Das Referendum über die Wiedereinsetzung Konstantins von Griechenland als König fand am statt.Griechenland übernahm den Gregorianischen Kalender zum 1. März 1923, die letzten 13 Februartage davor entfielen. Zur besseren Lesbarkeit werden im Text gregorianische Datumsangaben verwendet. Das entsprechende julianische Datum wird beim Überfahren des Datums mit dem Mauszeiger eingeblendet. Ausgelöst wurde das Plebiszit durch einen entsprechenden Beschluss der von Ministerpräsident Dimitrios Rallis geführten Regierung, ohne das es hierfür eine Rechtsgrundlage gegeben hätte.

Der Abstimmung vorausgegangen war 1917 die Abdankung von König Konstantin I. zugunsten seines jüngeren Sohnes Alexander auf Druck einer von Eleftherios Venizelos geführten Gegenregierung, die sich im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Entente stellte und von ihr unterstützt wurde. Nach dem überraschenden Tod Alexanders im Jahr 1920 errangen die Anhänger Konstantins bei der wenige Wochen später abgehaltenen Parlamentswahl einen überraschenden Sieg.

Die am ins Amt gekommene Regierung kündigte umgehend ein Plebiszit über die Wiedereinsetzung Konstantins als König der Hellenen an. Bei der Scheinabstimmung unterstützten angeblich 99 % der gültig Abstimmenden die Rückkehr Konstantins. Dieser kehrt dann am aus dem Exil auf den Thron zurück.

Die Abstimmung wurde von der Opposition boykottiert und entsprach nicht demokratischen Standards. So war keine geheime Stimmabgabe möglich, es gab keine unabhängige Kontrolle der Auszählung und Gegner Konstantins mussten mit staatlichen Repressionen rechnen.

Vorgeschichte Erster Weltkrieg Mit Beginn des Ersten Weltkriegs entschied der griechische „König der Hellenen“ Konstantin I., trotz der Aufforderung und des damit verbundenen Drucks seitens Wilhelms II., ein Bündnis mit dem Deutschen Reich zu schließen, in dem Konflikt neutral zu bleiben. Konstantin betrachtete ein Eintreten in den Krieg als zu riskant und mit entsprechenden Folgekosten verbunden, denn der britischen Seeherrschaft im östlichen Teil des Mittelmeers war Griechenland unterlegen.Loukianos Hassiotis: Greece. Zumal das Land noch an den Folgen der Balkankriege litt. Daher war der König bestrebt die griechischen Interessen mit denen der Mittelmächte in Einklang zu bringen.

Zugleich sprach gegen einen Beitritt in den Krieg an der Seite der Entente, dass Königin Sophie die Schwester Wilhelms II. war, die Einflussnahmen seines Außenministers Georgios Streit und der im Deutschen Reich ausgebildeten Generalstabsoffiziere sowie die weitere Annahme, dass das Deutsche Reich militärisch nicht zu besiegen sei.Loukianos Hassiotis: Greece. Der König war zudem davon überzeugt, dass der Panslawismus eine ernste Gefahr für Griechenland darstelle.Ioannis Zelepos: Die Ethnisierung griechischer Identität.

Im Gegensatz dazu war für Premierminister Eleftherios Venizelos diese Neutralität nur ein vorübergehender Zustand, da er ein Bündnis mit der Triple Entente, allem voran dem Vereinigten Königreich, anstrebte.Michael Llewellyn Smith: Ionian Vision. Venizelos nahm an, dass die Entente den Krieg gewinnen, zumindest aber die britische Seeherrschaft im östlichen Teil des Mittelmeers bestehen bleiben werde. Ein Bündnis mit dem Deutschen Reich schloss er aus, da er annahm, dass deutsche Interessen auch zu einer Unterstützung des Osmanischen Reichs und Bulgariens führen würden.Loukianos Hassiotis: Greece. Beide Staaten waren in den Balkankriegen Gegner Griechenlands gewesen und standen bereits vorher in Konflikten, die sich aus dem aufstrebenden Nationalismus ergaben.Ioannis Zelepos: Die Ethnisierung griechischer Identität. Der in Griechenland durch die („Große Idee“) geprägte Nationalismus wurde von Venizelos unterstützt. Eine sich daraus ergebende Expansion richtete sich vornehmlich gegen das Osmanische Reich in Kleinasien und in Thrakien, dort aber auch gegen Bulgarien.Michael Llewellyn Smith: Ionian Vision.

Die am durchgeführte Besetzung eines Teils des Nordepirus mit den südalbanischen Bereichen von Saranda, Përmeti und Gjirokastra erfolgte auf Verlangen der Entente und nach Abstimmung mit Italien.Karl Kaser: Albanien.

Nachdem das Osmanische Reich auf Seiten der Mittelmächte in den Krieg eingetreten war, und die Entente Griechenland im Winter 1915 um militärische Unterstützung in der Schlacht von Gallipoli bat, wollte Venizelos die Neutralität aufgeben und auf Seiten der Entente in den Krieg eingreifen, um die Megáli̱ Idéa weiter zu verwirklichen.Elli Lemonidou: Venizelos, Eleutherios. Konstantin lehnte mit Rückendeckung seiner Generalstabsoffiziere dieses Vorgehen ab und Venizelos trat, unter Druck gesetzt, zurück.Loukianos Hassiotis: Greece. Daraufhin löste der König das Parlament auf.Ines Kallis: Griechenlands Weg nach Europa.

mini|Griechische Soldaten während der Mobilisierung in Saloniki (1915) mini|Französische Soldaten in Saloniki (1915)

Aus den im Frühling 1915 stattfindenden Neuwahlen ging Venizelos als Sieger hervor. Als im September 1915 Bulgarien eine Generalmobilmachung durchführte und einen Angriff auf Serbien vorbereitete, verfügte Venizelos ebenfalls eine GeneralmobilmachungLeonidas Leontiades: Die Neutralität Griechenlands während des Weltkrieges. und ging damit in eine bewaffnete Neutralität über, um so – falls notwendig – den griechisch-serbischen Bündnisvertrag von 1913 erfüllen zu können. Ferner besprach er mit Entente-Gesandten die Möglichkeit, Truppen der Entente nach Saloniki zu verlegen, um im Falle eines bulgarischen Angriffs Serbien zu unterstützen.Leonidas Leontiades: Die Neutralität Griechenlands während des Weltkrieges. Die ersten Truppen der Entente landeten im September/Oktober 1915 in Saloniki, woraus eine auf die Chalkidiki übergreifende Besatzung wurde.Leonidas Leontiades: Die Neutralität Griechenlands während des Weltkrieges. Als Venizelos zu dieser Zeit vom Parlament die Zustimmung zu einer Verlegung griechischer Truppen nach Serbien einholen wollte, zwang der König seinen Premierminister erneut zum Rücktritt und löste das Parlament auf.Ines Kallis: Griechenlands Weg nach Europa. Neuwahlen wurden zum Jahresende angesetzt. Diese wurden von Venizelos und der Komma Fileleftheron („Partei der Liberalen“) boykottiert.Loukianos Hassiotis: Greece.

Der von Griechenland besetzte Teil des Nordepirus wurde per königlichem Dekret im März 1916 annektiert.Karl Kaser: Albanien. Im Mai 1916 kam es nach vorherigen geheimen Verhandlungen mit der griechischen und der deutschen Regierung zur Besetzung von Fort Rupel in Makedonien durch bulgarische und deutsche Truppen.Leonidas Leontiades: Die Neutralität Griechenlands während des Weltkrieges. Der König wollte hiermit einen Ausgleich zu den von Venizelos ins Land geholten Truppen der Entente bilden, um so die Neutralität Griechenlands wieder herzustellen. Hieraus entstand die Salonikifront.Björn Opfer: Im Schatten des Krieges. Im Juni 1916 nahm die Regierung aus finanziellen Gründen und um sich hinsichtlich der Neutralität besser zu positionieren eine allgemeine Demobilisierung vor.Leonidas Leontiades: Die Neutralität Griechenlands während des Weltkrieges.

Nationales Schisma mini|Das Triumvirat (vorne) und Mitarbeiter ()

Am kam es, ausgehend von Saloniki und auch mit Förderung der vor Ort stehenden Entente-Truppen, zu einem teilweise erfolgreichen Putsch gegen die Regierung durch die Bewegung („Nationale Verteidigung“), der es Venizelos erlaubte, am in Saloniki eine Gegenregierung unter Leitung eines Triumvirats zu bilden.Loukianos Hassiotis: Greece. Ausrüstung und ein Kredit wurden durch die Entente zur Verfügung gestellt. Die Gegenregierung erklärte im November 1916 dem Königreich Bulgarien und dem Deutschen Reich den Krieg.David F. Burg, L. Edward Purcell: Almanac of World War I.

mini|Der französische Panzerkreuzer Mirabeau bombardiert Athen (1916) mini|Daily Telegraph ()

Nach Ablauf eines von französischer Seite getragenen, fruchtlosen Ultimatums der Mittelmeer-Kommandantur der Entente, das von der griechischen Regierung die vollständige Herausgabe der Waffen verlangte, kam es am zur („November-Vorfälle“). Die Entente landete nachts mit 3000 französischen, englischen und italienischen Soldaten in Piräus und marschierte nach Athen. Das Vorgehen sollte auch einer Absetzung Konstantins dienen. Die dort stehenden 20.000 griechischen Soldaten hatten zuvor alle wichtigen Positionen in der Stadt besetzt. Mit Beginn der Gefechte zogen die italienischen Truppen ab, da der italienische Gesandte in Griechenland ein gewaltsames Vorgehen ablehnte. Ab dem späten Nachmittag griffen auch Venizelisten in den Kampf auf Seiten der Entente ein und überdies wurde Athen von Schiffsartillerie bombardiert. Am Abend einigten sich beide Seiten auf einen Waffenstillstand. Vereinbarungsgemäß lieferte die griechische Regierung von ursprünglich zehn geforderten sechs Gebirgsbatterien aus, die Truppen der Entente zogen sich bis zum Morgen des Folgetages vollständig nach Piräus zurück. Die venizelistischen Vorfälle, die bürgerkriegsähnliche Formen annahmen, gingen auch nach Abzug der Entente-Truppen weiter. Die Gegenregierung wurde an diesem Tag von Frankreich und dem Vereinigten Königreich offiziell als die legitime Regierung Griechenlands anerkannt. Einige Tage später wiederholte die venizelistische Regierung ihre Kriegserklärungen.Loukianos Hassiotis: Greece.Heinz A. Richter: Geschichte Griechenlands im 20. Jahrhundert.

Im Dezember 1916 startete die Entente, die einen Angriff des royalen Griechenlands auf ihre Truppen in Saloniki befürchtete, eine Blockade auf Befehl der französischen Regierung, die sich gegen den von der königlichen Regierung kontrollierten Teil Griechenlands richtete, und forderte einige Tage später den vollständigen Rückzug aller königlich-griechischen Truppen auf den Peloponnes. Dieser Forderung kam die griechische Regierung nach. Nach einem erneuten Entente-Ultimatum im Januar 1917, den Rückzug der royalen griechischen Truppen betreffend, beschloss der Kronrat am , bedingungslos zu kapitulieren.Heinz A. Richter: Geschichte Griechenlands im 20. Jahrhundert.G. F. Abbott: Greece and the Allies.

Konstantin I. verlässt den Thron Dennoch wurde die Blockade aufrechterhalten und sogar intensiviert, was zu einer starken Nahrungsmittelknappheit und Hunger führte. Da auch diese Maßnahme weder die Abdankung Konstantins noch den gewünschten Zulauf zu den Venizelisten brachte, wurde im Mai 1917 Charles Jonnart als Hoher Kommissar der Garantiemächte Griechenlands entsandt, um die Abdankung des Königs voranzutreiben. Erklärt wurde, Konstantin habe eindeutig und auf eigene Veranlassung die von Frankreich, dem Vereinigten Königreich und dem Russischen Reich garantierte Verfassung verletzt und damit das Vertrauen der vorgenannten Schutzmächte verloren. Die Schutzmächte erklärten weiter, sie betrachteten sich damit von ihren Verpflichtungen Konstantin gegenüber als befreit.G. F. Abbott: Greece and the Allies.

Der Hochkommissar stellte schließlich am ein Ultimatum zur Wiederherstellung der Verfassungsmäßigkeit, durch Abdankung des Königs und Thronverzicht Georgs. Gleichzeitig wurden Thessalien und der Isthmus von Korinth besetzt.Loukianos Hassiotis: Greece. Noch am gleichen Tag gab Konstantin nach, ohne jedoch formal abzudanken. Er ernannte außerdem wie verlangt und von Venizelos gewünscht, seinen zweitgeborenen Sohn Alexander zum Thronfolger. Am Folgetag ging er mit der königlichen Familie in die Schweiz ins Exil. Georg ging nach Frankreich und Alexander bestieg den griechischen Thron.Albert Hopman: Das ereignisreiche Leben eines „Wilhelminers“. Der Hochkommissar teilte am gleichen Tag mit, die venizelistische Regierung in Saloniki sei aufgelöst und Griechenland sei ferner zur Einhaltung der Neutralität verpflichtet.G. F. Abbott: Greece and the Allies.The Dominion Post: Exit Constantine.

Regierung Venizelos mini|Französische Artillerie auf den Höhen von Athen (1917) mini|Venizelos landet auf dem Weg nach Athen in Piräus ()