mini|Die Kirche in Rehweiler Die Evangelische Kirche (ehemals St. Matthäus) im unterfränkischen Dorf Rehweiler ist die einzige Herrnhuter Saalkirche Bayerns. Sie wurde am Rande der pietistischen Schlösslein-Kolonie errichtet. Die Kirche ist Teil des Dekanats Castell.

Geschichte Aufgrund der Größe des Ortes existierte bis ins 18. Jahrhundert wohl kein Kirchengebäude in Rehweiler. Das kleine Steigerwalddorf wurde außerdem im 15. Jahrhundert verlassen und lag lange Zeit wüst. Unter dem Grafen Johann Friedrich zu Castell-Rüdenhausen wurde das Gut und das Dorf Rehweiler dann in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wiederbesiedelt. Zu diesem Zeitpunkt war der Ort immer noch nicht mit einem Gotteshaus ausgestattet.

Dies änderte sich erst, als 1734 Ludwig Friedrich zu Castell-Remlingen Rehweiler als Allodialgut erwarb. Der Graf war den Ideen des Pietismus zugetan und plante hier eine Dependance der Herrnhuter Brüdergemeine zu errichten. Zunächst hielt man Predigten in verschiedenen Häusern des Ortes, bevor man 1735 mit dem Bau einer Kirche begann. Sie wurde als Herrnhuter Saalkirche geplant und ist somit heute das einzig erhaltene Gotteshaus dieser Art in Bayern.Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. S. 87.

Die Kirche wurde allerdings erst im Jahr 1774 fertiggestellt, als die Blüte der Brüdergemeine bereits vorbei war. Fortan wurde sie zur evangelischen Pfarrkirche für die Gemeinde umgewandelt. Während der Zeit des Nationalsozialismus entstand der Kirchenchor Rehweiler. Eine umfassende Renovierung fand zwischen 1973 und 1975 statt. Ziel dieser Erneuerung war die Wiederherstellung des alten Charakters der Kirche, ein Altar des 18. Jahrhunderts wurde deshalb entfernt.Rudolf Kniewasser (Hrsg.): Castell. Grafschaft und Dekanat. S. 85. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ordnet die Kirche als Baudenkmal ein.

Architektur Die Kirche präsentiert sich als Saalbau. Die Durchleuchtung des Gebäudes wird durch die zweigeschossige Fensteranordnung garantiert.Breuer, Tilmann: Franken: die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. S. 874. Der Eingang befindet sich im Osten des Gebäudes, während im Westen vier Fensterreihen eingebaut wurden. Das Gotteshaus schließt mit einem Walmdach ab. Ein Dachreiter wurde in der Mitte des Gebäudes angebracht. Er ist achteckig und besitzt eine große Kuppel. Als Querkirche ist die Ostung des Gebäudes äußerlich nicht erkennbar. mini|Kirchraum mit Orgel

Ausstattung Die ursprüngliche Ausstattung, bestehend aus einem Altar, einer Kanzel und einer kleinen Orgel kam 1774 in die Kirche. Im Zuge der Renovierung in den siebziger Jahren wurde allerdings der Rokokoaltar entfernt und als Leihgabe auf den Schwanberg verbracht. Ein schlichter Altartisch ersetzte ihn. Die Kanzel, ebenfalls eine Rokokoarbeit, besitzt als Stuckzier goldenes Rankwerk an Aufgang, Schalldeckel und Sockel. An drei Seiten umgeben Emporen das Kircheninnere. Die heutige Orgel ist ein Werk der Orgelbaufirma G. F. Steinmeyer & Co. aus dem Jahr 1885. Sie besitzt 8 Register auf einem Manual und Pedal und mechanische Kegelladen.

Im Jahr 2001 schuf die Künstlerin Liselotte von Crailsheim ein Gemälde des heiligen Matthäus, der seit dem Jahr 2000 als Kirchenpatron der Rehweiler Kirche fungiert. Das Gemälde ist als aufrollbare Fahne gestaltet. Daneben wurde 1999 ein Bild der Künstlerin in der Kirche aufgehängt. Es zeigt Johannes den Täufer und wurde nahe des Taufsteins aufgehängt.Kirche Rehweiler-Füttersee: 20 Jahre Matthäus-Bild und kleine Ausstellung, abgerufen am 23. August 2026.

Literatur Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. Ein Kunst- und Kulturführer. Marktbreit 1993.

Rudolf Kniewasser (Hrsg.): Castell-Grafschaft und Dekanat. Erlangen 1991.

Weblinks

Website der evangelisch-lutherischen Pfarrei Rehweiler mit Füttersee und Ebersbrunn

Einzelnachweise

Evangelisch Evangelisch Kategorie:Erbaut in den 1770er Jahren Kategorie:Kirchengebäude des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg Kategorie:Matthäuskirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Saalkirche in Bayern