Freiherr Axel Ludwig Julius von Maltzahn (* 17. Februar 1868 in Gültz; † 3. März 1931 ebenda)Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser, A (Uradel) 1994, Band XVII, Band 107 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1994, S. 239. ISBN 3-7980-0807-8. war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Rittergutsbesitzer.
Leben mini|Herrenhaus in Gültz
Axel von Maltzahn war der älteste Sohn des Rittergutsbesitzers und späteren Oberpräsidenten der Provinz Pommern, Helmuth von Maltzahn (1840–1923), und dessen Frau Anna von Rohrscheidt (1847–1913).Berthold Schmidt: Geschichte des Geschlechts von Maltzan und von Maltzahn. 2. Abteilung, 4. Band: Aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Schleiz 1926, S. 105–107. Er studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1887 wurde er Mitglied des Corps Vandalia Heidelberg.Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Eine Zusammenstellung aller Korpsangehörigen, Hrsg. Karl Rügemer, Verlag der Academischen Monatshefte, Druck Carl Gerber München, Starnberg 1910, 122, 606. Nach dem Studium und der Promotion trat er in den preußischen Staatsdienst ein. 1895 legte er das Regierungsassessor-Examen bei der Regierung in Düsseldorf ab.Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Bestand I. HA Rep. 125, Nr. 3132. In der Folge war er Regierungsassessor bei der Regierung in Stralsund.
1900 wurde er Landrat des Landkreises Grimmen.Landkreis Grimmen Verwaltungsgeschichte und Landratsliste auf der Website territorial.de (Rolf Jehke) Ab 1910 prozessierte er vor dem Landgericht Greifswald mit dem Gutsbesitzer und liberalen Politiker Arthur Becker, der ihm Amtsmissbrauch durch Benachteiligung der liberalen Bewegung und der Arbeiterorganisationen vorgeworfen hatte. Der Prozess fand deutschlandweit Beachtung und war Gegenstand von Debatten im Reichstag und im Preußischen Abgeordnetenhaus. Als Folge musste Axel von Maltzahn 1911 wegen Verstoßes gegen geltendes Recht als Landrat zurücktreten.Wolfgang Wilhelmus: Arthur Becker: Agrarier-Sozialdemokrat-Jude. In: Irene Diekmann (Hrsg.): Wegweiser durch das jüdische Mecklenburg-Vorpommern. Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam 1998, S. 429–447. ISBN 3-930850-77-X.
Als Geheimer Oberregierungsrat und Vortragender Rat im Preußischen Landwirtschaftsministerium leitete er die deutsche Ernährungswirtschaft im Ersten Weltkrieg. Im Ruhestand lebte er später auf seinem Rittergut Gültz.Kösener Corpslisten 1960. Eine Zusammenstellung der Mitglieder, Hrsg. Otto Gerlach, Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 68, 542. Maltzahn war Mitglied der Pommerschen Genossenschaft des Johanniterorden, zuletzt dort seit 1923 im hohen Ehrenamt eines Ehrenkommendators.
Axel von Maltzahn heiratete 1898 Helene von Platen (* 30. Januar 1879, † 13. Juni 1942). Die beiden hatten drei Töchter und drei Söhne. Sein Sohn Helmuth folgte zunächst als Verwalter und dann als Besitzer von Gültz, Hermannshöh und Marienhöhe. Er war wie sein Vater und weitere Vorfahren im Johanniterorden und des Weiteren Vorsitzender des Vorstandes des Familienvereins.
Christoph von Maltzahn ist sein Enkel.
Auszeichnungen Ernennung zum Geheimen Oberregierungsrat
Literatur Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen Thiedicke von Flotow: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser / A (Uradel) 1956, Band II, Band 13 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 289 f.
Einzelnachweise
Axel Kategorie:Ministerialbeamter (Deutschland) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Landrat (Landkreis Grimmen) Kategorie:Geheimer Oberregierungsrat Kategorie:Ehrenkommendator (Johanniterorden) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Landwirt (Deutschland) Axel Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1868 Kategorie:Gestorben 1931 Kategorie:Mann