mini|hochkant=1.25|Rosberg - 2016 Monaco GP Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2016 war die 67. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft und umfasste 21 Grands Prix. Sie begann am 20. März im australischen Melbourne und endete am 27. November auf der Yas-Insel vor Abu Dhabi. Dort wurde der Deutsche Nico Rosberg zum einzigen Mal Fahrerweltmeister. Die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewann zum dritten Mal in Folge Mercedes.

Änderungen 2016 Rennstrecken Der Große Preis von Deutschland kehrte in den Rennkalender zurück, nach einem Jahr Pause wurde wieder ein Rennen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ausgetragen. Ebenfalls kehrte der Große Preis von Europa in den Kalender zurück. Erstmals fand er in Aserbaidschan statt, das geographisch zu Vorderasien gehört. Das Rennen wurde in der Hauptstadt Baku auf dem neuen Baku City Circuit ausgetragen.

Außerdem änderten sich zwei Termine. Der bisher zu Beginn der Saison ausgetragene Große Preis von Malaysia wechselte in die zweite Saisonhälfte, der Große Preis von Russland wechselte vom Ende an den Anfang der europäischen Rennen.

Technisches Reglement Alle Fahrzeuge mussten mit bis zu zwei zusätzlichen Auspuffrohren ausgestattet sein, durch die die Abgase des Wastegate des Turboladers strömten. Hiermit sollte die geringere Lautstärke der 2014 eingeführten Turbomotoren erhöht werden, ohne dass die Leistung oder der Schadstoffausstoß der Motoren beeinflusst wurden. Im Gegensatz zum normalen Auspuffrohr war die Position der Wastegate-Auspuffrohre nicht reglementseitig festgelegt, so dass diese auch für aerodynamische Zwecke benutzt werden durften.

Die Seitenwände für den Cockpitschutz wurden zwei Zentimeter höher gezogen als im Vorjahr und überstanden dadurch strengere Crashtests.

Ein Motorenhersteller sollte nach ursprünglicher Planung sämtliche Teams nur noch mit einer einzigen Antriebsspezifikation ausrüsten dürfen. Damit wäre sowohl der Einsatz von Vorjahresmotoren, wie bei Manor im Jahr 2015, als auch der exklusive Einsatz von weiterentwickelten Motoren beim Werksteam des Motorenherstellers, wie bei Mercedes und Ferrari, verhindert worden. Der FIA-Weltrat entschied jedoch in seiner Sitzung am 2. Dezember 2015, Neuhomologationen von Antrieben aus dem Vorjahr zu ermöglichen.

Die Motorenhersteller durften in einem gewissen Rahmen Konstruktionsänderungen an den Antriebseinheiten vornehmen. Hierzu wurden den einzelnen Bestandteilen der Antriebseinheit sogenannte Token zugeordnet, die Summe aller Token betrug 66. Jeder Hersteller durfte 32 Token für Modifikationen zur Saison 2016 verwenden, dies entsprach rund 48 Prozent der gesamten Antriebseinheit, die überarbeitet werden durfte. Ursprünglich war für das Jahr 2016 eine Reduzierung auf 25 Token geplant, diese wurde aber verworfen, um den Motorenherstellern mehr Freiräume bei der Weiterentwicklung zu geben. Auch die Einfrierung der Weiterentwicklung mehrerer Einzelkomponenten der Motoren, die zur Saison in Kraft treten sollte, wurde aufgehoben.

Im Rahmen des Großen Preises von Australien gab die FIA bekannt, dass Ferrari neun, Mercedes 13, Honda 14 und Renault 25 Token bis zum Saisonauftakt ungenutzt ließen.

Ferrari wurde, genau wie Mercedes zuvor, gestattet, ein viertes Team mit Motoren zu beliefern. Reglementseitig waren maximal drei Teams erlaubt.

Auch bei Testfahrten mussten die Fahrzeuge jederzeit dem technischen Reglement entsprechen.

Die Kontrollmechanismen der FIA für die Nutzung von Windkanälen und CFD-Berechnungen der Teams wurden verbessert.

Reifenlieferant Pirelli stellte nun drei Reifenmischungen pro Rennwochenende bereit, wovon ein Fahrer im Rennen weiterhin zwei verschiedene Mischungen verwenden musste. Außerdem bekamen sämtliche Fahrer einen zusätzlichen Satz der weichsten Reifenmischung für den letzten Qualifying-Abschnitt zur Verfügung gestellt, der verwendet werden musste. Die Anzahl der Reifensätze pro Mischung durfte jedes Team selbst festlegen, insgesamt gab es 13 Sätze pro Fahrer, von jeder Reifenmischung musste mindestens ein Reifensatz gewählt werden. Die Reifenwahl für den jeweiligen Grand Prix außerhalb von Europa musste 14 Wochen vor dem Rennen übermittelt werden. Für alle Grands Prix in Europa genügte es, die Reifenwahl acht Wochen im Voraus zu übermitteln. Wenn die Frist versäumt wurde, entschied die FIA über die Reifenwahl.

Sportliches Reglement Die Strafen für den unplanmäßigen Wechsel von Motoren oder Getrieben wurden überarbeitet. Fand der Wechsel vor einem Qualifying statt, so war die Laufleistung der ausgetauschten Teile für die Höhe der Strafe maßgeblich. Falls ein Wechsel erst nach dem Qualifying stattfand, dann entschied der Zeitpunkt der Meldung des Austauschs bei der FIA über die Reihenfolge der Startaufstellung.

Falls ein Fahrer einen Startabbruch verursachte, musste er das Rennen nun aus der Boxengasse aufnehmen, unabhängig davon, ob er die Einführungsrunde bestritten hat oder nicht. Die gleiche Regelung galt für Rennunterbrechungen und für Fahrer, die mit ihren Fahrzeugen zurück zur Box gefahren waren.

Die Anzahl der Rennen pro Jahr wurde im Oktober 2015 auf mindestens acht und maximal 20 festgelegt. Dies widersprach jedoch dem zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Rennkalender, der 21 Rennen vorsah. Die Maximalanzahl wurde im Dezember 2015 vom FIA-Weltrat auf 21 erhöht.

Das Virtuelle Safety-Car (VSC) konnte nun auch im freien Training eingesetzt werden. Außerdem wurde das DRS nach dem Ende einer virtuellen Safety-Car-Phase im Rennen sofort freigegeben.

Der Funkverkehr wurde deutlich eingeschränkt. Die Fahrer durften über ein Problem ihres Wagens informiert werden, wenn ein Rennausfall drohte, Angaben zu technischen Einstellungen wurden verboten. Auch ein Boxenstopp durfte nur dann angekündigt werden, wenn er in der gleichen Runde erfolgte. Runden- und Sektorzeiten sowie die Reifenwahl von Konkurrenten sowie die eigene Reifenwahl beim folgenden Boxenstopp, und im Qualifying sogar die Abstände zum Vordermann durften ebenfalls nicht mehr übermittelt werden. Auch Hinweise auf das Einhalten der Streckenbegrenzung und die Anzahl der verbleibenden Runden waren verboten. Da mehrere Fahrer und Teamfunktionäre beklagten, dass die Einschränkungen zu weit gingen, lockerte die FIA die Beschränkungen am Morgen vor dem Großen Preis von Australien: Sowohl über die Boxenstopps und die Reifenwahl, auch die der Konkurrenten, durfte nun doch gesprochen werden.

Gut zwei Wochen vor Saisonbeginn beschloss der FIA-Weltrat, das Qualifyingformat zu überarbeiten. Nach wie vor wurde das Qualifying in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt (Q1) dauerte 16 Minuten. Nach sieben Minuten schied der langsamste Fahrer aus, wobei bei Ablauf der Zeit angefangene Runden nicht mehr gewertet werden durften. In Abständen von jeweils 90 Sekunden schieden anschließend weitere Fahrer aus, bis noch 15 Piloten übrig blieben. Diese bestritten dann den 15 Minuten langen, zweiten Qualifying-Abschnitt (Q2), wo nach sechs Minuten erneut Fahrer in Abständen von jeweils 90 Sekunden ausschieden. Im letzten Abschnitt (Q3), der 14 Minuten dauerte, traten die verbliebenen acht Fahrer gegeneinander an, auch hier schieden nach fünf Minuten die Fahrer in Intervallen von jeweils 90 Sekunden aus, bis 90 Sekunden vor dem Ende nur noch die beiden erstplatzierten Piloten übrig waren. Zunächst hatte Bernie Ecclestone eine Einführung des geänderten Qualifyingformats vor dem Großen Preis von Spanien Mitte Mai 2016 ausgeschlossen, da die benötigte Software nicht rechtzeitig entwickelt werden könne.

Nachdem sich das Qualifyingformat beim Saisonauftakt nach Meinung von Fahrern, Teamchefs, Medienvertretern und Fans als ungeeignet herausgestellt hatte, entschieden die Teamverantwortlichen noch vor dem Rennstart einstimmig, der Formel-1-Kommission zu empfehlen, ab dem Großen Preis von Bahrain wieder das Qualifyingformat der Vorsaison zu verwenden. Diese entschied am 24. März 2016 jedoch, das Qualifyingformat vorerst nicht zu verändern.

Nach dem Großen Preis von Bahrain sollte den Teams ein anderes Qualifyingformat zur Abstimmung gestellt werden, bei dem wieder nach den Regeln der Saison 2015 gefahren werden sollte. Jedoch sollten die beiden schnellsten Rundenzeiten eines Fahrers in jedem Abschnitt addiert werden. Die FIA wollte somit den Fahrbetrieb in den einzelnen Qualifying-Segmenten erhöhen. Die Teams lehnten diesen Vorschlag jedoch geschlossen ab. FIA und FOM gaben nach und schlugen am 7. April 2016 dem FIA-Weltrat vor, ab dem Großen Preis von China zum Modus von 2015 zurückzukehren. Dieser stimmte dem Vorschlag am 11. April zu.

Motorenlieferanten Renault kündigte im September 2015 an, nicht mehr als Motorenlieferant für Formel-1-Teams zur Verfügung zu stehen. Trotzdem standen Red Bull Racing und die Scuderia Toro Rosso weiterhin bei Renault als Motorenkunden unter Vertrag.

Während Red Bull im Dezember 2015 bekanntgab, 2016 mit Renault-Motoren, jedoch unter dem Namen TAG Heuer, an den Start zu gehen, wechselte Toro Rosso den Motorenhersteller und erhielt Vorjahresmotoren von Ferrari.

Im Oktober 2015 bestätigte Mercedes, das Manor-Team, das 2015 noch den Ferrari 059/3 mit Entwicklungsstand von 2014 eingesetzt hatte, für die Saison 2016 mit aktuellen Motoren zu beliefern.

Fahrer Romain Grosjean wechselte nach vier Jahren bei Lotus zu Neuling Haas. Sein Teamkollege war Esteban Gutiérrez, der nach einem Jahr als Testfahrer der Scuderia Ferrari als Stammfahrer in die Formel 1 zurückkehrte.

Jolyon Palmer gab 2016 bei Renault sein Debüt als Formel-1-Rennfahrer. Der GP2-Meister von 2014 war 2015 Testfahrer bei Lotus. Sein Teamkollege war Kevin Magnussen, der 2015 für McLaren an einem Grand Prix teilgenommen hatte.

Bei Manor debütierten zwei Formel-1-Neulinge: Zum einen Pascal Wehrlein, der 2015 mit HWA die DTM gewann und Formel-1-Testfahrer bei Mercedes war, zum anderen Rio Haryanto, der 2015 mit Campos Vierter der GP2-Serie wurde. Haryanto war der erste indonesische Formel-1-Fahrer.

Der Meister der GP2-Serie 2016, Stoffel Vandoorne, debütierte beim Großen Preis von Bahrain als Vertretung für den verletzten Fernando Alonso bei McLaren.

Alexander Rossi, der 2015 fünf Rennen für Manor absolviert hatte, verließ die Formel 1 und wechselte in die IndyCar Series, in der er ein Stammcockpit bei Andretti Autosport erhielt.

Roberto Merhi und Will Stevens, die 2015 ebenfalls für Manor in der Formel 1 fuhren, wechselten in die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft, in der sie für Manor Motorsport in der LMP2-Kategorie antraten.

Obwohl er einen gültigen Vertrag mit dem Lotus-Team besaß und bereits Mitte 2015 als Stammpilot für 2016 bestätigt wurde, gab Pastor Maldonado wenige Wochen vor Saisonbeginn über Twitter bekannt, die Saison 2016 nicht als Stammpilot für das Team zu bestreiten.

Nach dem Großen Preis von Russland entschieden Red Bull Racing und die Scuderia Toro Rosso, mit sofortiger Wirkung die Cockpits von Daniil Kwjat und Max Verstappen zu tauschen.

Nach dem Großen Preis von Deutschland verlor Haryanto sein Cockpit bei Manor, da es ihm nicht gelang, die vertraglich vereinbarten Sponsorengelder von 15 Millionen Euro für die gesamte Saison aufzutreiben. Sein Nachfolger wurde Esteban Ocon, der 2016 zuvor als Testfahrer für Mercedes und Renault aktiv war und für ART Grand Prix in der DTM fuhr. Ocon gewann im Vorjahr mit ART Grand Prix die GP3-Serie.

Teams Haas stieg mit Saisonbeginn in die Formel-1-Weltmeisterschaft ein. Damit nahm nach 29 Jahren Pause wieder ein US-amerikanisches Team an der Formel-1-Weltmeisterschaft teil, nachdem beim Großen Preis von Australien 1986 zuletzt ein Team Haas gemeldet war. Zwischen den beiden Haas-Rennställen bestand bis auf den Namen keine Verbindung: Das Team Haas aus den 1980er-Jahren gehörte dem Unternehmer Carl Haas, das Haas F1 Team wurde hingegen vom Unternehmer Gene Haas betrieben. Gene Haas ist ebenfalls Teilhaber des NASCAR-Teams Stewart Haas Racing.