Das Faustprojekt ist ein Projekt für Schulen auf Basis des Originaltextes von Goethes Faust 1 und Faust 2. Trägerin des Projekts ist die Fondazione L’Unione Europea Berlin, die bereits das Nonoprojekt als gemeinnütziges Unterrichtsprojekt für Schulen in Europa entwickelt hat.Titel der Faustadaption: Die Farben des Schachs

Redaktionsteam Verantwortlich für die Entwicklung des Faustprojekts und die redaktionelle Bearbeitung der Faustadaption ist ein AutorenteamPedro Alcalde, Barcelona | Vereina Folcher, Orsay | Jürgen Petzinger, Berlin | Stefan Sander, Berlin – Lektorat: Karsten Evers, Baden-Baden von Incontri Europei.Incontri Europei ist die Stifterin der Fondazione L’Unione Europea Berlin

Die deutsche Fassung Zielvorgabe war die Erstellung eines Textes, der Schulen die Befassung mit den beiden Teilen von Goethes Faust 1 und 2 auf Basis des Originaltextes erlaubt und erleichtert, der zugleich aber auch schulinterne Aufführungen im Format eines Kammerspiels ermöglicht. Ausgewählt wurden durch das Redaktionsteam insgesamt 21 Textpassagen: aus Faust Teil 2 jeweils eine Passage aus jedem der fünf Akte, aus Faust Teil 1 mehrere Passagen bis zu der Kerkerszene.

Das Autorenteam verständigte sich auf das Prinzip, in der Reihenfolge der ausgewählten Szenen exakt den Goethe-Text widerzuspiegeln und die Geschichte von Goethes Faust vom Ende her zu erzählen. Prinzip war, die ausgewählten Teile aus dem Text Goethes in einer umgekehrten Reihenfolge anzuordnen und diese Umkehrung stringent einzuhalten, also dabei nicht zu springen, den Text Goethes nicht als Steinbruch zu benutzen und auch nicht etwa modernistisch willkürlich in Form einer neugeformten Collage abzubilden. So beginnt die neue Fassung mit einem Zitat von Mephisto aus Akt 5 von Faust Teil 2, das gleichsam das Motto zu dieser modernen Faustversion bildet:

Die Folge mit den Vier Grauen aus Faust Teil 2 erscheint als zweite Sequenz.Die Farben des Schachs Edition Fondazione L’Unione Europea Berlin 2015, S. 12. Der Prolog wiederum aus Faust Teil 1 mutierte zur vorletzten Folge.Die Farben des Schachs Edition Fondazione L’Unione Europea Berlin 2015, S. 131. Mit den beiden letzten Zeilen aus der Zueignung vom Anfang von Faust Teil 1 endet die neue Faustversion:

Die Sequenzen und Textpassagen, neu angeordnet in dieser gedrehten Form, ergeben in der Spielabfolge einen neuen eigenen Sinn. Der umgedrehte Faust ist als ein Fünf-Personen-Stück (Faust, Mephisto, Margarete, Marthe, Valentin) ein Kammerspiel, das ohne Pause in eineinhalb Stunden – auch szenisch – an Schulen aufführbar ist. Inhaltlich wird durch die umgekehrte Abfolge der Passagen in dieser Faust-Version erreicht, dass Margarete am Leben bleibt und daher zusammen mit Marthe gegenüber dem Männerduo Faust & Mephisto bis zum Ende einen Counterpart spielen kann.

Die französische Fassung Der vorliegende deutsche Text Die Farben des Schachs wurde in einem weiteren Arbeitsschritt von dem Autorenteam auch in französischer Sprache erarbeitet – Titel: Les Cahiers de Perséphone, wobei sich die Autoren an die Übersetzung durch Gérard de Nerval hielten, die 1827 erschienen ist, und die für Jugendliche heute geeigneter erscheint als die neuere Übersetzung durch Jean Lacoste und Jacques Le Rider (Éditions Bartillat) aus dem Jahr 2009.

Editionen und Widmung Die gedruckten Ausgaben für das Faustprojekt sind dokumentiert als deutsche Fassung mit dem Titel Die Farben des Schachs sowie als französische Fassung mit dem Titel Les Cahiers de Perséphone – beide in der Edition der Fondazione L’Unione Europea Berlin. Die Editionen zum Faustprojekt sind dem Berliner Kunstförderer Peter RaueDie Farben des Schachs Edition Fondazione L’Unione Europea Berlin 2015, S. 3. gewidmet, einem der maßgeblichen Weggefährten des Nonoprojekts der Stiftung.

Das Faustische Goethe hat mit Faust I und II ein Vermächtnis der Unausweichlichkeit des Weges der Menschheit in die Apokalypse hinterlassen – im Namen der Weimarer Klassik als Referenzrahmen für nachfolgende Generationen. Jeder, der sich mit Goethes Faust und dem Fauststoff auseinandersetzt, ist mit dem facettenreichen Begriff des Faustischen konfrontiert, der zum einen von Goethes Werk geprägt ist, und der zum anderen aber auch seine fatalen Wurzeln und seine folgenreichen zerstörerischen Auswirkungen in der deutschen Geschichte findet.Bruno Ganz, der den Faust in der Inszenierung von Peter Stein spielte, in einem Zeitungsinterview Die Welt vom 17. April 1996 – Was ist das Faustische?welt.de Goethes Faust ist das Drama einer immerwährenden Dystopie, ein zukunftspessimistisches Szenario in der rückwärtsgewandten Prägung der Weimarer Klassik.

Vor diesem Hintergrund ist die Initiative für das Faustprojekt durch die Fondazione L’Unione Europea Berlin als eine Aufforderung zu verstehen, das Faustische aus der eigenen Lebensplanung zu streichen und dennoch zugleich in einem überschaubaren Zeitrahmen die Problematik des komplexen Werks von Goethes Faust I und II zu erfassen. Entsprechend heißt es im Vorwort zu den Editionen Die Farben des Schachs und Les Cahiers de Perséphone:

Weblinks Text Faust Teil 1 Projekt Gutenberg Text Faust Teil 2 Projekt Gutenberg Gutenberg ebook – Faust Teil 1 Gutenberg ebook – Faust Teil 2 Hamburger Bildungsserver Webseite Éditions Bartillat Umwelt-Enzyklika des Vatikan 2015 Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung

Einzelnachweise

Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (18. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur der Weimarer Klassik Kategorie:Faust (Goethe) Kategorie:Drama Kategorie:Theaterfigur