mini|Fürvels auf der Preußischen Neuaufnahme 1895 mini|Vürfels auf der Preußischen Uraufnahme 1844 mini|Vürfels auf der Müfflingkarte 1825 Vürfels ist der Name eines Ortsteils und einer Straße in den Stadtteilen Refrath und Lustheide von Bergisch Gladbach.
Lage Die Straße beginnt an der Kreuzung Dolmanstraße mit Siebenmorgen im Zentrum von Refrath. Sie verläuft zunächst nach Westen, dann nach Südwesten bis zur Querung mit dem Gleiskörper der Straßenbahn Köln-Bensberg. Hier wechselt sie vom Stadtteil Refrath nach Lustheide, wo sie an der Kreuzung mit den Straßen In der Auen und Von-Andreae-Straße endet.
Abzweigende Straßen Vürfels berührt folgende Straßen und Orte (von Osten nach Südwesten): In Refrath: Paul-Gerhardt-Straße (rechts), Sandberg (links), Wittenbergstraße (re), Am Steinboden (re), Im Höffgen (li), Im Letsch (re), Om Rodde (re), Am Bach (li), Niedenhof (re), Siegenstraße (quert). In Lustheide: Erntestraße (li), Am Anger (re), Flurstraße (li). Bauwerke und Einrichtungen An der Straße bzw. in unmittelbarer Nähe befinden sich folgende Bauwerke und Einrichtungen: Evangelische Kirche Refrath, Haltestelle Lustheide der Stadtbahn Köln (Linie 1). Geschichte Der Siedlungsname Vürfels setzt sich aus dem althochdeutschen for[a] bzw. dem mittelhochdeutschen vor[e] (=vor/Präposition) und dem althochdeutschen felt/feld bzw. mittelhochdeutschen velt (= Feld, Boden, Fläche) zusammen. Es bedeutet der Hochmotte (Motte Kippekausen) westlich vorgelagertes Vorfeld.Andree Schulte: Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen. Zweite von Albert Eßer ergänzte und neu bebilderte Auflage. Bergisch Gladbach 2015. ISBN 978-3-9813488-4-2.
Der Name Vürfels greift eine hochmittelalterliche Siedlungsgründung auf, die das Urkataster als Im Vürfels nördlich des Vürfelser Bachs verzeichnet. Die Siedlung Vürfels hat sich aus dem große[n] Hoff zu Vurfelt entwickelt. Dieser stand im Hochmittelalter unter der Herrschaft des Grafen Dietrich von Meer (1078–1107) als selbständiges Rittergut.
Die zur Bewirtschaftung notwendigen Arbeitskräfte wohnten in den umliegenden Köttergütern. 1692 ging der Hof in den Besitz der katholischen Pfarrgemeinde Bensberg über. Sie übertrug die Arbeiten einem Pächter. Bis ins 19. Jahrhundert entwickelte sich die Siedlung zu einem für die Zeit typischen Straßendorf mit zu beiden Seiten Häusern.
Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als Vielhof kategorisiert und mit Würfels bezeichnet wurde.
Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 ebenfalls als Würfels. Aus ihr geht hervor, dass Vürfels zu dieser Zeit Teil der Honschaft Refrath im Kirchspiel Bensberg war.Wilhelm Fabricius : Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Vürfels wurde politisch der Mairie Bensberg im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein.
Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Fürfels und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Vürfels verzeichnet. Auf der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er mit Fürvels aufgeführt. Vürfels war Teil der Pfarrgemeinde Bensberg bis zur Abpfarrung Refraths 1846.
+ Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn-
gebäude Kategorie Bemerkung 1822 128 Ortschaft 1830Friedrich von Restorff: Topographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830 161 Bauerngut gen. Fürfels 1845Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], 109 21 Dorf gen. Fürfels 1871 237 40 Hofstelle gen. Fürvels 1885Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888. 261 48 Wohnplatz gen. Fürvels 1895Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897. 230 23 Wohnplatz gen. Fürvels 1905Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft XII), Berlin 1909. 219 39 Wohnplatz gen. Fürvels
Siehe auch Liste der Straßen im Bergisch Gladbacher Stadtteil Refrath Literatur Gerd Müller: Refrath, Geschichte der Stadtteile Bensberg-Refrath und -Frankenforst, herausgegeben von Peter Bürling in Zusammenarbeit mit der Stadt Bensberg, 1974, S. 115 ff.
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Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Refrath Kategorie:Straße in Bergisch Gladbach Kategorie:Lustheide (Bergisch Gladbach)