Hjortø () ist eine kleine dänische Insel in der Dänischen Südsee (), einem Teilbereich der Ostsee, südlich von Fünen und westlich von Tåsinge. Die Insel hat eine Fläche von rund 90 Hektar (0,9 km²)Danmarks Statistik: Statistical Yearbook 2009 - Geography and climate, Table 3 Area and population. Regions and inhabited islands (PDF; 39 kB), abgerufen am 16. November 2017. und gehört zu den kleinsten dauerhaft bewohnten Inseln Dänemarks.Lex – Danmarks Nationalleksikon: Hjortø, abgerufen am 26. Juli 2026 (dänisch).

Geografie und Natur Hjortø liegt im flachen Küstenmeer der westlichen Ostsee zwischen den Nachbarinseln Drejø und Tåsinge. Die Landschaft ist weitgehend eben und von Wiesen, Salzwiesen sowie landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt. Die höchste natürliche Erhebung der Insel liegt lediglich etwa 2,1 Meter über dem Meeresspiegel, weshalb Hjortø bei Sturmfluten extrem gefährdet ist. Ein System aus niedrigen Deichen schützt das Dorfzentrum und die Ackerflächen im Inselinneren.

Nordöstlich der Hauptinsel schließen sich unbewohnte Holme und Sandbänke wie Hjortø Halm, Mejlholm und Halmø an, die bei Niedrigwasser teilweise über Watt- und Flachwasserzonen erreicht werden können.

Die Gewässer und Salzwiesen um Hjortø bilden einen wichtigen Lebensraum für die heimische Fauna. Die Insel ist Teil des EU-Natura 2000-Schutzgebiets Nr. 127 (Sydfynske Øhav) sowie des angeschlossenen Vogelschutzgebiets F71.Miljøstyrelsen (Dänische Umweltschutzbehörde): Natura 2000-plan 2010-2015 – Sydfynske Øhav (N127) (PDF; 5,1 MB), abgerufen am 26. Juli 2026 (dänisch). Neben zahlreichen Küstenvögeln wie der Brandgans und der Eiderente beherbergt die Insel seltene Bestände der gefährdeten Wechselkröte (Bufotes viridis).

Geschichte Der Name Hjortø leitet sich vom dänischen Wort für Hirsch (hjort) ab und verweist auf eine frühere Nutzung der Insel als bewaldetes Jagdrevier.

Historisch gehörte die Insel zur Kirchspielsgemeinde (Sogn) Drejø Sogn. Bis zur dänischen Kommunalreform von 1970 war sie der Harde Sunds Herred im Svendborg Amt zugeordnet. Von 1970 bis 2006 gehörte sie zur damaligen Svendborg Kommune im Fyns Amt und ging im Zuge der Kommunalreform zum 1. Januar 2007 in der erweiterten Svendborg Kommune in der Region Syddanmark auf.

Im 19. Jahrhundert zählte Hjortø deutlich mehr Einwohner als heute; die Bewohner lebten vorwiegend von der Landwirtschaft, dem Fischfang und der Küstenschifffahrt. Bei der verheerenden Ostseesturmflut 1872 wurde die Insel fast vollständig überschwemmt, was erhebliche Schäden an den Höfen anrichtete und anschließend den systematischen Deichbau erforderte.

Hjortø ist Mitglied im Verband dänischer Kleininseln (Sammenslutningen af Danske Småøer).Sammenslutningen af Danske Småøer: Hjortø, abgerufen am 26. Juli 2026 (dänisch).

Siedlung und Infrastruktur Das Inselleben konzentriert sich auf den kleinen Ort Hjortø By im Inselinneren, dessen Ortsbild von historischen, teils reetgedeckten Fachwerkhäusern geprägt ist. Auf Hjortø gibt es keine Geschäfte, Schulen oder medizinischen Einrichtungen; die Versorgung der Inselbewohner erfolgt vollständig über das Festland bzw. die Nachbarinsel Fünen.

Verkehr Der einzige Hafen befindet sich an der Nordküste der Insel. Hjortø wird von der kleinen Personenfähre Hjortøboen angefahren, die eine Verbindung nach Svendborg auf Fünen herstellt.Svendborg Havn: Oplev Hjortø – Hjortøboen, abgerufen am 16. November 2017 (dänisch). Die Fahrzeit beträgt rund eine Stunde. Die Fähre fasst maximal 12 Passagiere sowie im Ausnahmefall einen einzelnen PKW, weshalb die Insel im Alltag weitgehend autofrei ist.Hjortø Bådelag: Færgen Hjortøboen, abgerufen am 26. Juli 2026 (dänisch).

Tourismus Der Tourismus ist auf sanften Tagestourismus sowie Natur- und Wassersportler ausgerichtet. Der kleine Kommunal- und Yachthafen stellt Liegeplätze für Sportboote bereit. Für Besucher stehen einfache Unterkünfte in Form von Ferienwohnungen, Sheltern (einfachen Holzunterständen) sowie ein kleiner Zeltplatz zur Verfügung.

Siehe auch Liste dänischer Inseln

Einzelnachweise Danmarks Statistik: BEF4: Folketal 1. januar efter øer, Danmarks Statistik, Kopenhagen (dänisch).

Weblinks

Offizielle Website der Insel Hjortø (dänisch) Hjortø auf der Website des Verbands dänischer Kleininseln (dänisch)

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