Die Liste der Stolpersteine in Düsseldorf enthält möglichst alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in Düsseldorf verlegt wurden. Mit ihnen soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Düsseldorf lebten und wirkten. Seit dem 27. Mai 2003 wurden bislang 413 Stolpersteine verlegt (Stand Mai 2025).(…)„Die in der Millrather Straße sind die Steine 411 bis 413 im Stadtgebiet“. Ralph Kohkemper: ‘‘Gedächtnisarbeit im Straßenpflaster‘‘, Rheinische Post vom 7. Mai 2025Mahn- und Gedenkstätte. Zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus: „22 weitere Stolpersteine in Düsseldorf. Insgesamt gibt es damit 372 Stolpersteine im gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet.“ auf Pressedienst duesseldorf.de, vom 24. August 2021 Wissenschaftlich und organisatorisch wird das Projekt vom Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf betreut.Das Stolperstein-Projekt in Düsseldorf. Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e. V.; abgerufen am 14. Juli 2017. Seit August 2023 gibt die Mahn- und Gedenkstätte auch online Einblick in die Biografien der Menschen.Stolpersteine in Düsseldorf finden

Verlegte Stolpersteine Stadtbezirk 1 Altstadt Bild AdresseVerlegedatum Person, Inschrift Anmerkung 140px|Stolperstein Düsseldorf 1 Altstadt, Marktplatz 6a, Ernst Selbiger Marktplatz 6a140px2019140pxMarktplatz mit Apotheke 1909 Hier wohnteErnst SelbigerJg. 1865deportiert 1942Theresienstadtermordet 21.9.1942Treblinka Ernst Selbiger (geb. 8. April 1865) erwarb 1909 die KonzessionApotheker Ernst Selbiger ist zur Fortführung der von ihm käuflich erworbenen Biermann’schen Apotheke in Düsseldorf die Konzession erteilt. in Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf, Jahrgang 1909. S. 296 für die Rathaus-Apotheke am Marktplatz 7 und wurde deren Eigentümer.Ernst Selbiger Rathaus-Apotheke u. Rathaus-Drogerie (Ernst Selbiger, Apotheker), Marktplatz 7, in Adreßbuch für Düsseldorf Stadt und Umgebung, Handelsregister, 1932, S. 586 Er wurde mit insgesamt 965 Mitbürgern am 21. Juli 1942 mit dem Transport VII/1 Nr. 759 nach Ghetto Theresienstadt deportiert. Zwei Monate später, am 19. September 1942, verließ der Sonderzug Bp Nr. 283 Theresienstadt und erreichte das Vernichtungslager Treblinka am 21. September 1942, was für 2000 Menschen den Tod bedeutete.Ernst Selbiger, auf Opferdatenbank Holocaust.cz140px|Stolpersteine Simon und Rosa Estera Klarmann, Marktstraße 11, Düsseldorf Marktstraße 11 (heute Marktstraße 6 c)140px 2021140px Marktstraße 13 und 11 um 1909 Hier wohnteSimon KlarmannJg. 1900Polenaktion 1938Bentschen / ZbaszynRückkehr DüsseldorfFlucht 1939 HollandDeportiert Gross-Rosenermordet 23.2.1942 Der Kaufmann Simon Klarmann (geb. am 10. April 1900 in Łańcut) und Ehefrau Rosa Estera (geb. Berger, am 18. Juli 1898 in Żółkiew), kamen in den 1920er Jahren nach Düsseldorf, lebten mit ihren drei Kindern, eine Tochter und zwei Söhne, in der Marktstraße 11. Dort führten sie gemeinsam ein Geschäft für Stoffe und Schneidereibedarfsartikel – dieses unter dem Namen Simon.Marktstraße 11, E Books, Franz, Damenputz, U u.1; Reich, Rosel, Textilwaren, U, – Simon, Kaufmann U u. 1. Adressbuch der Stadt Düsseldorf 1938, S. 336 (uni-duesseldorf.de) Mit der Polenaktion wurde die Familie 1938 in ihrer Wohnung von der Polizei abgeholt und an die deutsch-polnische Grenze nach Zbąszyń abgeschoben. Während seiner befristeten Rückkehr nach Deutschland begann der Zweite Weltkrieg, sodass Simon Klarmann nach Holland floh. Er wurde verhaftet und im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Simon Klarmann starb am 23. Februar 1942 im KZ Groß-Rosen. Rosa Estera Klarmann war mit den Kindern nach Polen gelangt. Rosa Estera lebte zunächst in Krakau, später in Tarnow. Ihr Schicksal ist unbekannt. Die Kinder hatte Simon Klarmann mit einem Kindertransport nach England gerettet. Die Patenschaft der Stolpersteine für Rosa Estera und Simon Klarmann übernahm der Urenkel Benjamin Klarmann. Sie wurden am 24. August 2021 verlegt.Zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus: 22 weitere Stolpersteine in Düsseldorf: Rosa Estera und Simon Klarmann youtube.com Hier wohnteRosa Estera Klarmanngeb. BergerJg. 1898Polenaktion 1938Bentschen / ZbaszynSchicksal unbekannt 157x157px|Stolperstein Düsseldorf 1 Altstadt Ratinger Straße 23 Willi Schneider Ratinger Straße 23140px2017 Hier wohnteWilli SchneiderJg. 1904verhaftet 1934 Sachsenhausenermordet 14.5.1942 Der gebürtige Düsseldorfer Willi Schneider war bis Mitte 1933 Arbeiter im städtischen Fuhrpark und Mitglied im dortigen Betriebsrat. Er lebte gemeinsam mit seiner älteren Schwester Therese in der Altstadt. Am 21. September 1934 wurde er festgenommen und war bis zum 2. Oktober im Polizeigefängnis Düsseldorf inhaftiert. Ihm und seiner Schwester wurde vorgeworfen, Mitglieder der KPD zu sein und für diese Mitgliederbeiträge kassiert zu haben. Willi Schneider soll zudem eine wichtige Rolle in der Roten Gewerkschafts-Opposition (RGO) innegehabt haben.

Am 8. März 1935 wurde Schneider in einem Prozess mit 67 Mitangeklagten vom II. Senat des Oberlandesgerichts Hamm wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sieben Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Seine Schwester war ebenfalls angeklagt und wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Willi Schneider verbüßte seine Strafe bis März 1941 zunächst im KZ Aschendorfer Moor und dann in der Haftanstalt Vechta. Anschließend wurde er in „Schutzhaft“ genommen und in das KZ Sachsenhausen deportiert, wo er am 14. Mai 1942 starb. 186x186px|Stolperstein Düsseldorf 1 Altstadt Ursulinengasse 7 Karl Jung Ursulinengasse 7140px2015 Hier wohnteKarl JungJg. 1912interniert 1939Gurstot 20.2.1943 inDachau Der Hotelangestellte Philipp Karl Jung, geboren am 17. April 1912 in Düsseldorf und evangelisch getauft, war der Sohn des Johann Ludwig Jung und der Anna Huberta Helena Jung, geborene Rütter. Karl Jung war verheiratet mit Mercedes, eine geborene Gill-Sans. 1939 wurde er in das Lager Gurs interniert und anschließend von dort deportiert. Er verstarb im Konzentrationslager Dachau am 20. Februar 1943 während der dortigen der Typhus-Epidemie.Sterbeurkunde Dachau: Karl Jung, auf arolsen-archives.org 157x157px|Stolperstein Düsseldorf 1 Altstadt Ursulinengasse 9 Johann Wilhelm Adloff Ursulinengasse 9 27. Januar 2013140px2015 Hier wohnteJohann Wilhelm AdloffJg. 1902seit 1921 Aufenthaltin verschiedenen Heilanstalten'verlegt’ 21.2.1941Heilanstalt Bernburgermordet 21.2.1941Aktion T4 Wilhelm Adloff arbeitete Anfang der 1920er Jahre als „Botenmeister“, Beamter der den Gerichtsboten vorsteht, und wohnte Altestadt 6.Adloff, Wilhelm, Botenmstr., Altestadt 6/II. in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, 1920, S. 88 Mitte der 1920er Jahre zog er in die Ursulinengasse 9, wechselte den Beruf zum „Gartenaufseher“,Adloff, Wilhelm, Gartenaufseher, Ursulinengasse 9/2. Etage, in Adreßbuch für Düsseldorf, 1931, S. 4 das heißt, er diente als Knecht des Gärtners der Kleingartenanlage der anliegenden Schule, und im Jahre 1931, 29 Jahre alt, wurde er zum Frührentner. Johann Wilhelm Adloff wurde am 21. Februar 1941 in der Gaskammer der Tötungsanstalt Bernburg ermordet. 140px|Stolperstein Düsseldorf 1 Altstadt Wallstraße 3 Auguste Gitta Atlas Wallstraße 3140px140px 2018 Hier wohnteLiebe Aromgeb. WeisblumJg. 1898Flucht 1939 BelgienFrankreichInterniert DrancyDeportiert 1942ermordet in Auschwitz Liba Lila Arom, Tochter des Elimelekh Veisblum, wurde am 11. April 1898 in Leżajsk, Polen geboren und war mit David, Sohn von Asher und Rakhel Arom, verheiratet. David Arom war am 1. Dezember 1897 in Osiek in Polen geboren und von Beruf Vertreter. Er lebte mit seiner Familie vor dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf. Flohen 1939 nach Belgien, kamen nach Frankreich zuerst in das Internierungslager von Brens, wurden als ausländischer Juden in das Lager von Rivesaltes interniert, von dort über das Sammellager Drancy (bei Paris) in das NS-Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet; so lautet die Quelle dieser Informationen auf den Gedenkblättern, eingereicht vom überlebenden Sohn Eli Arom.Liba Arom, Datensatz 1275117, Yad Vashem - Gedenkblätter Sammlung, auf yadvashem.orgDavid Arom, Datensatz 1275116, Yad Vashem - Gedenkblätter Sammlung, auf yadvashem.org 140px|Stolperstein Düsseldorf 1 Altstadt Wallstraße 3 Szaje Oswald Atlas Hier wohnteDavid AromJg. 1897Flucht 1939 BelgienFrankreichInterniert DrancyDeportiert 1942ermordet in Auschwitz

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