Glossogobius (von griechisch glossa = ‚Zunge‘ und lateinisch Gobius = ‚Grundel‘) ist eine Fischgattung aus der Familie der Grundeln und mit mehr als 30 Arten eine der artenreichsten Grundelgattungen. Die Arten dieser Gattung leben in Süßgewässern, im Brackwasser, und mit einer Art (Glossogobius circumspectus) auch im Salzwasser von Mangrovenbeständen. Das Verbreitungsgebiet reicht von Südafrika über Ostafrika, Südasien, Südostasien, Ostasien bis zur Amurregion im fernen Osten von Russland und südlich bis nach Australien. Glossogobius-Arten kommen auch auf zahlreichen ozeanischen Inseln vor, z. B. auf Madagaskar, Mauritius, Réunion und auf den Seychellen im Indischen Ozean, sowie auf Neuguinea, auf den Salomoninseln, auf Palau, den Karolinen und anderen mikronesischen Inseln, auf Fidschi, Neukaledonien und Vanuatu.

Merkmale Es sind langgestreckte Fische mit abgeflachten Köpfen, die eine Länge von 4,5 bis 80 cm erreichen. Glossogobius-Arten besitzen 27 bis 30 Wirbel. Das Maul ist groß, seine Länge kann bis 10 bis 15 % der Standardlänge erreichen. Die Zunge ist zweispitzig. Charakteristisch für die Gattung sind 6 längs angeordnete Reihen von Papillen des sensorischen Systems auf den „Wangen“ und Kiemenöffnungen die bis zum unteren Hinterrand der Praeoperculare reichen.

Lebensweise Glossogobius-Arten sind vor allem bodenbewohnende, räuberisch lebende Fische. Die meisten Arten sind als erwachsene Tiere auf Süßwasserbiotope beschränkt. Die Ausbreitung der Fischlarven im Meer scheint aber in der Gattung häufig vorzukommen und erklärt ihre weite Verbreitung. Auf einigen großen Inseln und Archipelen, z. B. auf Madagaskar, auf Neuguinea, auf den Philippinen und im Gebiet des Malili-Seen-Systems (Matanosee, Mahalonasee und Towutissee) auf Sulawesi spalteten sich endemische, reine Süßwasserformen im Zug einer adaptiven Radiation in weitere Arten auf. Die Glossogobius-Arten in den Malili-Seen sind eher freischwimmend und besitzen eine große Schwimmblase.

Arten mini|Glossogobius olivaceus Die Gattung zählt gegenwärtig (Mitte 2015) über 30 beschriebene Arten, aber man vermutet, dass es noch etwa 20 weitere, bisher unbeschriebene Arten gibt. Glossogobius ankaranensis Banister, 1994 Glossogobius asaro Whitley, 1959 Glossogobius aureus Akihito & Meguro, 1975 Glossogobius bellendenensis Hoese & Allen, 2009 Glossogobius bicirrhosus Weber, 1894 Glossogobius brunnoides Nichols, 1951 Glossogobius bulmeri Whitley, 1959 Glossogobius callidus Smith, 1937 Glossogobius celebius Valenciennes, 1837 Glossogobius circumspectus Macleay, 1883 Glossogobius clitellus Hoese & Allen, 2012 Glossogobius coatesi Hoese & Allen, 1990 Glossogobius concavifrons Ramsay & Ogilby, 1886 Glossogobius flavipinnis Aurich, 1938 Glossogobius giuris Hamilton, 1822 Glossogobius hoesei Allen & Boeseman, 1982 Glossogobius illimis Hoese & Allen, 2012 Glossogobius intermedius Aurich, 1938 Glossogobius kokius Valenciennes, 1837 Glossogobius koragensis Herre, 1935 Glossogobius macrocephalus Hoese & Allen, 2015 Glossogobius mahalonensis Hoese, Hadiaty & Herder, 2015 Glossogobius matanensis Weber, 1913 Glossogobius minutus Geevarghese & John, 1983 Glossogobius multipapillus Hoese & Allen, 2015 Glossogobius munroi Hoese & Allen, 2012 Glossogobius muscorum Hoese & Allen, 2009 Glossogobius obscuripinnis Peters, 1868 Glossogobius olivaceus Temminck & Schlegel, 1845 Glossogobius robertsi Hoese & Allen, 2009 Glossogobius sentaniensis Hoese & Allen, 2015 Glossogobius sparsipapillus Akihito & Meguro, 1976 Glossogobius torrentis Hoese & Allen, 1990

Literatur Douglass F. Hoese, Hadiaty, R.K. & Herder, F. (2015). Review of the dwarf Glossogobius lacking head pores from the Malili lakes, Sulawesi, with a discussion of the definition of the genus. Raffles Bulletin of Zoology, 63: 14–26. Douglass F. Hoese & Gerald R. Allen: Descriptions of three new species of Glossogobius (Teleostei: Gobiidae) from New Guinea. Zootaxa 3986 (2): 201–216, doi: 10.11646/zootaxa.3986.2.4

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Kategorie:Grundeln Kategorie:Gobiidae