Conrad Carl Casimir Döbbelin (* 21. April 1763 in Kassel; † 23. Januar 1821 in Berlin) war ein deutscher Theaterschauspieler und Prinzipal.

Leben Döbbelin, Sohn des bekannten Schauspieldirektors Karl Theophil Döbbelin und dessen zweiter Ehefrau, Friederike Caroline von Klinglin, war zuerst Mitglied der Bühne seines Vaters, auf der er als Sechsjähriger debütierte. Streitigkeiten veranlassten ihn, sich im März 1788 von der elterlichen Bühne zu trennen, zunächst gemeinsam mit Johann Carl Tilly die Direktion in Magdeburg und Lübeck zu übernehmen und anschließend eine eigene Gesellschaft zu gründen. Mit dieser bereiste er dann vorwiegend preußische Provinzstädte, u. a. Magdeburg, Halberstadt, Frankfurt/Oder, Stendal, Potsdam, Stettin, Posen, Halle, Küstrin, Spandau, Charlottenburg und Braunschweig. 1795 mietete er das Nationaltheater in Magdeburg an, das er bis 1796 betrieb.Friedemann Krusche: Theater in Magdeburg, 1. Band, mdv Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 1994, ISBN 3-354-00835-0, Seite 84

Es folgten zahlreiche Gastauftritte seiner Gesellschaft, u. a. in Breslau, Neubrandenburg, Stralsund, Greifswald, Neustrelitz, Hannover, Altona und Bremen. Nach 1807 bis ca. 1809 war er Direktor in Amsterdam, hatte danach Gastauftritte in Bamberg, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt und Würzburg.

1811 nahm er ein Engagement als Schauspieler am Hoftheater Stuttgart an, ging aber ab 1813 wieder auf Reisen mit Gastauftritten in Düsseldorf, Frankfurt/Main, Baden-Baden, Nürnberg, Wien, Leipzig, Berlin, Stettin und Schwedt. Ab 1816 war er wieder als Prinzipal aktiv, mit Gastauftritten in Landsberg an der Warthe, Posen, Hirschberg, Schweidnitz, Breslau und Bromberg. Von Oktober 1817 bis April 1819 war er Direktor in Königsberg, wo er am 21. April 1818 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte. Zunehmendes Alter veranlasste ihn, sich einen ruhigen Wirkungskreis auch unter der Direktion seines Sohnes zu suchen. Der Tod überraschte ihn am 23. Januar 1821 in Berlin.

Döbbelin war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Betty Scheel (* 1771), die als Mitglied seiner Truppe erste Liebhaberinnen spielte und schon 1791 starb. Seine zweite Frau war Auguste Feige. Sie waren die Eltern mehrerer Schauspielerinnen und Schauspieler: Conrad Carl Theodor Ernst Döbbelin (1799–1856), Emilie Döbbelin (1802–unbekannt), Alexander Julius Döbbelin (1808–1856), der als Schauspieler und Regisseur sowie als Theaterunternehmer wirkte, und Eduard Döbbelin (1811–unbekannt).

Döbbelin war Mitglied der Magdeburger Freimaurerloge Ferdinand zur Glückseligkeit. 1793 erhielt er den Lehrlingsgrad und wurde Geselle und 1797 erhielt er den Meistergrad. Mehrere Mitglieder seiner Loge waren an Gründung, Bau und Finanzierung des Nationaltheaters Magdeburg beteiligt und Ensemblemitglieder. Er blieb bis 1800 Mitglied.

Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 204 f. ().

Weblinks

Döbbelin, Carl. In: Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. Digitale Edition (Version 4.13.1 vom 12. Dezember 2025)

Einzelnachweise

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