiger Shir Khan und warnt die Tiere davor, dass aus einem Menschenkind irgendwann ein Mensch und es damit zur Bedrohung des Dschungels werde. Shir Khan will um des Gesetzes des Dschungels willen jegliche menschliche Bedrohung eliminieren.

Um die Wolfsfamilie keinen weiteren Gefahren auszusetzen, verlässt Mogli, begleitet von Baghira, das Rudel, um eine andere Familie zu suchen. Er denkt jedoch an eine Tierfamilie im Dschungel und will nicht, wie Baghira beabsichtigt, in die Menschensiedlung. Unterwegs werden sie von Shir Khan überrascht, Mogli muss allein fliehen, lässt sich zunächst von einer Büffelherde tragen, entkommt knapp einem Erdrutsch und begegnet kurz darauf der heimtückischen Python Kaa, die ihn mit ihrer Stimme und ihrem Blick zu hypnotisieren versucht. Von ihr erfährt er seine Herkunft: Sein Vater wurde auf einer gemeinsamen Reise durch den Dschungel von Shir Khan angegriffen und getötet, hatte den Tiger jedoch dabei mit einer Fackel im Gesicht verletzt, dass der das Weite suchte, ohne den jungen Mogli zu bemerken. So hatte Baghira ihn gefunden. Als Kaa nach dieser Offenbarung Mogli verschlingen will, wird er von Balu gerettet.

Der lebensfrohe Braunbär verlangt von Mogli für seine Rettung eine Gegenleistung: Er soll ihm helfen, an Honigwaben zu gelangen, die sich an einer Felswand befinden. Die beiden werden Freunde und Balu bietet ihm an, einen „Arbeitskreis“ zu gründen; dafür werde er ihn beschützen. Bald schon spürt Baghira die beiden in ihrer Höhle auf, wo Balu und Mogli bereits eine große Menge der Honigwaben gehortet haben. Baghira erklärt Balu, dass Mogli nur in der Menschenwelt vor Shir Khan sicher sei und will ihn weiterhin dorthin bringen.

Unterdessen besucht Shir Khan die Wölfe, die Mogli sehr vermissen, und tötet Akela, um die Ernsthaftigkeit seiner Absicht, Mogli zu töten, zu demonstrieren. Auch bei einem weiteren Besuch lässt er sich nicht von Raksha besänftigen. In der Nacht, bevor Baghira Mogli in die Menschenwelt bringen will, hilft dieser einer Herde Elefanten, die, so glauben die anderen Tiere, einst den Dschungel erschufen und deshalb von diesen mit tiefem Respekt behandelt werden, dabei, ihr Jungtier aus einer Grube zu retten. Balu und Baghira beobachten die Situation und erkennen, dass Mogli, auch wenn er die Tricks der Menschen nutzt, diese nicht gegen, sondern zum Wohl der Tiere des Dschungels einsetzt. Bevor sie ihre Reise fortsetzen können, wird Mogli von einer Horde Affen entführt, die ihn zu dem Orang-Utan-ähnlichen Gigantopithecus King Louie, ihrem Anführer, bringen. Dieser präsentiert Mogli seine Sammlung von Gebrauchsgegenständen aus der Menschenwelt, die die Affen zusammengetragen haben. Mogli selbst hat solche Dinge nie zuvor gesehen und erkennt auch nicht Sinn und Zweck der Kuhglocke, die sich unter den seltsamen Gegenständen befindet. King Louie will Mogli dazu bringen, das Geheimnis des Feuers preiszugeben, das im Dschungel als Rote Blume bezeichnet wird. Als Gegenleistung bietet er Mogli an, gemeinsam über den Dschungel zu herrschen. Balu und Baghira befreien Mogli. King Louie lässt seine Affen auf die beiden los und verfolgt Mogli, wobei er ihm von Akelas Tod erzählt. Doch der von King Louie bewohnte Tempel stürzt über ihm ein. Wütend darüber, dass Balu und Baghira ihm Akelas Tod verschwiegen haben, erkennt Mogli, dass seine wahre Stärke und seine Überlegenheit, auch gegenüber viel größeren Tieren, in seinen Fertigkeiten liegt. Mogli entwendet eine Fackel und bringt diese in den Dschungel, verursacht dabei jedoch versehentlich einen Waldbrand.

Die Tiere, unter ihnen auch Shir Khan, sind abermals am Friedensfels zusammengekommen, wo sie glauben, sich im Wasser vor dem Feuer in Schutz bringen zu können. Mogli wirft die Fackel, seine mächtigste Waffe, weg, um den Tieren zu zeigen, dass er kein für sie gefährlicher Mensch ist. Darauf hat Shir Khan jedoch nur gewartet. Als er versucht, sich auf den Menschenjungen zu stürzen, geht Balu dazwischen, wird aber von Shir Khan nach kurzem Kampf überwältigt. Auch die anderen Tiere wenden sich nun gegen Shir Khan. Mogli will sich auf eine körperliche Auseinandersetzung mit dem Tiger einlassen, doch Baghira sagt ihm, er solle nun doch auf die Art der Menschen kämpfen. Mogli läuft daraufhin in den brennenden Wald. Dort überlistet er Shir Khan, der ihn verfolgt, indem er ihn auf einen toten Baum und dort auf einen Ast lockt. Der Ast bricht ab und Shir Khan stürzt in den brennenden Wald. Mogli, der sich auf eine konstruierte Schaukel an einem anderen Ast rettet, kehrt mit einer Herde Elefanten, reitend auf dem Jungtier, das er aus der Grube gerettet hatte, zurück zum Friedensfels. Die Elefanten löschen den Waldbrand, indem sie den Fluss umleiten. Letztlich muss Mogli den Dschungel doch nicht verlassen und die Tiere akzeptieren ihn als einen der ihren, als Gleicher unter Gleichen. Am Ende hat er wieder Jagdunterricht, wobei auch Balu anwesend ist. Nach Akelas Tod übernimmt Raksha die Führung des Rudels.

Produktion Produktionsgeschichte Der Film Das Dschungelbuch von 1967, der der Realfilm-Neuverfilmung in Teilen als Vorlage diente, ist bis heute nach Anzahl der Kinobesucher in Deutschland der erfolgreichste Film aller Zeiten und erhielt außerdem 1968 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Filmmusik für den Song The Bare Necessities (deutsche Version Probier’s mal mit Gemütlichkeit) und eine Grammy-Nominierung.

Bereits 1994 hatten die Disney-Studios eine Realfilmadaption von Kiplings Werken produziert. Diese orientiert sich jedoch sehr lose am Zeichentrickfilm.

Disney setzt mit The Jungle Book nach Tim Burtons Alice im Wunderland (2010), Maleficent (2014) und Kenneth Branaghs Cinderella (2015) die Reihe von Neuverfilmungen der hauseigenen Zeichentrickfilme fort. Für Scott Mendelsohn von Forbes ist Disney mit der neusten Realverfilmung eines Klassikers auf dem richtigen Weg, ein neues Subgenre zu generieren: „The Jungle Book“ ist eine bemerkenswerte Leistung und noch mehr Grund für Disney optimistisch zu sein.Scott Mendelsohn: Review: Disney’s ‘The Jungle Book’ Is A Towering Visual Achievement In: forbes.com, 4. April 2016.

Der Regisseur schuf mit The Jungle Book kein exaktes Remake des Zeichentrickfilms und ließ sich nach eigenen Aussagen bei seiner Arbeit zum großen Teil von Rudyard Kiplings Romanvorlage inspirieren, insbesondere von der Atmosphäre, die der Autor in die Geschichte einbrachte und von dem Gefühl von Ordnung und Kultur im Dschungel, das sich in der literarischen Vorlage im Gesetz des Dschungels und der Friedensvereinbarung während der Trockenzeit zeige.Jon Favreau im Gespräch mit Chris Tilly: Director Jon Favreau Explains The Big Change He’s Made To The Jungle Book In: ign.com, 17. April 2016. Auch der Drehbuchautor ließ einige Elemente aus der Filmvorlage von 1967 weg; er übernahm jedoch einen Teil der Poesie Kiplings und der Dialoge des Buches und hielt sich insgesamt näher an dieses, was ihn von Walt Disney unterscheidet, der seine Animateure angewiesen hatte, nicht direkt nach der literarischen Vorlage zu arbeiten.Tasha Robinson: The Jungle Book is Disney’s first live-action remake with a strong point of view In: The Verge, 14. April 2016. Der Grundsatz der Wölfe Die Stärke des Rudels ist der Wolf, und die des Wolfs das Rudel wurde vom Drehbuchautor wörtlich aus dem 1895 von Kipling veröffentlichten Buch Das zweite Dschungelbuch (Originaltitel The Second Jungle Book) übernommen.The Second Jungle Book, Kapitel: The Law Of The Jungle In: thedump.scoutscan.com. Abgerufen am 1. Mai 2016. (PDF; 675 KB)

Stab, Besetzung und Synchronisation mini|links|hochkant|Regisseur Jon Favreau bei der Weltpremiere in Sydney im März 2016 Im Juli 2013 wurde bekannt, dass Justin Marks für die Arbeiten am Drehbuch zum Film verpflichtet wurde. Am 5. November 2013 wurde Jon Favreau als Regisseur bestätigt. Die Kamera übernahm Bill Pope, der bereits zuvor in dieser Funktion an mehreren 3D- und Actionfilmen beteiligt war.

Die Bekanntgabe der Darsteller und Stimmen fand zwischen März und August 2014 statt, darunter Ben Kingsley (Baghira), Bill Murray (Balu), Idris Elba (Shir Khan), Christopher Walken (King Louie), Scarlett Johansson (Kaa) und Lupita Nyong’o (Raksha). Favreau entschied sich für Johansson als Stimme von Kaa, der eigentlich ein männlicher Charakter ist, da er das Gefühl hatte, der Originalfilm von 1967 sei etwas zu männlich geraten. Favreau entschied außerdem, King Louies Art von einem Orang-Utan zu einem Gigantopithecus zu ändern, gemäß der Tatsache, dass Orang-Utans am Schauplatz der Geschichte nicht heimisch sind. Garry Shandling lieh als Sprecher in einem Cameo dem Stachelschwein Ikki seine Stimme. Shandling starb wenige Tage vor der Weltpremiere des Films.

Am 15. Juli 2014 erhielt Neel Sethi nach einer umfangreichen Suche in Neuseeland, Kanada, Indien, im Vereinigten Königreich und in den USA von Regisseur Jon Favreau und Casting-Direktorin Sarah Finn die Hauptrolle als Mogli und gleichzeitig seine erste Rolle in einem Spielfilm.Rebecca Ford: Disney’s ‘Jungle Book’ Adaptation Casts Mowgli. In: The Hollywood Reporter, 15. Juli 2014.Alana Romain: Who Is The Kid In ‘The Jungle Book’? Mowgli Is Neel Sethi’s First Big Role In: romper.com, 29. Februar 2016. Favreau hatte Sethi ausgewählt, weil er das zu vereinen schien, was den Regisseur an den Mogli aus dem Original-Disney-Zeichentrickfilm erinnert hat.Jim Hill: How Jungle Book Director Jon Favreau Got Such a Great Performance Out of Acting Novice Neel Sethi In: The Huffington Post, 25. April 2016. Sethi ist neben Ritesh Rajan, der seinen Vater spielt, der einzige Schauspieler, der im Film tatsächlich vor der Kamera stand.Neel Sethi aus New York. Zehnjähriger spielt Mowgli in „Dschungelbuch“-Remake. In: Stern Online, 16. Juli 2016. Favreau sagte, nachdem er endlich die richtige Besetzung für Mogli gefunden hatte: „Neel hat ein enormes Talent und Charisma. Vieles liegt auf seinen kleinen Schultern, aber ich bin zuversichtlich, dass er damit umgehen kann.“