Saaz Industrie

mini|400px|Typisches altes Industriebild von Saaz mit den vielen Schornsteinen der Hopfen-Trockenkammern Die Liste der Industriedenkmale in Žatec () enthält die wichtigsten Industriedenkmale, unabhängig davon, ob sie unter Denkmalschutz stehen oder nicht.

Dazu gehören neben öffentlichen und gewerblichen Gebäuden auch die zahlreichen Hopfenhandelshäuser, die zur Trocknung und Verarbeitung von Hopfen in der Stadt Saaz gebaut wurden und noch heute das Stadtbild von Žatec prägen. In der Gründerzeit nach dem Eisenbahnanschluss 1872–73 entstanden in Saaz zahlreiche Fabriken, deren historische Gebäude von besonderem kulturhistorischen Wert sind. Regionalmuseum Žatec-Industrie (abgerufen am 30. Juni 2015) (tschech.)

Für einige Gebäude wurde der Eintrag in die Liste der Kulturdenkmäler vorgeschlagen.

Die Listen sind teilweise sortierbar.

Liste der Industrie-Denkmale

Ehemalige FirmaTschechischer Name und AdresseBeschreibung der FirmaBild Bürgerliche Brauerei Saaz, Lorettoplatz 81 Měšťanský pivovar Žatec, Žižkovo náměstí čp. 81 Urspr. am Floriansplatz 127, befindet sich die Saazer Bürgerbräu-Brauerei seit 1801Seifert, Adolf: Die Geschichte des bürgerlichen Bräuwesens in Saaz. Eine Festschrift zur Feier des hundertjährigen Bestandes des bürgerlichen Bräuhauses gegründet 1801, verfasst im Auftrage des löblichen Bräu-Ausschusses. Saaz, im Selbstverlage der Saazer Bürgerbräu-Brauerei, 1901, 323 S. an der Stelle der ehem. Přemyslidenburg, deren Reste nur noch im alten Wasserturm vorhanden sind, 1798–1800 Neubau nach Plänen des Stadtbaumeisters Lorenz Rotter, im 19. Jahrhundert vielfach ausgezeichnet (1873 Wien, 1879 Prag, 1880 Budweis), in den 1890er Jahren modernisiert durch Umbauten nach den Plänen von Alois Daut (1854–1917) und Johann Salomon, in den 1930er Jahren Umbauten durch Baumeister Hildebert Kolbe, 1945 verstaatlicht. Die Brauerei, jetzt modernisiert und im Mehrheitsbesitz von Carlsberg, befindet sich innerhalb des städtischen Denkmalreservats der Altstadt. (Objekt-Nr. B01) Pivovar Žatec (abgerufen am 6. September 2024) Industriální topografie: Měšťanský pivovar (tschech.) (abgerufen am 3. Februar 2026) 200px Drahtstiftenfabrik und Metallwarenfabrik Telatko, Liebotschaner Str. 618 Drátovna Telatko, Svatováclavská čp. 618 Ursprünglich Nägel- und Schlosserwarenfabrik Anton Seidenköhl & Comp., danach Übernahme durch Leopold Telatko. Dieser gründete 1875 eine Fabrik zur Herstellung von Möbelbeschlägen, Ziernägeln und Drahtstiften. Der Sohn des Gründers Karl Telatko übernahm den Betrieb im Jahre 1910, musste aber im Jahre 1938 emigrieren, im Mai 1939 arisiert.Arisierte Häuser in Saaz (abgerufen am 6. September 2024) und in ein Kartell der Zentrale für Draht- und Nägelfabriken in Prag eingegliedert. Nach 1945 wurden die drei Firmen: Schraubenfabrik Bechert & Co., Drahtstiftenfabrik Telatko und Hufnägelfabrik Mustad & Sohn verstaatlicht und später in den VEB Vereinigte Stahlwerke Kladno eingegliedert, ab 1949 entstand der VEB Draht- und Schraubenfabriken.

Die Villa Weiss-Telatko des Architekten Rudolf Hildebrand steht neben der ehemaligen Firma in der Straße Boženy Vikové Kunětické čp. 2069. 200px Hauptbahnhof Saaz, Bahnhofstr. 699,700 Hlavní nádraží, Rooseveltova třída čp. 699 und 700 Ab 1870 Bau des Bahnhofsgebäudes im spätklassizistischen Stil nach einem Plan von Ing. Chvála in der Bahnhofstr., Inbetriebnahme am 4. Februar 1871 durch die Buschtěhrader Eisenbahn (BEB), im Jahre 1902 Bau eines vergrößerten Vestibüls mit einem über Treppen erreichbaren Restaurant-Pavillon nach Plänen des Ing. Adolf Schrayer, der Bahnhof befand sich an der Kreuzung der Buschtěhrader Eisenbahn mit der Eisenbahn Pilsen–Priesen(–Komotau). 200px Zuckerfabrik Robert Köhler, Resselstr. 706, 755, 853 Žatecký akciový cukrovar, Rooseveltova třída čp. 706, 755, 853 Zuckerfabrik von Robert Köhler 1871 gegründet, 1887 in die „Saazer Aktien Rübenzuckerfabrik AG“ umgewandelt, ihr Betriebsleiter war Eugen König, Gebäude von Baumeister Johann Salomon aus Saaz errichtet, 1921–22 Umbauten für eine neue Technologie, 1940 weitere Umbauten durch den Architekten und Baumeister Franz Wollenheit, Betrieb 1999 eingestellt.Industriální topografie: Žatecký akciový cukrovar (tschech.) (abgerufen am 3. Februar 2026) 200px Westbahnhof Saaz, Mozartstr. 713 Nádraží Žatec západ, Jana Herbena čp. 713 Altes ehem. Bahnhofsgebäude, errichtet von der Eisenbahn Pilsen–Priesen(–Komotau) (E.P.P.K.) mit Lokschuppen Nr. 238, Inbetriebnahme des Bahnhofs am 7. Sept. 1873, jetzt als Wohnhaus genutzt. Das heutige Bahnhofsgebäude ist ein Flachbau aus neuerer Zeit. zentriert|150px Drahtseilfabrik Josef Reimann & Co., Stankowitzer Str. 721 Drátovna, Osvoboditelů čp. 721 Drahtseilspinnerei seit 1897, im Mai 1939 arisiert, jetzt Radhof s.r.o. 200px Kartonagenfabrik Moritz Lüdersdorf, Holletitzer Str. 733 Moritz Lüdersdorf, Kartonážka-Papírny v Žatci, Volyňských Čechů čp. 733 Kartonagenfabrik, von Johann Schöffl 1866 als Manufaktur in der Altstadt gegründet, Übernahme durch Moritz Lüdersdorf (1844–1923) im Jahr 1873, Neubau der Kartonagenfabrik 1877–78 in der Holletitzer Str. 733 (Architekt Josef Petrovsky), 1881–1889 nördlicher Erweiterungsbau (Projekt: Johann Salomon) und 1909 südlicher Erweiterungsbau mit Sezessionsdachgiebel errichtet, eigene Druckerei zum Bedrucken der Schachteln, Herstellung von Verpackungen für Medikamente, Schmuck, Süßwaren und Kosmetik, war am Ende des 19. Jhdts. eine der größten Kartonagenfabriken in Österreich-Ungarn und beschäftigte über 300 Leute. Bis Mitte der 1930er Jahre im Besitz von Moritz Lüdersdorf und seiner Frau, danach bis 1945 im Besitz des Sohns Rudolf Lüdersdorf, 1945 verstaatlicht und als Zweigwerk des VEB Nordböhmische Papierwerke (SEPAP) betrieben, der Betrieb wurde 1994 geschlossen, Gebäude jetzt als Depot des Regionalmuseums genutzt. Die zugehörige Villa (Nr. 672) steht unter Denkmalschutz. Später gab es eine weitere Kartonagenfabrik von Emil Samuel in der Pellasgasse 1053 (Fügnerová), die 1938 arisiert und von Emil Kaspar weitergeführt wurde. Samuel überlebte das Lager in Theresienstadt und erhielt 1945 die Kartonagenfabrik zurück. Nach dem Februarputsch 1948 wurde seine Firma endgültig enteignet und er verließ die Tschechoslowakei.Industriální topografie: Moritz Lüdersdorf, kartonážka Žatec (tschech.) (abgerufen am 3. Februar 2026) 200px Erste Saazer Fichtenpech-Raffinerie Ferdinand Lustig & Co., Bahnhofstr. 801 První žatecká rafinerie smoly, Purkyněho čp. 801 Die Firma wurde 1884 gegründet. Im Mai 1939 arisiert, Übernahme durch Angestellte der Firma. 200px Lederfabrik Jakob Kohn & Söhne, Humanic Leder- und Schuhfabrik AG, Stankowitzer Str. 868 und 1948 Továrna na kůže, Osvoboditelů čp. 868, 1948 Lederfabrik, gegr. 1888 durch die Söhne von Jakob Kohn, Herstellung von gefärbten Schuhsohlen und Lederriemen, 1889–91 neues Produktions- und Verwaltungsgebäude (Nr. 868) durch Wilhelm Fuchs († 1922) errichtet, nach 1908 im Besitz der Firma Humanic Leder & Schuh AG, in den 1920er Jahren ein neues Kessel- und Maschinenhaus (Nr. 1948) errichtet, Gebäude durch rote Backstein-Fassade mit geometrischen Ornamenten gekennzeichnet, jetzt Saatgutfirma Osex spol., s.r.o.Lederfabrik Jakob Kohn’s Söhne (abgerufen am 30. Juni 2015)Industriální topografie: Jakoba Kohna synové, továrna na kůže Žatec (tschech.) (abgerufen am 3. Februar 2026) 200px Saazer Hufnägelfabrik Adolf Mendl’s Erben, später Mustad & Sohn, Beethovenstr. 955 Adolf Mendl, továrna na podkování - Žatecká továrna na podkováky, Mustad a syn, s. r. o., ul. Jana ze Žatce čp. 955 Adolf Mendl errichtete 1875–1878 am linken Ufer der Eger seine erste Firma mit einem Kessel- und Maschinenraum (Nr. 955), die u. a. Schuhbeschläge und Hufnägel herstellte. Im Jahre 1884 wurde die Firma von Emilie und Max Mendl übernommen (Adolf Mendl’s Erben), Erweiterungsbauten in den Jahren 1896 bis 1907 durch den Baumeister Wilhelm Fuchs. Im Jahre 1911 kaufte Hans Mustad (1837–1918), Besitzer der norwegischen Firma Ole Mustad & Son, die Fabrik in Saaz. Bis zur Verstaatlichung im Jahre 1945 hieß die Firma Saazer Hufnägelfabrik Mustad & Sohn. Nach 1945 wurden die drei Firmen: Schraubenfabrik Bechert & Co., Drahtstiftenfabrik Telatko und Hufnägelfabrik Mustad & Sohn verstaatlicht und später in den VEB Vereinigte Stahlwerke Kladno eingegliedert, ab 1949 entstand der VEB Draht- und Schraubenfabriken.Industriální topografie: Adolf Mendl, továrna na podkování Žatec (tschech.) (abgerufen am 3. Februar 2026) 200px Erste Saazer Pianofabrik Leonhard Sieber, Tscheraditzerstr. 1014 Technické služby města Žatec, Čeradická čp. 1014 Flügel- und Pianofabrik Leopold Sieber seit 1913, die Firma existiert seit 1945 nicht mehr, jetzt Technischer Dienst der Stadt Žatec. 200px Export-Brauerei Anton Dreher, Horatitzer Str. 1042, 1043, 2880 Vývozní Dreherův pivovar, Chomutovská čp. 1042, 1043, 2880 Anton Dreher junior (1849–1921) gehörte zu den bedeutendsten Bierbrauern in der Donau-Monarchie, er besaß neben Saaz Brauereien in Michelob bei Saaz, Brumow bei Zlín, Schwechat bei Wien, Budapest und Triest. Export-Brauerei Saaz (auch Urstoff-Genossenschafts-Brauerei), gegr. 1898, die Gebäude um 1900 im Neo-Renaissance-Stil entworfen und erbaut von Alois Daut, Johann Solomon und Josef Petrovsky, mit Fassaden aus roten Ziegeln mit Details aus Sandstein, die Sockel und die armierten Hausecken mit Granit verkleidet. 1902–03 Erweiterung um zwei Mälzereien und ein Kesselhaus. Biersorten: Urstoff- und St. Hubertus-Bier, 1945 enteignet, 1948 Bier-Produktion eingestellt, ab 1951 Konservenfabrik (n. p. Severočeské konzervárny) zur Most- und Saftherstellung bis in die 1990er Jahre als Firma Fruta Žatec s.r.o., die Mälzerei war noch bis in die 1990er Jahre in Betrieb, das gesamte Areal steht seit 11. Februar 2015 unter Denkmalschutz. (Objekt-Nr. C01, Denkmal-Nr. 105565)Industriální topografie: Společenský (Exportní, Dreherův) pivovar Žatec (tschech.) (abgerufen am 3. Februar 2026) 200px Lackfabrik Bergmann & Deiml, Stankowitzer Str. 954, 1107 Továrna na laky a barvy, Osvoboditelů čp. 954, 1107 Im Mai 1939 arisiert, jetzt AGROS TISKÁRNA s.r.o. 200px Drahtwerk, Drahtstifte- und Schraubenfabrik Bechert & Co., Bahnhofstr. 846, 1161 und 1176 Bechertova drátovna - Žatecká Šroubárna, Purkyněho čp. 1161, 1176 gegr. 1887 durch Leopold Bechert (1840–1921) für die Produktion von Drähten und Drahtstiften, gezogenen Schuhnägeln und Pflöcken, Erweiterungsbau von Wilhelm Fuchs (um 1900), firmierte später als Abraham Bechert & Co. und ab 1919 als Bechert & Co., Drahtstift-, Schrauben- und Stahlfabrik AG. Die Firma beschäftigte etwa 300 Leute, der letzte Besitzer Paul Bechert emigrierte 1938, im Mai 1939 arisiert, neuer Besitzer Viktor E. Fissené (Neuss).