Die Deetzer Warte war ein Teil der Landwehr Stendal.Lieselott Enders: Die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8305-1504-3, I. Die Städte an der Wende vom Mittelalter zur Frühneuzeit. C. Die städtische Gesellschaft. 1. Die landesherrlichen Städte. d) Baulichkeiten am Ende des Mittelalters. Landwehren, S. 815–816. Der spätmittelalterliche Wartturm liegt in Deetz,Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Band 1: A–K. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, Deetzerwarthe, S. 492–493. der Wohnplatz Deetzerwarthe in Käthen,Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Band 1: A–K. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, Käthen wsw Stendal. 1. Art und Verfassung, S. 1102. beide sind Ortsteile der Stadt Bismark (Altmark).Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1.4.2013. Halle an der Saale Mai 2013, 15090070 Bismark (Altmark), Stadt, S. 112–113 ( in Statistisches Bundesamt [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 10. Januar 2020]).
mini|hochkant=1.4|Die Deetzer Warte von Südwesten
Lage und Umgebung Stendal umringte eine Stadtbefestigung (u. a. Tangermündesches und Uenglingensches Tor),Folkhard Cremer, Tilmann von Stockhausen: Stendal Lkr. Stendal. In: Georg Dehio. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München 2000, ISBN 3-422-03069-7, Profanbauten. Stadtbefestigung, S. 902. jene wiederum die innere Landwehr.Paul Grimm: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1958, Anhang. Abb. 46. Karte der Landwehren, Klapptafel 4. Sie schloss neben der städtischen Feldflur das Dorf Uenglingen mit ein.Paul Grimm: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1958, Anhang. I. Katalog der vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle. Bezirk Magdeburg. Kreis Stendal. 1136 Stendal, S. 400–401. In geraumer Entfernung zur Stadt deckte die äußere Landwehr den Westen und Südwesten ab.
Ihr Abschnitt Deetz sicherte die flachen Anhöhen zwischen zwei Sumpfgebieten und querte die Heerstraße von Gardelegen nach Stendal. Er beginnt 0,8 km südöstlich Klinkes und endet 1,0 km westlich von Deetz.Paul Grimm: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1958, Anhang. I. Katalog der vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle. Bezirk Magdeburg. Kreis Stendal. 1125 Deetz, S. 399. Die Teilstrecke blieb partiell erhalten (im Jahr 1909 ungefähr 1,4 km).Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. Hendel, Halle an der Saale 1909, 130. Deetzer Warte, S. 307. Insgesamt misst sie in der Länge 3,0 km.
Die Deetzer Warte erhebt sich etwa auf halbem Weg zwischen den zwei zuletzt genannten Siedlungen,Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, Übersichtskarte zum Historischen Ortslexikon für die Altmark – nördlicher Teil, Anhang. 1,7 km westlich des namensgebenden Dorfs.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Band 1: A–K. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, Deetzerwarthe. 3. Siedlungsform, S. 492–493. Beim Wartturm standen die Häuser des ursprünglichen Wohnplatzes Deetzerwarthe von Deetz. Ganz in der Nähe verläuft die Kreisstraße 1056 zwischen Klinke und Käthen.Folkhard Cremer, Tilmann von Stockhausen: Deetz Gemeinde Querstedt, Lkr. Stendal. In: Georg Dehio. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München 2000, ISBN 3-422-03069-7, Wartturm, S. 163. Dort befindet sich der heutige Wohnplatz Deetzerwarthe von Käthen.Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Digitale Verwaltungsgrenzen. In: Sachsen-Anhalt-Viewer. (abgerufen am 13. Januar 2020).
Im Anschluss übernahm die Uchte die Schutzaufgabe. Flussabwärts, Richtung Osten bezeugt dies ein Flurname. 2,0 km östlich von Deetz liegt Dreesch am Landgraben. Das Flurstück in leicht erhöhtem Gelände reicht bis zur Niederung.Paul Grimm: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1958, Anhang. I. Katalog der vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle. Bezirk Magdeburg. Kreis Stendal. 1130 Möringen, Ortst. Klein Möringen, S. 400. Der andere Landwehr-Zweig zog flussaufwärts, gen Süden. Dort erstreckte sich zunächst ebenfalls Sumpf. Dann folgt der Abschnitt um die Uchte-Tanger-Wasserscheide.Paul Grimm: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1958, Anhang. I. Katalog der vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle. Nachtrag I. Bezirk Magdeburg. Kreis Stendal. 1336 Kreis Stendal und Tangerhütte, S. 437. Ihn und die Straße von Magdeburg nach Stendal bewachte die Kröpelwarte,Paul Grimm: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1958, Anhang. I. Katalog der vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle. Nachtrag I. Bezirk Magdeburg. Kreis Tangerhütte. 1338 Lüderitz, Ortst. Brunkau, S. 438. 5,0 km südöstlich des Deetzer Gegenstücks.
Architektur Der Abschnitt Deetz der Landwehr Stendal ist ein Langwall, teilweise in dreifacher Ausführung. Jeweils Eine davon setzt sich aus zwei, bis zu 5 m hohen Erdaufschüttungen und einem dazwischenliegenden Graben zusammen.
Die Deetzer Warte wurde in ihrer heutigen Form ab 1409 errichtet. Auf starkem Feldsteinfundament ruht ein quadratischer Backsteinbau. Das Oberteil zeigt eine Blendengliederung, zierte zumindest bis 1909 ein Wappenschild und schließt ein Pyramidendach ab. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt erfasst sie in seinem Denkmalverzeichnis.Landtag von Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Kleine Anfrage – KA 6/8670 (= Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. Drucksache 6/3905). Magdeburg 19. März 2015, 094 15932 000 000 000 000. Deetzer Warte, S. 29; 094 97332 000 000 000 000. Fangelthurm, S. 98; 094 18528 000 000 000 000. Kröpelwarte, S. 158 ( in [PDF; 10,4 MB; abgerufen am 9. Januar 2020]). Ansonsten blieb an solchen Gebäuden in der Altmark noch der Fangelthurm in Seehausen erhalten.Mario Titze: Seehausen (Altmark) Lkr. Stendal. In: Georg Dehio. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München 2000, ISBN 3-422-03069-7, Profanbauten. ehem. Landwehr, S. 857.
Im Laufe der Jahrhunderte entstanden rund um die Deetzer Warte weitere GebäudePeter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Band 1: A–K. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, Deetzerwarthe. 7. Wirtschafts- und Sozialstruktur, S. 493. – für die kleine militärische Besatzung, ein Krug, ein Zollhaus, bis zu zwei Wohnhäuser, Nebengebäude und ein auf der gegenüberliegenden Seite der Heerstraße stehender Festsaal. Lediglich von Letzterem blieben Reste erhalten.Hans-Joachim Schliecker: Die Deetzer Warthe. In: Bismark-Kläden und Umland. Edition Kulturförderverein Östliche Altmark, Altenzaun 2007, ISBN 978-3-9811747-0-0, S. 268–271.Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (Hrsg.): Digitale Orthofotos, Koordinaten 678915.48395 5829360.80813 (abgerufen am 29. Februar 2020).
Geschichte Entwicklung des Ortsnamens Die Einzelsiedlung gebrauchte im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Schreibweisen: Deetsche Wahrte (1703), Deetzische Warte (1720), Deetzerwarthe (1745, 1931, 1999), Deetzsche Warte (1804).Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Band 1: A–K. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, Deetzerwarthe. 4. Erste schriftliche Erwähnung, S. 493.
Mittelalter Landwehren sicherten bereits vorhandene Grenzen von Territorien, begleiteten Straßen, schützten städtische FeldflurenPaul Grimm: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1958, VII. Befestigungen des hohen Mittelalters (1024 bis 1300 und später). F. Grenzbefestigungen und Landwehren. 4. Landwehren des 13. Jahrhunderts und der Folgezeit, S. 175–178. und bezogen dabei zumeist stadtnahe Dörfer mit ein.Lothar Mittag: Die Salzwedeler Landwehr. In: Arndt Eberhagen im Auftrag Vorstand Altmärkischer Verein für Vaterländische Geschichte zu Salzwedel (Hrsg.): 72. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte zu Salzwedel. Altmärkischer Verein für vaterländische Geschichte zu Salzwedel, Lüchow 1998, Wälle und Gräben – eine Bilanz, S. 43–46 ( in Altmärkischer Verein für vaterländische Geschichte zu Salzwedel [PDF; 13,8 MB; abgerufen am 16. Januar 2020]). Sie nutzten bevorzugt natürliche Sperren wie sumpfige Niederungen. Die Ausführung ergänzte bei Bedarf, z. B. bei erhöhtem und daher trockenem Gelände, eine Kombination von Wall, Graben und Gebück. Diese Bau- und Pflanzmaßnahmen betrafen nur kurze Teilstrecken.Joachim Stephan: Stadt und Bürger. In: Clemens Bergstedt, Heinz-Dieter Heimann, Knut Kiesant, Peter Knüvener, Mario Müller, Kurt Winkler (Hrsg.): Im Dialog mit Raubrittern und Schönen Madonnen. Die Mark Brandenburg im späten Mittelalter. 1. Auflage, Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-118-1, Die räumliche Struktur der Stadt, S. 243–244, Landwehr: S. 243.
Die Altmark durchzog ein ganzes Netz solcher Befestigungsanlagen. Ihr genaues Alter blieb im Dunkeln der Geschichte.Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren. Peter Lang. Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-54808-7, Die Vogtei Salzwedel: Land und Leute. Land und Stadt. Die Stadt. Die Landwehren, S. 77–79. Paul Grimm datierte sie mit aller gebotenen Vorsicht auf das 13. Jahrhundert. Die erste schriftliche Erwähnung stammte von 1238. In jenem Jahr sprach eine Urkunde von „“ – ‚Deetz nahe bei Landwehr…‘Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis. 1. Haupttheil. 6. Band. In: Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten. 41 Bände, F. H. Morin, Berlin 1846, IX. Vermischte die Altmark betreffende Urkunden. II. Siegfried, Graf von Osterburg und Altenhausen, resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark und deren Nachbarschaft, welche er bis dahin vom St. Ludgeri-Kloster zu Helmstedt innegehabt hatte, an den Abt Gerhard von Werden und Helmstedt, 1238, S. 450–451. Sie meinte damit die äußere Schutzanlage Stendals, genauer den Abschnitt Deetz (siehe obige Kapitel).