Die Selbitz ist ein etwa 37 km langer, orografisch linker Nebenfluss der Saale im östlichen Frankenwald in den beiden Freistaaten Bayern und Thüringen. Sie gilt als Gewässer dritter Ordnung.

Name Der Fluss wurde 1414 („an der Selwicz“) erstmals schriftlich erwähnt.

Die Herkunft des Namens Selbitz ist nicht geklärt, er ist aber wahrscheinlich slawischen Ursprungs, abgeleitet möglicherweise von Zilovica (Wurzel: žila oder žyla, vgl. sorbisch žiła) ab und würde demnach so viel wie Ader bedeuten. Möglich erscheint aber auch die Herleitung von Zelvica (Wurzel želwja oder želva), was Schildkröte bedeutet. Als Appellativum kommt dies bei westslawischen Orts- und Flurnamen vor.

Geographie Verlauf Die Selbitz entspringt auf ca. einem Teich nordwestlich des Helmbrechtser Ortsteils Wüstenselbitz, umfließt Helmbrechts erst in östlicher, dann in nördlicher Richtung. Auf ihrem weiteren Weg berührt oder durchzieht sie auf im Wesentlichen nördlichem Lauf die Städte Schauenstein, Selbitz und Naila. Danach durchfließt sie zwischen Hölle und Blechschmidtenhammer das bis zu 170 Meter tief ins Diabasgestein eingeschnittene Höllental.

In der Ortschaft Hölle (Ortsteil von Naila) liegt direkt am linken Selbitz-Ufer eine in 262 Meter Tiefe erbohrte Mineralquelle (Höllensprudel). Im Höllental wird die Selbitz angestaut; ein großer Teil ihres Wassers wird zum Betrieb eines Kraftwerkes über eine Rohrleitung abgezweigt. Beim Kraftwerk am Flussufer fließt das Wasser in den Fluss zurück. Zwischen der Einmündung der Thüringischen Muschwitz am Ausgang des Höllentals und ihrer eigenen Mündung in die Saale bei Blankenstein ist die Selbitz auf ca. zwei Kilometer Länge die Grenze zwischen Bayern und Thüringen, der Fußgängersteg zwischen dem bayerischen Weiler Untereichenstein und Blankenstein gilt als Endpunkt des thüringischen Rennsteigs.

Nach ihrem 36,8 Kilometer langen Weg mit mittlerem Sohlgefälle von 6,0 ‰ mündet die Selbitz 221 Höhenmeter unterhalb ihres Ursprungs.

Zuflüsse und Abzweige Liste der Zuflüsse von der Quelle zur Mündung. Mit Gewässerlänge (ggf. mit anders benanntem Oberlauf), Einzugsgebiet und Höhe. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Enziusbach, von rechts auf bei Münchberg-Ruppes, 5,7 km und 10,0 km² Meierhofer Gemeindebach, von rechts auf nahe Münchberg-Meierhof Eierbach, von links auf vor Helmbrechts-Haide, 2,5 km und 6,5 km² Goldbächlein, von links über den Mühlkanal auf nach der Steinmühle von Helmbrechts Grönbach, von links auf an der Gemeindegrenze von Helmbrechts zur Stadt Schauenstein, 2,9 km und 3,3 km² Edlendorfer Bach, von rechts auf bei Helmbrechts-Edlendorf, 3,8 km und 5,0 km² Rauschenbach, von rechts auf vor Schauenstein-Volkmannsgrün Lehstenbach, von links auf gegenüber Schauenstein an dessen Lehstenmühle, 9,5 km und 18,7 km² Thronbach, von links auf bei Schauenstein-Kleinschmiedenhammer, 5,5 km und 7,0 km² Aubächlein, von rechts auf nach Schauenstein-Uschertsgrün Döbra oder Döbrabach, von links auf zwischen Uschertsgründ und Selbitz-Weidesgrün, 6,3 km und 6,8 km² Rothenbach, von rechts auf im Zentrum der Stadt Selbitz, 9,2 km und 26,9 km² → (Abgang des Berggrabens), nach rechts auf noch in Selbitz (Zufluss aus Richtung Selbitz-Kreuzbühl), von links auf in die Selbitz selbst nach Selbitz, 1,5 km und 1,1 km² Eschenbach, von rechts auf in den Berggraben kurz vor Naila-Linden Garlesbächlein, von links auf in die Selbitz selbst vor Naila, 2,0 km und 2,3 km² ← (Rücklauf des Berggrabens), von rechts auf an der Marmormühle von Naila, 2,8 km und 3,6 km² Culmitz, von links auf im Zentrum der Stadt Naila, 8,9 km und 21,6 km²

Ludelbach, von links wohl auf ca. in Naila Siegelbach, von rechts auf bei Naila-Froschgrün Geißerbach, von rechts auf gegenüber Naila-Unterklingensporn Wolfersbach, von rechts auf vor Naila-Marxgrün Froschbach, von links auf in Marxgrün, 9,4 km und 18,8 km² Stebenbach, von links auf in Naila-Hölle, 7,1 km und 11,2 km² Issig oder Issigbach, von rechts auf in Naila-Brand fast gegenüber dem vorigen, 8,6 km und 15,8 km²Hiernach tritt die Selbitz ins Höllental ein Lohbach, von links auf in einen Mühlkanal bei Lichtenberg-Selbitzmühle, ca. 5,1 km und ca. 5,3 km², jeweils bis zum Kanal Thüringische Muschwitz, von links auf bei Lichtenberg-Blechschmidtenhammer, 10,1 km und 22,4 km²;ist Grenze zu Thüringen, wie danach die Selbitz selbst bis zur Mündung

Überschwemmungen An nahezu jeder Stelle kann der Pegel der Selbitz theoretisch steigen, da sie meist von Wiesen umsäumt ist und im Stadtgebiet Naila zwischen dem Bahnhof und der Brücke beim Fußballplatz in einem natürlichen, aber „nachgerichteten“ Tal fließt, was es dem Fluss ermöglicht, in Tauzeiten oder bei Stürmen bzw. starken Schauern auf mehr als die doppelte Breite anzuschwellen. Vom 2. bis 4. Dezember 2007 konnte dies wieder einmal beobachtet werden. In diesem Bereich des Flusslaufes wird er links und rechts von Grasstreifen gesäumt, die in den schneelosen Jahreszeiten mit Schafen beweidet werden.

Literatur

Weblinks

Online-Daten vom Pegel Hölle der Selbitz

Einzelnachweise BayernAtlas („BA“) Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Selbitz in Bayern Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Länge: Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte. EZG: Korrektur um das exklusive Einzugsgebiet des Kanals, abgemessen auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte. Höhe: Höhe abgefragt auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte (Rechtsklick).

Gewässerverzeichnis Bayern („GV“) Länge: Länge nach: EZG: Einzugsgebiet nach:

Sonstige

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