Der Opel Senator ist eine Pkw-Modellreihe der seinerzeit zum US-amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) gehörenden Automobilmarke Opel. Er war der Nachfolger der ausgelaufenen Modelle Kapitän/Admiral/Diplomat und wurde von Februar 1978 bis Mai 1993 in zwei Generationen gebaut.Eckhart Bartels, Rainer Manthey: Opel: Fahrzeug-Chronik Band 2: 1952–1990. Podszun, Brilon 2012, ISBN 978-3861336204, S. 71, 72, 80, 96 und 105.

Der Senator wurde zum Teil der oberen Mittelklasse zugeordnet, teilweise aber auch der Oberklasse. Er stellte das Spitzenmodell im Opel-Programm dar. Karosserie und Technik waren vom Rekord E (Senator A) bzw. Omega A (Senator B) abgeleitet. Ein Nachfolger des Senator B wurde aufgrund der zu geringen Verkaufszahlen nicht mehr entwickelt. Stattdessen wurde das Modell Omega B als Nachfolger platziert.

Parallel zum Senator A wurde das auf diesem basierende Coupé Opel Monza mit großer Heckklappe vorgestellt und ausgeliefert. Vom Senator B gab es keine Coupé-Version mehr.

Der Opel Senator A diente zudem als Basis für den von Anfang 1981 bis Ende 1989 gefertigten Sportwagen Bitter SC.

Vorgeschichte Phase des Wirtschaftswunders Von 1950 bis 1964 verkaufte Opel mit den Kapitän-Modellen die meisten Sechszylinder-Fahrzeuge in Deutschland.

Dies änderte sich im Frühjahr 1964 mit dem Erscheinen der ersten KAD-Baureihe (Kapitän, Admiral und Diplomat), die sich bis Herbst 1968 nur 89.277 mal verkaufen ließ, während vom vorigen Modell (Kapitän P 2,6) noch an die 140.000 Stück abgesetzt worden waren. Die erste KAD-Serie war nicht nur erheblich größer als der bisherige Kapitän. Auch das ausladende, an US-amerikanische Vorbilder erinnernde Design und Format sowie die bis zu 5,4 Liter großen V8-Motoren aus US-amerikanischer Produktion trafen den Geschmack des deutschen Publikums nicht mehr in dem Maße wie die früheren Kapitän-Modelle zur Hochzeit des Wirtschaftswunders.

Anfang 1969 präsentierte Opel die KAD B genannte Baureihe. Sie war zwar 4,8 cm kürzer, 1,5 cm flacher und 5 cm schmaler als ihre Vorgänger und hatte dank einer De-Dion-Hinterachse einen stark verbesserten Fahrkomfort, jedoch konnten diese Verbesserungen den Abwärtstrend in den Verkaufszahlen nicht aufhalten; in der Oberklasse in Deutschland dominierten ab Mitte der 1960er Jahre vor allem Mercedes-Benz und zunehmend auch BMW. Im Sommer 1977 wurde die Reihe nach nur 61.619 verkauften Exemplaren vom Markt genommen.

Energiekrise der 70er Jahre Die noch bis in die frühen 1970er-Jahre laufenden Entwicklungsarbeiten an einer Nachfolgereihe für Admiral und Diplomat wurden nicht zuletzt infolge der ersten Ölkrise 1973/74 und der damit einhergehenden geänderten Kundenbedürfnisse eingestellt. Schließlich hatte Opel erkannt, dass es für einen Massenhersteller unmöglich geworden war, auch im Oberklassesegment erfolgreich zu sein.

Folglich wurden die im Mai 1978 eingeführten Modelle Senator und Monza anfangs noch als Ersatz für den sechszylindrigen Commodore B geplant, der von Anfang 1972 bis Sommer 1977 als Limousine und Coupé angeboten worden war. Jedoch verliefen erste interne Publikumstests anders als erwartet, da die befragten Personen die Fahrzeuge höher einstuften als von Opels Modellstrategen antizipiert, was zur Folge hatte, dass beide Modelle in den ersten Tests der Motorpresse zunächst mit Oberklasse-Fahrzeugen verglichen wurden. Die Auto Zeitung verglich den Senator 1978 mit dem Mercedes-Benz 280 SE (W 116) und dem BMW 730 (E 23), der Monza wurde dem damals über 10.000 DM teureren BMW 630 CS (E 24) gegenübergestellt. Beide Opel-Modelle schnitten hierbei gut ab, der Senator gewann den Vergleichstest, weil er komfortabler, dynamischer und in der Anschaffung günstiger war.

Opel veröffentlichte im Anschluss an die Tests der Presse eine Broschüre für die Verkäufer des Opel-Händlernetzes, in der unter dem Titel Monza – im Vergleich festgestellt wurde: „Wie der Senator zielt auch der Monza mit seinen herausragenden Eigenschaften und Qualitäten auf das mittlere und obere Segment der Großwagenklasse, in der bisher Mercedes-Benz und BMW den Ton angaben.“ Schwerpunkt der Publikation war es, die Vorzüge des Monza den Vorzügen und Schwächen von Mercedes-Benz 280 C/CE, BMW 630 CS / 633 CSi, Porsche 924 sowie Rover 3500 gegenüberzustellen.

Technische Basis der Modelle Senator A, Monza A und des im Herbst 1978 vorgestellten Commodores C ist der Rekord E: Alle Modelle haben den gleichen Karosseriegrundkörper, die drei erstgenannten dabei den gleichen, längeren Vorderwagen mit Platz für Reihen-Sechszylinder-Motoren, den Opel „Schnüffelschnauze“ nannte: Die Scheinwerfer stehen nicht mehr traditionell senkrecht im Fahrtwind, sondern aerodynamisch nach hinten geneigt, während sich die Stoßstange prominent vorn befindet. Die Radstände des Rekords E, des Commodores C und des Monzas sind gleich, die Karosserie des Commodores entspricht ab der A-Säule der des Rekords E. Der Radstand des Senators ist 15mm länger als der der drei anderen Modelle, seine Karosserie enthält hinter den hinteren Türen je ein weiteres Fenster auf jeder Seite und, wie die des Monzas, eine repräsentative Heckpartie mit fast schwarz wirkenden Rückleuchten.

Anstelle der von vier Längslenkern und einem Panhardstab geführten hinteren Starrachse bei den Modellen Rekord und Commodore hatten Senator und Monza zudem eine technisch aufwändige Schräglenkerachse. Hier kamen als Weltneuheit im Automobilbau erstmalig als „Miniblockfedern“ bezeichnete Schraubenfedern zu Einsatz, die nicht nur einen inkonstanten Materialdurchmesser hatten, sondern zusätzlich sich doppelkonisch verjüngend ausgeführt waren. Vorteile waren geringer Platzbedarf, sehr progressive Kennung und Geräuschfreiheit.Dominanten in der Mittelklasse. In: Kraftfahrzeugtechnik. 6/1979, S. 188–190.

Modellgeschichte Senator A

Senator A1 (1978–1982) Einführung und Produktion Der Senator A1 (und auch der Monza A1) wurde auf der IAA im September 1977 vorgestellt und ab Februar 1978 gebaut. Verkaufstart war der 20.05.78 Sowohl Senator als auch Monza wurden bei ihrem Erscheinen von der Autopresse (u. a. auto motor und sport) als ein ernstzunehmender Neuanfang für Opel in der oberen Mittelklasse gefeiert.auto, motor und sport 10/1978auto, motor und sport 1/1979

Technische Merkmale Senator A und Monza verfügten als erste Opel-Modelle über Einzelradaufhängung und Miniblockfedern an der Hinterachse. Der Kunde hatte anfangs die Wahl zwischen zwei Motorisierungen. Im Senator 2,8 S war der aus dem Admiral/Diplomat bekannte und überarbeitete 2,8-Liter-Motor eingebaut, der 103 kW (140 PS) leistete und mit einem Solex-Doppelregistervergaser ausgestattet war. Das neue Opel-Spitzenmodell bildete der Senator 3.0 E mit drei Litern Hubraum und einer Leistung von 132 kW (180 PS), der über eine elektronische Bosch-L-Jetronic-Benzineinspritzung verfügte. Ab August 1978 war zusätzlich der Senator 3.0 S mit drei Litern Hubraum, 110 kW (150 PS) und einem Solex-Doppelregistervergaser erhältlich. Letzterer wurde jedoch von der Kundschaft kaum beachtet. Serienmäßig mit einem 4-Gang-Getriebe ausgestattet, war der Senator ab Juli 1979 optional auch mit einem 5-Gang-Getriebe verfügbar. Der 3.0-E-Motor verhalf Senator und Monza zu überlegenen Fahrleistungen gegenüber der Konkurrenz, lief aber in höheren Drehzahlbereichen relativ rau, besonders im Vergleich zu den damals im Hinblick auf die Laufkultur als vorbildlich geltenden BMW-Reihensechszylindern, und litt bei Vollgasfahrten unter thermischen Problemen und Vibrationen, die erst durch Verwendung eines Motorölkühlers und andere Maßnahmen am Motor in der Baureihe A2 abgestellt wurden.

Ausstattungsvarianten Basisversion Sowohl den Senator als auch den Monza gab es als Basisversion mit einem Interieur in rot, grün, beige, blau oder schwarz, bei dem im Gegensatz zu Rekord/Commodore nahezu sämtliche Details farblich harmonisch aufeinander abgestimmt waren. Die Armaturentafel entsprach dabei der des Rekords/Commodores, nur orientierte diese sich hier auch im oberen Bereich an der Farbe der restlichen Innenausstattung. Die Sitzbezüge verwendeten zwei verschiedene (Velours-) Stoffe, die auch im Ascona/Manta B verwendet wurden. Dazu gab es Stahlfelgen wie beim Commodore.

C-Ausstattung Die C-Ausstattung bot Holzimitatleisten am Armaturenbrett (im Basis-Senator nur am Armaturenbrett, allerdings nicht im Basis-Monza) sowie an den Türverkleidungen und eine Veloursausstattung, die die gleichen Sitzbezüge umfasste, die auch im Rekord/Commodore Berlina verwendet wurden. Drehzahlmesser sowie zwei zusätzliche Cockpitinstrumente für Bordspannung sowie Öldruck waren ebenso serienmäßig wie 14-Zoll-5-Speichen-Alufelgen von Ronal (serienmäßig bereits im Basis-Monza) sowie schmale Zierstreifen an den seitlichen Flanken, die farblich auf Außen- und/oder Innenfarbe abgestimmt waren. Abgerundet wurde das C-Paket durch einen serienmäßigen Werkzeugsatz.

S-Paket Wahlweise gab es für Senator und Monza in der Basis- sowie der C-Ausstattung zusätzlich das S-Paket, das über einen schwarzen statt verchromten Kühlergrill verfügte, zusätzliche Cockpitinstrumente, eine straffere Fahrwerksabstimmung und ein „S“-Emblem auf den vorderen Kotflügeln sowie einen Werkzeugsatz beinhaltete.

CD-Ausstattung Die Top-Ausstattungslinie CD gab es serienmäßig nur in fünf Metallicfarben (Weißgold, Opalgrün, Aquamarinblau, Astrosilber, Achatrot). Sie war nicht mit dem S-Paket kombinierbar, äußerlich an schwarzen Fenstereinfassungen sowie schwarz abgesetzten Alufelgen und einem seitlich an den vorderen Kotflügeln (ab August 1979) sowie in der Mitte des Lenkrads angebrachten „CD“-Emblem (bis August 1979) zu erkennen. Darüber hinaus enthielt der Senator CD serienmäßig Lenkradhöhenverstellung, Automatikgetriebe, Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Sitzheizung, Leichtmetallräder, Scheinwerfer-Wisch-Wasch-Anlage, und Stereo-Radio/Kassettenspieler. Er war nur mit dem 3,0-Liter-Einspritzmotor lieferbar. Die Sitzgarnituren waren komplett (statt nur auf den Sitzflächen) mit Velours umspannt und nochmals aufwändiger gesteppt. Der Kofferraum war vollständig mit Velours-Teppichboden ausgekleidet. Die optionale Lederausstattung war nur in der Farbe Dunkelbraun erhältlich. Um die CD-Variante deutlich nach oben zu positionieren, verzichtete Opel anfangs sogar darauf, für diese Fahrzeuge eine Anhängerkupplung anzubieten.

Kritik und Design Die wenigen Kritikpunkte betrafen vor allem die Ähnlichkeit von Karosserie und Innenraum zwischen Senator/Monza und dem Rekord E. Die Kritik war begründet, schließlich hatte Opel das Armaturenbrett und andere Innenraumdetails komplett vom billigeren Rekord E übernommen und lediglich mit Holzimitaten optisch „aufgewertet“. Diese kostensparenden Maßnahmen brachten deutlich zum Ausdruck, dass Senator und Monza ursprünglich in typischer Commodore-Tradition lediglich als leistungsfähigere und luxuriösere Rekord-Varianten konzipiert worden waren.Opel – Chronik eines Kampfes: Die Geschichte der Automarke seit 1970 von Frank O. Hrachowy

Auszeichnungen Der Senator erhielt 1978 die Auszeichnung „Das Goldene Lenkrad“ in der Klasse 3. Die Erklärung der Jury lautete: „Opel ist mit diesem Auto in die europäische Spitzenklasse vorgedrungen. Eine luxuriöse Limousine für besonders hohe Ansprüche, mit hohem Fahrkomfort, exzellenter Straßenlage und robustem Motor.“

Verkaufszahlen und Marktsituation