mini|hochkant=1.37|Stolpersteine in Steyr Die Liste der Stolpersteine in Oberösterreich enthält die Stolpersteine, die im österreichischen Bundesland Oberösterreich verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig konzipiert und verlegt. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.
Nur sieben der 31 verlegten Steine betreffen die größte Opfergruppe, Menschen jüdischen Glaubens oder Herkunft: drei Frauen aus Wels und vier Mitglieder der Familie Baumann in Aigen im Mühlkreis. Darüber hinaus wurden Opfer aus politischen Gründen, eine Reihe von ermordeten Roma und Sinti, eine Zeugin Jehovas und drei Vertreter des katholischen Widerstands gewürdigt, darunter der später seliggesprochene Franz Jägerstätter.
Einer der verlegten Steine ist zu einem unbekannten Zeitpunkt verschwunden.
Verlegte Stolpersteine Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Aigen-Schlägl In der Marktgemeinde Aigen-Schlägl wurden vier Stolpersteine an einer Adresse verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEELISABETH BAUMANNGEB. MÜLLERJG. 1884VERZOGEN NACH WIENDEPORTIERT 1941OPOLEERMORDET 1942 Kirchengasse 3 , geb. Müller (geboren am 28. April 1884 in Aigen), war die Tochter von Moritz Müller (1854–1942) und Sabine Müller geb. Zalud (1857–1928). Sie heiratete Isidor Baumann, das Paar hatte vier Söhne: Hans, Ernst, Rudolf und Karl. Ihr letzter dort bekannter Wohnsitz war in der Porzellangasse. Am 15. Februar 1941 wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann ins Ghetto Opole Lubelskie deportiert. Sie hat die Zeit des Nationalsozialismus nicht überlebt, ebenso wie ihr Ehemann Isidor und ihre Söhne Hans und Karl.DÖW: , abgerufen am 1. Juni 2017 120px HIER WOHNTEHANS BAUMANNJG. 1905DEPORTIERT 1938DACHAUNISKOERMORDET 1941 Kirchengasse 3 , eigentlich Johann Baumann (geboren am 17. Dezember 1905 in Wien), war der Sohn von Elisabeth und Isidor Baumann. Er erlebte in Aigen im Mühlkreis mit drei jüngeren Brüdern eine glückliche Jugend. Er heiratete Paula geb. Laus (geboren 1910), eine Katholikin, und übernahm das Geschäft seiner Eltern in Aigen. Hans und Paula bekamen zwei Töchter: Johanna (1932) und Elfriede (1933). Baumann hatte sich voll und ganz assimiliert, war aktives Mitglied der Gemeinde, an der Gründung der lokalen Rettung maßgeblich beteiligt und engagierte sich bei der Feuerwehr. Während der Novemberpogrome 1938 wurde sein Geschäft von Nationalsozialisten mit der Aufschrift „Nur ein Schwein kauft bei einem Juden ein“ beschmiert. Als er die Parole entfernte, wurde er verhaftet, kam ins KZ Dachau und kehrte im März 1939 mit schweren Erfrierungen zu seiner Familie zurück. Er wurde gezwungen, nach Wien zu übersiedeln, während seine Frau das Geschäft weiterführte. Am 20. Oktober 1939 wurde er ins polnische Nisko zwangsausgesiedelt, konnte dort den Nazis entfliehen, gelangte nach Lemberg, wurde von den Sowjets nach Archangelsk in den Nordwesten Russlands verschleppt, wo er im September 1941 an Erschöpfung verstarb. 120px HIER WOHNTEISIDOR BAUMANNJG. 1872VERZOGEN NACH WIENDEPORTIERT 1941OPOLEERMORDET 1942 Kirchengasse 3 (geboren am 13. Oktober 1872 in Zawalów, Galizien) war der Sohn von Anna Baumann, geb. Kupferschmied, (1858–1925) und Heinrich Baumann (geboren in Brezezan; gestorben 1914 in Berlin). Mit seiner Frau Elisabeth hatte er vier Söhne, Hans, Ernst, Rudolf und Karl. Isidor Baumanns letzter bekannter Wohnsitz in Wien war in der Porzellangasse im Alsergrund. Am 15. Februar 1941 wurde er gemeinsam mit seiner Frau ins Ghetto Opole Lubelskie deportiert. Er hat die Zeit des Nationalsozialismus nicht überlebt, ebenso wie seine Frau und zumindest zwei seiner Söhne. 120px HIER WOHNTEKARL BAUMANNJG. 1912VERZOGEN NACH PRAGDEPORTIERT 1942THERESIENSTADTTREBLINKAERMORDET 1942 Kirchengasse 3 (geboren am 4. Dezember 1912 in Aigen) lebte ab 1932 in Prag. Er war der Sohn von Elisabeth und Isidor Baumann und einer der Brüder von Hans Baumann. Seine Eltern und sein Bruder Hans wurden alle vom NS-Regime ermordet. Sein Bruder Ernst Baumann (1907–1971) konnte rechtzeitig nach Palästina emigrieren, das Schicksal eines weiteren Bruders, Rudolf Baumann, ist ungeklärt. Von Prag aus wurde er im Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, von dort im Oktober 1942 ins Vernichtungslager Treblinka. Karl Baumann wurde noch vor Jahresende ein Opfer der Shoah.
Altheim In der Stadtgemeinde Altheim wurde bisher ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEENGELBERT WENGERJG. 1909WEGEN'WEHRKRAFTZERSETZUNG'HINGERICHTET 11.4.1943IN NORWEGEN Waghamerstraße 39 (geboren am 30. Oktober 1909 im Altheimer Ortsteil St. Laurenz) wurde wegen „Wehrkraftzersetzung“ am 11. April 1943 in Röa bei Oslo (Norwegen) hingerichtet.
Braunau am Inn In der Stadtgemeinde Braunau am Inn wurden vier Stolpersteine an vier Adressen verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben120px HIER WOHNTEFRANZ AMBERGERJG. 1887HINGERICHTET 12.2.1943MÜNCHEN-STADELHEIM Laabstraße 75 (geboren am 10. August 1887 in Mining) war ein Eisenbahner aus Braunau und Kommunist. Er wurde am 12. Februar 1943 in der Haftanstalt München-Stadelheim hingerichtet. Insgesamt wurden in dieser Haftanstalt während des NS-Regimes insgesamt 1.035 Männer und Frauen hingerichtet.120px HIER WOHNTEMICHAEL NIMMERFAHLJG. 1882GESTAPOHAFT 8.10.1943IN LINZERMORDET Laabstraße 42(vorm. Laab 1) war ein Tischlergehilfe aus Braunau. Er wurde wegen anti-deutscher bzw. anti-preußischer Äußerungen beim NS-Kreisleiter Fritz Reithofer denunziert, am 7. Oktober 1943 verhaftet und am Tag darauf der Gestapo Linz überstellt. Obwohl er am 12. August 1944 vom Volksgerichtshof freigesprochen wurde, wurde er dennoch in verschiedenen Gefängnissen festgehalten. Seit Februar 1945 gilt er als verschollen, im Jahr 1948 wurde er amtlich für tot erklärt. 120px HIER WOHNTEANNA SAXZEUGIN JEHOVAJG. 1887RAVENSBRÜCKTOT 15.6.1942 Linzerstraße 36 (auch: Sachs) stammte aus Mattighofen und zählte zu einer Braunauer Gruppe von Zeugen Jehovas. Sie wurde am 4. April 1939 verhaftet und von der Gestapo Linz erkennungsdienstlich behandelt und verhört. Es folgte die Deportation ins KZ Ravensbrück. Im Rahmen der Tötungsaktion 14f13 wurde sie in die Tötungsanstalt Bernburg in Bernburg an der Saale verlegt und dort am 15. Juni 1942 in der Gaskammer ermordet. 120px HIER WOHNTEADOLF WENGERJG. 1893KZ MAUTHAUSENERMORDET 7.4.1944 Laabstraße 51 (geboren am 4. März 1893 in Braunau am Inn) war Eisenbahner und Sozialist. Er wurde mit dem Vorwurf verhaftet, er habe gemeinsam mit Josef Angsüsser und Josef Seeburger versucht, in Braunau eine KP-Gruppe aufzuziehen, und er habe Mitgliedsbeiträge eingesammelt. Wenger und Seeburger bestritten eine Verbindung zur KPÖ. Trotzdem wurden alle drei am 15. Oktober 1942 am OLG Wien zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Wenger kam ins KZ Mauthausen, wo er am 7. April 1944 auf ungeklärte Weise ums Leben kam. In Braunau wurde eine während des NS-Regimes nach Günther Prien benannte Straße nach Adolf Wenger umbenannt.
Haigermoos In Weyer, einem Ort der Gemeinde Haigermoos wurden insgesamt acht Stolpersteine an einer Stelle verlegt, bei einem der Stolpersteine handelt es sich um einen Kopfstein.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px MARIA DANIELJG. 1935GEB. IN EGGERDING'HERZKOLLAPS'TOT 27.5.1941IM LAGER Frankinger Landesstraße, Abzweig Straße Haigermoos wurde 1935 in Eggerding geboren. Sie starb 1941 im Alter von nur fünf Jahren im Lager Weyer, offiziell an einem Herzkollaps. Anhand der Aufzeichnungen des Lagerarztes ließ sich jedoch feststellen, dass die Todesursache eine unbehandelte kruppöse Lungenentzündung war. 120px EDUARD DEMESTRAJG. 1941GEB. IM LAGERDEPORTIERT 4.11.1941TOT 1941/42 INŁODZ/CHELMNO Frankinger Landesstraße, Abzweig Straße Haigermoos wurde 1941 im Lager Weyer geboren, am 4. November 1941 erfolgte seine Deportation. Im Jahre 1941 oder 1942 im Ghetto Łódź umgekommen. 120px RUDOLF HAASJG. 1941GEB. IM LAGER'LEBENSSCHWÄCHE'TOT 5.5.1941IM LAGER Frankinger Landesstraße, Abzweig Straße Haigermoos wurde 1941 im Lager Weyer geboren und starb an „Lebensschwäche“ am 5. Mai 1941. 120px MARIA HELDJG. 1941GEB. IM LAGERDEPORTIERT 4.11.1941TOT 1941/42 INŁODZ/CHELMNO Frankinger Landesstraße, Abzweig Straße Haigermoos wurde 1941 im Lager Weyer geboren, am 4. November 1941 erfolgte ihre Deportation. Im Jahre 1941 oder 1942 im Ghetto Łódź umgekommen. 120px KONRADKERNDLBACHERJG. 1941GEB. IM LAGERDEPORTIERT 4.11.1941TOT 1941/42 INŁODZ/CHELMNO Frankinger Landesstraße, Abzweig Straße Haigermoos wurde 1941 im Lager Weyer geboren, am 4. November 1941 erfolgte seine Deportation. Im Jahre 1941 oder 1942 im Ghetto Łódź umgekommen. 22 Mitglieder der Familie Kerndlbacher sind über Weyer in den Tod geschickt worden. 120px MARIA LEIMBERGERJG. 1941GEB. IM LAGERDEPORTIERT 4.11.1941TOT 1941/42 INŁODZ/CHELMNO Frankinger Landesstraße, Abzweig Straße Haigermoos wurde 1941 im Lager Weyer geboren. Sie war Rumänin. Am 4. November 1941 erfolgte ihre Deportation ins Ghetto Łódź. Am 16. Januar 1942 begannen die Nazis den „Zigeunerabschnitt“ im Ghetto zu räumen, die Menschen wurden ins Vernichtungslager Chelmno gebracht und dort ermordet; darunter war auch die erst wenige Monate alte Maria Leimberger.http://porrajmostebisterdontumareanava.blogspot.de/2012_05_01_archive.html 120px 1940 - 1941LAGER WEYER'ARBEITSERZIEHUNGSLAGER''ZIGEUNERANHALTELAGER' Frankinger Landesstraße, Abzweig Straße Haigermoos Von Juni 1940 bis November 1941 bestand das Lager Weyer. Es fungierte zuerst als Arbeitserziehungslager und wurde später zum Zigeuneranhaltelager des Reichsgaues Oberdonau umfunktioniert. Männliche Internierte wurden als Zwangsarbeiter zur Regulierung der Moosach eingesetzt. Hier und im Lager kam zum Teil durch Folterungen eine unbekannte Anzahl von Menschen ums Leben, acht Fälle konnten rekonstruiert werden. Über 300 nach Schließungen des Lagers Weyer ins Ghetto Łódź deportierte, meist oberösterreichische Sinti und Roma wurden dort ermordet. 120px HIER WARENETWA 500 MENSCHENINTERNIERTMEHR ALS 300 SINDERMORDET WORDEN Frankinger Landesstraße, Abzweig Straße Haigermoos
Hochburg-Ach In der Gemeinde Hochburg-Ach wurde bisher ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEJOHANNKERNDLBACHERSINTOJG. 1895LAGER WEYERDEPORTIERT ŁODZTOT 7.1.1942 Holzgassen 27 (geboren 1895) gehörte der Volksgruppe der Sinti an. Er war im Lager Weyer interniert. Er starb am 7. Jänner 1942 im Ghetto Łódź.
Maria Schmolln In Maria Schmolln wurde bisher ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEFRANZISKANERLUDWIG SEREAPHIMBINDERJG. 1881KZ DACHAUERMORDET 16.2.1945 Maria Schmolln 2 (geboren am 28. April 1881 in Unterminathal) war Pater der Franziskaner. Er wurde am 16. Februar 1945 im KZ Dachau ermordet.
Moosdorf In der Gemeinde Moosdorf wurden bisher zwei Stolpersteine an zwei Adressen verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEJOHANN LENZJG. 1899GESTAPOHAFTBERLIN-MOABITHINGERICHTET 1.2.1943 Hackenbuch 4 (geboren am 21. Dezember 1899 in Bürmoos) war Hilfsarbeiter und Kommunist. Er ist am 1. Februar 1943 in der Untersuchungshaft in der Haftanstalt Berlin-Moabit oder im KZ Dachau (Quelle: DÖW) verstorben. 120px HIER WOHNTEJOSEF WEBERJG. 1908STRAFBATAILLONTOT 13.2.1945 Hackenbuch 6 (geboren 1908) war Hilfsarbeiter und Kommunist. Er ist am 13. Februar 1945 in einer Strafkompanie gefallen.
St. Radegund In der Gemeinde St. Radegund wurde bisher ein Stolperstein verlegt.