mini|Stammwappen derer von Milckau im Wappenbuch des Westfälischen Adels (mit rot koloriertem Stab).
Milkau (Milckau) ist der Name eines meißnisch-osterländischen Adelsgeschlechts.Linda Wenke Bönisch: Universitäten und Fürstenschulen zwischen Krieg und Frieden: Eine Matrikeluntersuchung zur mitteldeutschen Bildungslandschaft im konfessionellen Zeitalter (1563–1650). Zugleich Diss. Univ. Leipzig, 1. Auflage (Druck / 2. Auflage-E-Book-PDF), Epubli, Berlin 2013, S. 279. Das Geschlecht gehörte zum Meißnischer Uradel mit gleichnamigem Stammhaus in Milkau bei Rochlitz.Cesarius de Milecowe 1233 urkundlich (Stiftungsurk. d. Klosters Geringswalde) zuerst erscheint und im Lehensbuch d. Markgrafen Friedrich des Ernsthaften v. Meißen 1348/49 urkundl. (ebd. B1.17/27) Die Namensschreibweise wechselte zwischen Milikau, Myllekaw, Mylka, Melkow, de Mi(e)lcowe, Milkaw, Milckau und Milkau.Christoph Franke et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band IX (Met-Oe), Band 116 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1998, S. 69 f. Sowie zwischen Milckaw, Mölckau, und sehr alten Formen, wie: Milkowe, Mylkaw, de Milik.
Geschichte mini|Rittergut Kleinmilkau (um 1860).Kleinmilkau, In: G. A. Poenicke (Hrsg.) F. Heise (Zeichnungen): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Section I: Leipziger Kreis. Selbstverlag, Leipzig 1860, S. 209 f.
Das alte meissensche Adelsgeschlecht besaß schon 1329 Groß- und Kleinmilkau als Stammsitz.
Der Name könnte vom polnischen Landgut Milckow stammen, von da an das schlesische Schloss Milckow gelangt sein. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einem Brief von Hermann von Milckau an den Markgraf Friedrich zu Meissen. Die tatsächliche Herkunft ist anhand von Dokumenten nicht nachweisbar, so stellt die Herkunft aus Polen nur eine Möglichkeit dar, bei Valentin König und anderen Quelle wird auch eine Herkunft aus Ungarn vermutet.
Richard von Mansberg teilt die Familie von Milkau in der frühen Zeit in zwei Linien auf. Erstens: Obere Linie: Groß- und Klein· Milkau bei Rochlitz und zweitens: Untere Linie: Melkau (Mölkau) bei Leipzig. Der familiäre Zusammenhang wird nicht von ihm aufgezeigt. Die letzte Regeste im Werk von Mansberg zur Unteren Linie stammt aus dem Jahre 1559: „Nickel v. M. (Lossa 23. Januar) antwortet dem Briefe des Schössers mit dem Bemerken, dass er ausführlichen Bericht sende.“Richard Freiherr von Mansberg: Erbmanschaft wettinischer Lande. Band 1: Das Osterland, Verlag Wilhelm Baensch, Dresden 1903, S. 328. Die beiden Linien sind miteinander verwandt, da in der Regeste von 1557 bzgl. Joachim von Milkau aus der Oberen Linie in Bezug auf Nickel v. M. aus der Unteren Linie von Agnaten gesprochen wird.Richard Freiherr von Mansberg: Erbmanschaft wettinischer Lande. Band 1: Das Osterland, Verlag Wilhelm Baensch, Dresden 1903, S. 323. Wann es zur Aufteilung zwischen Groß- und Kleinmilkau kam, ist nicht bekannt. Es muss nach Vorlage der Regesten vor 1400 geschehen sein. Die Linie Großmilkau starb mit Moritz Joachim von Milckau ca. 1683 aus. Er hatte aus wirtschaftlichen Gründen auf das Rittergut Großmilkau verzichtet, welches ein Vetter George Wilhelm von Milckau aus der Linie Kleinnmilkau käuflich erwarb und somit der Stammsitz bis zum Verkauf 1803 an Moritz Carl Christoph von Arnim im Besitz der Familie aus der Kleinmilkauer Linie blieb. Von der Linie Großmilkau trennte sich im 17. Jahrhundert die Linie Gepülzig ab. Aus der wiederum die Linie zu Altenschönfels und Dallwitz entstammte. Während die Linie Altenschönfels schon nach 4 Generation im männlichen Stamm verstarb, blieb die Dallwitzer Linie die am längsten existierende männliche Linie. Sie erlosch mit dem Tod von Erich von Milkau in den letzten Kriegstagen 1945. Aus der Linie Kleinmilkau gingen u. a. noch die Linie zu Hohnbach und dann später zu Schwede (Westfalen, Bistum Münster) und Wormstedt (Thüringen, Sachsen-Weimar) hervor. Der letzte männliche Nachkomme aus der Linie Schwede Johann Adam Friedrich Wilhelm erwarb am 17. Juli 1790 den Stand eines Reichsgrafen. Er verstarb gem. seinem Testament ohne Nachkommen am 16. Dezember 1794 in Dresden. Die Line zu Wormstedt erlosch mit dem Tod des minderjährigen Ludwig Ehrenfried Ernst August von Milkau am 14. Juli 1819 zu Camburg (Dornburg).
Früheste Erwähnungen 1222. Heinricus de Milik bezeugt des Bischofs Engelhard von Naumburg Urkunde über die Stiftung der Karthause bei Krimmitschan.Richard Freiherr von Mansberg: Erbmanschaft wettinischer Lande. Band 1: Das Osterland, Verlag Wilhelm Baensch, Dresden 1903, S. 311.
1233. Cesarius de Milkowe: 1233 Erwähnung als Zeuge bei der Gründungsurkunde von Kloster Geringswalde neben "... Zeugen aber dieser Handlung sind: Konrad von Landsberg, Heinrich und Friedrich, Brüder von Polek, Curatoren; Thimo und Volrad, Brüder von Colditz, Johannes von Rochlitz, Heinrich von Hartha, Otto von Gerhardsdorf(Gersdorf), Heinrich von Pichne ?, Dietrich von Abendorf, Friedrich von Portitz, Johannes von Altendorf, Heinrich von Böhlen. Kleriker: Gottfried von Weistropp, Caesarius von Milkau, Heinrich von Zettlitz, Gerbot von Leisnig, Gunzelin, Ludolf, Sigfried, Stadtpfarrer von Wildenfels … im 1233. Jahre des Herrn am 2. Januar.StaA Leipzig Gründungsurkunde Kloster Geringswalde, 1233. Damit ist er die erste bekannte urkundlich nachweisbare Person der Familie nach heutigem Stand.
1302. Frisco de Milcowe bezeugt des Klosters zu Buch Vergleich mit Herrn Hugo von Wolkenberg über das Dorf Nauenhain.Erdbeschreibung der Churfürstlich- und herzoglich-sächsischen Lande. Band 2, Amt Rochlitz. Verlag M. Friedrich Gottlob Leonhardt, Leipzig 1803, S. 857 f.
1306. Arnold v. Myllekaw bezeugt das Bündnis, welches Herr Friedrich v. Schonenburg schließt mit den Städten Zwickau, Altenburg und Chemnitz.
Die Milkaus hielten das adlige Element in Grimma im Zeitraum nach 1563 aufrecht, indem sie ihre Kinder an die dortige Klosterschule St. Augustin schickten.Linda Wenke Bönisch: Universitäten und Fürstenschulen zwischen Krieg und Frieden: Eine Matrikeluntersuchung zur mitteldeutschen Bildungslandschaft im konfessionellen Zeitalter (1563–1650). Epubli, Berlin 2013, ISBN 978-3-8442-7505-6, S. 323.
Weitere Erwähnungen Im 17. Jahrhundert erwarb Melchior von Bodenhausen (Sohn des Wilke) Gut Leubnitz auf welches die von Milkau schon eine Anwartschaft hatten. In der Folge entbrannte ein Rechtsstreit mit den Erben des Leonhard von Milkau zu Christgrün (Gottfried v. M. auf Alberoda, Hiob v. M. d. Jüngere auf Altenschönfels und Christoph Jahn v. M auf Merzdorf) wegen der Gewähr von 2000 Gulden neben den aufgelaufenen Zinsen. Der Rechtsstreit hatte 1616 begonnen und zog sich bis zu einem abschließenden Vergleich zwischen den milkauischen Erben und Franz Wilke von Bodenhausen (Sohn des Otto von Bodenhausen) in das Jahr 1645.StaA DD 10084, Appellationsgericht Dresden, Nr. 666.
Kollatur der Kirche zu Krossen und Milkau durch die Familie 1497–1818 1497. Bischof Johannes von Meissen bestätigt (23. Juni) die Trennung der Filiale zu Krossen von der Mutterkirche zu Gross Milkau auf Wunsch Caspars v. M. auf Kleinmilkau (erwähnt 1439–1498), der die neue selbständige Pfarre mit einem Hause, mit Acker, Wiese, Holz und mit jährlichen 20 Scheffel Korns Decem bewidmet. Als erster Pfarrer zu Krossen ist Er Jacobus Hein bestellt, nach seinem Tode und bei jeder späteren Erledigung sollen Caspar und Heinrich v. M., unter ihren männlichen Nachkommen allzeit der Älteste über Besetzung der Pfarrstelle verfügen.Richard Freiherr von Mansberg: Erbmanschaft wettinischer Lande. Band 1: Das Osterland. Verlag Wilhelm Baensch, Dresden 1903, S. 314. Pauls Schrader (s. Literatur) schrieb auf S. 118: 1497 gründete nach der 1800 mitverbrannten Stiftungsurkunde am 23. Juni Caspar von Milckau die Crossener Pfarrei. Die Kirche zu Crossen soll bis zum 1. Weltkriege noch eine Glocke von 14976 besessen haben ich (Schrader) habe sie selbst noch gesehen, aber die Inschrift war infolge der Enge des Stuhles nicht zu lesen. Bei Valentin König wird zu Beginn der Milckauischen Genealogie die Stiftungsurkunde noch zitiert.
1818, den 4. Juni verstarb Wilhelm Friedrich Melchior v. Milkau hess. Oberst u. Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Wormstaedt.Sterberegister („TodtenProtocoll“) 1815–1821 der Stadtkirche Weimar S. 144 Nr. 89. Mit ihm endete die Kollatur der Familie von Milkau für Krossen und Milkau und ging auf die Söhne des (Moritz) Carl Christoph Arnim über. Job Adolph Friedrich von Milkau hatte zuvor das Kollaturrecht an Carl Christoph von Arnim (Käufer von Großmilkau) verkauft. Sein Bruder Job August Wilhelm (s. auch Abschnitt: Bekannte Vertreter) hatte dem Verkauf zugestimmt. Die beiden Brüder hatten für sich und ihre zukünftigen Nachkommen in dem Vertrag auf das Kollaturrecht verzichtet (Cessionsvertrag von 1810). Allerdings hatte Job Adolph Friedrich nicht die Befugnis dafür, da er nicht der Geschlechtsälteste war und Wilhelm Friedrich Melchior hatte ihm das Recht erfolgreich strittig gemacht. Jobst Christoph von Römer, als Lehen-Vormund der 3 unmündigen Söhne des Carl Christoph von Arnim (Georg Heinrich Wolf, Hans Carl und Friedrich Henning) beantragte 1820 die Wirksamkeit der Abgabe der Kollatur von Job Adolph Friedrich v. Milkau aus 1810 an Carl Christoph von Armin. 1847 gab es noch ein Nachspiel hierzu: Im Jahre 1847 hatte sich Job Clemens Albert Adolf v. Milkau aus der württembergischen Linie gemeldet und wollte die Kollatur vorzeitig vor dem Tod seines Vaters Job August Wilhelm, damals der Älteste der Familie von Milkau antreten. Es gab eine Untersuchung deren Ausgang nicht in den Akten enthalten ist.Paul Schrader: Die Familie zu Milckau. (Aufsatz), In: Familiengeschichtliche Blätter. Nr. 37, Leipzig 1939, S. 136 Anmerkung zu Nr. 230.Acta Großmilkauer Collatoren u. Gerichtsherrschaften u Gepülzig Blatt 17, Pfarrarchiv Milkau.StaA CHE Bestand 30771, Planitz Nr. 457 Nachr. über d. Collatur- u. Patronatsrechte d. Kirchen u. Schulen Großmilkau u. Crossen.StaA DD Bestand 10080 Lehnhof Dresden, Gross Milkau Nr_O 02497, Blätter 263 – 265.
Letzte Erwähnungen Der letzte nachweislich bekannte männliche Namensträger ist Erich von Milkau (* 10. Dezember 1882 Tharandt, Standesamt Tharandt) auf Rittergut Quolsdorf (Kreis Niesky, bei Hänichen Ober-Lausitz) Tod durch eine Landmine auf der Flucht 1945 erloschen (Zeugenaussage einer mitgeflohenen Person gegenüber dem zuständigen PfarrerMatthias Graf von Schmettow (Hrsg.): Gedenkbuch des deutschen Adels. (Hauptband), In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1968, S. 218.). Weibliche Mitglieder der Familie lebten noch in Tharandt bei Dresden in der ehemaligen DDR. Gertrud die unverheiratete Schwester von Erich verstarb in Tharandt am 24. Oktober 1974 (Standesamt Tharandt) und war die letzte Namensträgerin.
Wappen Das Stammwappen der Freiherren bildet ein doppelt geschweifter, gekrönter schwarzer Löwe auf Gold, welcher in beiden Vorderpranken einen abwärts gekehrten, roten Stab schräg rechts hält.