Ghostbusters (vollständig Ghostbusters: Answer the Call) ist eine US-amerikanische Komödie und Neuverfilmung von Ghostbusters – Die Geisterjäger (1984). Katie Dippold schrieb das Drehbuch mit Paul Feig, der auch Regie führte. Die Hauptrollen spielen Kristen Wiig, Melissa McCarthy, Kate McKinnon und Leslie Jones.
Der US-amerikanische Kinostart war am 15. Juli 2016, in Deutschland kam der Film am 4. August 2016 in die Kinos. Regisseur Paul Feig und dem Fachblatt The Hollywood Reporter zufolge spielte der Film einen Verlust von 70 Millionen US-Dollar ein. Eine Fortsetzung sei nicht geplant. 2021 erschien mit Ghostbusters: Legacy eine Fortsetzung der Original-Filmreihe.
Handlung Erin Gilbert ist Doktor der Teilchenphysik und war vor Jahren Co-Autorin eines mit Dr. Abby Yates verfassten Buches über das Paranormale, das ihr inzwischen peinlich ist. Als die Existenz des Buches an ihrer Uni bekannt wird, weil Abby es auf Amazon vertreibt, verliert Erin ihre Stelle. Sie stellt Abby zur Rede, begibt sich aber dennoch zusammen mit ihr und der Ingenieurin Jillian Holtzmann zur Untersuchung einer Geistersichtung in das Haus Aldridge Mansion.
Auch die U-Bahn-Angestellte Patty Tolan sieht einen Geist und wendet sich an Erin und Abby. Zusammen mieten sich die vier Frauen ein Hauptquartier und engagieren den attraktiven, aber nicht besonders intelligenten Kevin als Sekretär. Nach dem erfolgreichen Geisterfang auf einem Rockkonzert wird das Quartett als Ghostbusters bekannt. Sie finden die Ursache der Geistererscheinungen in dem genialen Hausmeister Rowan, der glaubt, von allen Menschen schlecht behandelt zu werden. Als Rache hat er Geräte entwickelt, mit denen man Geister anziehen kann. Sein Ziel ist es, am Times Square im Keller des Mercado Hotels, in dem er arbeitet, ein Portal zur Geisterwelt zu öffnen. Als die Ghostbusters ihn und seine Portalmaschine dort aufspüren, tötet er sich selbst durch einen Stromschlag und die Maschine kann abgeschaltet werden. Der Bürgermeister dankt den Ghostbusters für ihren Einsatz, erklärt sie aber gegenüber der Öffentlichkeit zu Sensationsbetrügern.
Rowans Geist kehrt aus dem Jenseits zurück, besetzt zunächst Abby und anschließend Kevin und aktiviert die Maschine im Hotel, wodurch Unmengen von Geistern die Stadt heimsuchen. Er gibt Kevins Körper frei und erscheint schließlich in der haushohen Form des weißen Gespensts aus dem Ghostbusters-Logo. Die Ghostbusters können die Polarität des Portals schließlich umkehren, wodurch alle Geister und Rowan in das sich schließende Portal gesaugt werden, womit die Stadt gerettet ist.
Produktion Entstehung Ghostbusters – Die Geisterjäger von 1984 wurde fünf Jahre später mit Ghostbusters II fortgesetzt. Bill Murray war zuerst gegen die Fortsetzung, scherzte aber, man habe ihm letztlich zu viel Geld ins Gesicht gewinkt. Er schlug als Filmtitel „The Last of the Ghostbusters“ vor, damit kein dritter Teil mehr folgt.Ian Spelling: Bill Murray Ain’t Afraid of No Ghosts!, nachzulesen im Starlog magazine (Ausgabe 140, März 1989) Harold Ramis äußerte sich skeptisch zu Ghostbusters III, weil alle älter geworden und schwierig zu vereinen seien. Bill Murray warte nur auf den LKW mit der Ladung Geld, witzelte Ramis in einem Interview. Die beiden hatten nach Unstimmigkeiten bei den Dreharbeiten zu Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) nicht mehr zusammengearbeitet.
Ghostbusters gehörte zu dem Zeitpunkt Sony, Bill Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis und Ivan Reitman. Jeder konnte ein neues Projekt mit seinem Veto verhindern.
Dan Aykroyds Skript für Ghostbusters 3: Hellbent ließ die alten und neue Geisterjäger(innen) buchstäblich „zur Hölle fahren“, um den Teufel, einen Donald Trump ähnlichen Mogul, zu bekämpfen. Die Realisierung scheiterte 1999 aus KostengründenIGN FilmForce Exclusive: The Stax Report: Script Review of Ghostbusters 3: Hellbent! ign.com, 30. Juli 2002, abgerufen am 26. September 2015 und weil Bill Murray die Idee zu verrückt fand.
Seit 2008 arbeiteten Lee Eisenberg und Gene Stupnitsky an einem Drehbuch und ab 2012 Etan Cohen.Jeff Sneider: variety.com, 10. Juli 2012, abgerufen am 26. September 2015 Venkman sollte darin zum Geist werden und Donald (das Baby aus Ghostbusters II) die neuen Geisterjäger(innen) anführen. Bill Murray sagte erneut ab. Durch den Hackerangriff auf Sony Pictures Entertainment wurde bekannt, dass man ihn mit Rechtsmitteln umstimmen wollte.
In einer Übereinkunft verkauften alle ihre Anteile an Sony und beendeten so den 25-jährigen Stillstand in dem Franchise.
Nach dem Tod von Harold Ramis († 2014) verzichtete Ivan Reitman auf den Regieposten bei der geplanten Fortsetzung.Third Installment Of ‘Ghostbusters’ A Go For Early 2015; Death Of Pal Harold Ramis Prompts Ivan Reitman To Turn Over Directing Reins deadline.com, 18. März 2014, abgerufen am 26. September 2015 Max Landis war als neuer Drehbuchautor im Gespräch. In seinem Treatment führte die Tochter von Egon Spengler die neuen Ghostbusters an. Das Filmstudio entschied sich jedoch für Paul Feigs Idee einer Neuverfilmung mit ausschließlich weiblichen Geisterjägern. Ivan Reitman hatte andere Vorstellungen, ließ aber Paul Feig freie Hand.
Tom Rothman, Nachfolger der entlassenen Amy Pascal, kürzte im April 2015 das Budget von 169 Millionen US-Dollar auf 154 Millionen US-Dollar. Es gab viele Testscreenings, die zu vielen Änderungen führten. Laut Dan Aykroyd waren kostenintensive Nachdreharbeiten erforderlich, weil Paul Feig vorgeschlagene Szenen fälschlicherweise für unnötig hielt. Aykroyd gab sich später selbst die Schuld, als Produzent nicht eingegriffen zu haben.
Besetzung und Synchronisation Abby Yates Melissa McCarthy Anke Reitzenstein Erin Gilbert Kristen Wiig Katrin Fröhlich Patty Tolan Leslie Jones Peggy Sander Jillian Holtzmann Kate McKinnon Tanya Kahana Kevin Beckman Chris Hemsworth Tommy Morgenstern Agent Hawkins Michael K. Williams Thomas Petruo Agent Rorke Matt Walsh Peter Flechtner Bürgermeister Bradley Andy García Stephan Schwartz Dr. Filmore Charles Dance Friedhelm Ptok Ed Mulgrave Ed Begley junior Bodo Wolf Empfangsangestellte Annie Potts Philine Peters-Arnolds Graffitikünstler Nate Corddry Roland Wolf Martin Heiss Bill Murray Oliver Kalkofe Nachrichtensprecher Pat Kiernan Frank Röth Nachrichtensprecher Al Roker Bernhard Völger Onkel Bill Ernie Hudson Jürgen Kluckert Ozzy Osbourne Ozzy Osbourne Uwe Jellinek Rebecca Gorin Sigourney Weaver Karin Buchholz Rowan North Neil Casey Gerrit Schmidt-Foß Taxifahrer Dan Aykroyd Thomas Danneberg Tourguide Zach Woods Robin Kahnmeyer
Am 27. Januar 2015 twitterte Paul Feig ein Foto der Hauptdarstellerinnen: Kristen Wiig, Melissa McCarthy, Kate McKinnon und Leslie Jones. Die Wunschkandidatin Emma Stone hatte es abgelehnt mitzuspielen, weil sie ein Franchise als zu große Verpflichtung empfand. Jennifer Lawrence musste aufgrund der Dreharbeiten zu X-Men: Apocalypse absagen.
Paul Feig hatte bereits bei den Filmen Brautalarm, Taffe Mädels und Spy – Susan Cooper Undercover mit Melissa McCarthy und Kristen Wiig als Hauptdarstellerinnen gearbeitet.
Aus den Originalfilmen haben Bill Murray, Dan Aykroyd, Sigourney Weaver, Ernie Hudson und Annie Potts Gastauftritte, aber nicht in ihren alten Rollen. Rick Moranis sagte, ein Auftritt ergebe für ihn keinen Sinn, und verzichtete. Bill Murray spielt den Skeptiker Dr. Martin Heiss, den ein Drachengeist aus dem Fenster stößt. Annie Potts beantwortet als unfreundliche Hotelangestellte das Telefon. Dan Aykroyd sagt als Taxifahrer den bekannten Ausspruch „I ain’t afraid of no ghosts!“. Der Besitzer des Leichenwagens und Onkel von Patty Tolan ist Ernie Hudson. Sigourney Weaver ist Rebecca Gorin, die Mentorin von Jillian Holtzmann. Robin Shelby (steckte für Ghostbusters II im Kostüm von Slimer) spricht den weiblichen Slimer. Harold Ramis taucht in Form einer bronzenen Büste im Hintergrund in der Universität auf.
Die deutsche Synchronisation übernahm die Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke. Die Dialogregie stammte von Elisabeth von Molo. Das Dialogbuch schrieb Tobias Neumann, und es wurde von Oliver Kalkofe überarbeitet. Annie Potts, Dan Aykroyd und Ernie Hudson haben ihre selben deutschen Synchronsprecher wie in Ghostbusters – Die Geisterjäger (1984) und Ghostbusters II (1989). Arne Elsholtz, die Stimme von Bill Murray und verantwortlich für das Synchronbuch und die Dialogregie beider Ghostbusters-Filme, war im April 2016 verstorben.
Dreharbeiten Die Dreharbeiten unter dem Codenamen „Flapjack“ begannen am 17. Juni 2015 in Boston und endeten am 19. September 2015 in New York City.
Musik Das Titellied wurde von Fall Out Boy und Missy Elliott in einer Neuversion gesungen, stieß aber auf größtenteils vernichtende Reaktionen: Das Time Magazine etwa fand die Version „nightmare-inducing“ (Albtraum auslösend), und die Los Angeles Times beschrieb das Lied als „hauntingly bad“ (gespenstisch schlecht). Der Sänger des Originals, Ray Parker, Jr., bedauerte, dass man ihn nicht angerufen habe, und enthielt sich einer Bewertung.
5 Seconds of Summer sangen dazu das Lied Girls Talk Boys. Das Musikvideo basiert auf dem Film, doch der Song wird im Film nur drei Sekunden lang gespielt.
Zayn Malik, ehemaliges Mitglied der Boyband One Direction, sang einen Song names wHo für den Ghostbusters-Soundtrack.
Veröffentlichung und Auswertung Der Kinostart, der für den 22. Juli 2016 angekündigt war, wurde später auf den 15. Juli 2016 vorverlegt. Der deutsche Kinostart wurde vom 28. Juli 2016 auf den 4. August 2016 verschoben. Am 13. Februar 2016 führte ein versteckter Link (bit.ly/000917) in Paul Feigs Twitterprofilbild zum ersten Teaser-Trailer, der die Trailer-Premiere für den 3. März 2016 ankündigte. Am 9. März 2016 wurden internationale Trailer veröffentlicht. Nach den negativen Reaktionen auf YouTube – siehe Kontroverse im Vorfeld – wurde der zweite Trailer am 18. Mai 2016 (international zwei Tage später) nur auf anderen Plattformen wie Facebook veröffentlicht. Weitere Einblicke gab es ab dem Ghostbusters-Day am 8. Juni, dem Tag der Kino-Premiere des ersten Ghostbusters-Films.
Der Film erschien auch in 3D und im IMAX-Format und hat am ersten Wochenende 46 Millionen US-Dollar eingenommen. Damit startete er (inflationsbereinigt) schwächer als der letzte Film von 1989. In der zweiten Woche brachen die Einnahmen stark ein. Weltweit wurden 228 Millionen US-Dollar eingespielt. Die Gewinnschwelle liegt bei 300 bis 500 Millionen US-Dollar. Die vermuteten Ursachen für dieses Einspielergebnis seien die heftigen Gegenreaktionen in den sozialen Medien, der zunehmende Publikumswiderstand gegen Fortsetzungen und Neuverfilmungen sowie das Aufführungsverbot in China.
Die deutsche Erstausstrahlung im Free-TV erzielte am 3. März 2019 magere Einschaltquoten.
Rezeption Kontroverse im Vorfeld Bereits die Ankündigung, dass Paul Feig anstelle der lange geplanten Fortsetzung eine Neuverfilmung mit weiblicher Besetzung durchgesetzt hatte, löste im Internet einen teilweise frauenfeindlichen Shitstorm aus. Unter anderem wurde kritisiert, dass Feigs vorangegangene Filme ein überwiegend weibliches Publikum gehabt hätten, während die Zielgruppen der Ghostbusters-Filme in erster Linie Kinder und Familien gewesen seien. Sein vulgärer Humor passe nicht zum Ton der Ghostbusters-Filme. Eine im April 2015 geleakte Zusammenfassung der Handlung wurde als „lazy treatment for a treasured property“ (träge Aufbereitung eines geschätzten Guts) bezeichnet. Auf Twitter beschimpfte der Regisseur daraufhin alle Kritiker. Zum Teil wurde unabhängig vom Inhalt der geäußerten Kritik Misogynie und Sexismus unterstellt.