Ilo von Jankó (* 24. Mai 1920 in LiberecRegisseur Ilo von Jankó gestorben, Hamburger Morgenpost vom 2. Mai 2001, abgerufen am 8. Juli 2015; † 30. April 2001 in Wedel) war ein deutscher Schauspieler und Regisseur ungarischer Abstammung.
Leben Ilo von Jankó wurde im heute tschechischen Liberec als ungarischer Staatsbürger geboren und nahm während seiner Tätigkeit am Nationaltheater Mannheim die deutsche Staatsangehörigkeit an.Mitteilung des Ohnsorg-Theaters vom 9. Juli 2015 Im Alter von 11 Jahren zog er mit seiner Familie nach Berlin,Vor falschen Helden muss gewarnt werden, Hamburger Abendblatt vom 31. August 1976, abgerufen am 8. Juli 2015 wo er im Juni 1941 das Studium an der von Max Reinhardt gegründeten Schauspielschule des Deutschen Theaters absolvierte.
Nach Engagements als Schauspieler in Wuppertal und Darmstadt verlegte von Jankó sich schließlich auf das Regiefach und inszenierte an vielen deutschen Theatern, so in Berlin an der Tribüne, am Hebbel-Theater und an der Volksbühne, am Staatstheater Stuttgart, am Theater in der Josefstadt in Wien und zwischen 1952 und 1959 am Hamburger Thalia Theater, am Fritz Rémond Theater in Frankfurt oder am Nationaltheater Mannheim, dessen Schauspieldirektor er zehn Jahre lang war und wo er sich als Bearbeiter von Stücken von August von Kotzebue und Johann Friedrich von Cronegk einen Namen machte.
Zu Gastspielen wirkte er am Theater an der Kö in Düsseldorf, an den Hamburger Kammerspielen und am Theater44 in München. In der Ära Wolfgang Gruners führte von Jankó auch Regie bei den Berliner Stachelschweinen und schrieb Texte für die Kabarettgruppe.MN: Trauer um Ilo von Jankó, Die Welt vom 3. Mai 2001, abgerufen am 8. Juli 2015.
1987 holte ihn der damalige Intendant Walter Ruppel an das Ohnsorg-Theater, wo von Jankó bis unmittelbar vor seinem Tod tätig war und für zahlreiche Inszenierungen verantwortlich zeichnete, die zum Teil auch als Aufzeichnungen im Fernsehen liefen, so unter anderem für Dat Schörengericht, der plattdeutschen Fassung des Kleist-Stückes Der zerbrochne Krug, und der niederdeutschen Adaption von Rainer Werner Fassbinders Stück Bremer Freiheit, das an den Großen Bleichen unter dem Titel Froo Geesche Gottfried gezeigt wurde.
Von Jankós letzte Arbeit am Ohnsorg-Theater war die Uraufführung des aus seiner Feder stammenden Stückes Dat Familienfest nach einem Drama J. F. von Cronegks. Im Jahr 2000 wurde er mit der Ohnsorg-Verdienst-Medaille ausgezeichnet.
Ilo von Jankó, der neben dem Schreiben und Inszenieren außerdem malte, zeichnete und Karikaturen verfasste, war ab 1960 bis in die Mitte der 1980er Jahre hinein auch als Fernsehregisseur tätig, so inszenierte er neben anderen eine Fernsehfassung des Bühnenstückes Der Hausmeister von Harold Pinter mit Heinz Reincke, Michael Hinz und Ulli Kinalzik. Ferner führte von Jankó 1962 bei zwei Hörspielproduktionen des SFB die Regie.
Viermal war Ilo von Jankó verheiratet, und zwar mit der Tänzerin Margareta Wenzel, mit der er eine Tochter hatte, mit der Schauspielerin Rosemarie Gerstenberg, mit der Tänzerin Doris von Jankó, mit der er zwei Kinder hatte,Sebastian Rattunde: Das Haus zu groß, die Stadt zu klein, Der Tagesspiegel vom 22. August 2014, abgerufen am 8. Juli 2015 und zuletzt mit der Dramaturgin und Regisseurin Regine-Mirjam von Jankó, mit der er 24 Jahre lang zusammenlebte.Biografie von Regine-Mirjam von Jankó bei vvb.de, abgerufen am 8. Juli 2015 Von Jankó starb nach kurzer Krankheit während der Regiearbeiten am Ohnsorg-Theater zu dem Stück Dat Familienfest.
Regiearbeiten Fernsehen (Ab 1992 Aufzeichnungen aus dem Ohnsorg-Theater) 1960: 20 Minuten Aufenthalt 1964: Amédée – oder Die Kunst des Schuhputzens 1964: Prairie-Saloon 1965: Schuldig 1966: Das Lächeln der Gioconda 1967: Liebesgeschichten – Reisepläne 1971: Dreißig Silberlinge 1972: Die Promotionsfeier 1973: Vom Hackepeter und der kalten Mamsell 1975: Der Spitzbubenhof 1977: David und Goliath 1986: Der Hausmeister 1992: Pension Sonnenschein 1993: Manda Voss wird 106 1997: Rommé zu dritt 1997: Frau Sperlings Raritätenladen 1998: Die graue Maus 1999: Bett und Frühstück 2000: Hamburger Bier
Regiearbeiten Theater (Auswahl) Theater an der Kö Tango von Sławomir Mrożek, abgerufen am 8. Juli 2015
Thalia Theater Hamburg 1954: Lady Frederick von W. Somerset MaughamProgrammhefte des Thalia Theaters bei antiquariat.de, abgerufen am 8. Juli 2015 1955: Meine beste Freundin von John Van Druten 1955: Kunst ist Kunst von Harry Kurnitz
Tribüne 1958/59: Blue Jeans von James Leo HerlihyTheaterarbeiten von Brigitte Grothum, abgerufen am 8. Juli 2015 1961: Unser Sonnenschein, abgerufen am 8. Juli 2015 1962: Zeitvertreib von Wolfgang Menge 1962: Das Foto von Ramón José SenderDas Foto bei Suhrkamp/Insel, abgerufen am 8. Juli 2015 1965/66: Kolportage von Georg KaiserAnnemarie Steinsieck auf steffi-line.de, abgerufen am 8. Juli 2015
Theater in der Josefstadt 1958/59: Ich bin kein Casanova von Otto Bielen, abgerufen am 9. Juli 2015
Hamburger Kammerspiele 1964: Das Abgründige in Herrn Gerstenberg von Axel von Ambesser 1976: Napoleon in New Orleans von Georg Kaiser
Nationaltheater Mannheim 1964: Die Kassette von Carl SternheimMarchivum, Chronikstar, Stadtarchiv Mannheim, abgerufen am 4. Mai 2019. 1965: Unter dem Milchwald von Dylan Thomas 1965: Liebe von Murray Schisgal 1965: Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste von Alexander Ostrowskij 1966: Turandot von Friedrich Schiller 1966: Die Plebejer proben den Aufstand von Günter Grass 1967: Der Hauptmann von Köpenick von Carl Zuckmayer 1967: Goldene Städte von Arnold Wesker 1968: Die Fliegen von Jean-Paul Sartre 1968: Blues für Mister Charlie von James Baldwin 1969: Die Geisel von Brendan Behan 1970: Play Strindberg von Friedrich Dürrenmatt 1972: Zwei Herren aus Verona von William Shakespeare
Theater44 1983: Die schmutzigen Hände von Jean-Paul Sartre, abgerufen am 8. Juli 2015
Neue Schaubühne, München 1982/83: Der alte Baron und die störrische Jungfrau von August von Kotzebue, abgerufen am 8. Juli 2015 1984/85: Wer spekuliert – gewinnt von Raymond Castans, abgerufen am 8. Juli 2015 1990/91: Von Mäusen und Menschen von John Steinbeck, abgerufen am 8. Juli 2015
Ohnsorg-Theater 1986/87: Das Schörengericht von Heinrich von KleistOhnsorg-Theater Almanach 1986 bis 1994, Hrsg.: Ohnsorg-Theater GmbH, 1994, ISBN 3-930414-01-5 1987/88: OMMLETT von Ingo Sax 1988/89: De hellsche Seefahrer von Georg Kaiser 1989/90: Froo Gesche Gottfried von Rainer Werner Fassbinder 1990/91: De Biberpelz von Gerhart Hauptmann; Pension Sünnschien von Karl Wittlinger 1991/92: Un fiert ward tohuus von Bertolt Brecht 1992/93: Manda Voss ward 106 von Jean Sarment 1993/94: Vun baben daal von Laurence Jyl; Fohrmann Henschel von Gerhart Hauptmann 2001: Dat Familienfest – Die Kunst des Misstrauens von Ilo von Jankó
Hörspielproduktionen 1962: Gedenktag – von Hans-Joachim Haecker, mit Tilla Durieux, Hilde Körber, Gert Schaefer, Tilo von Berlepsch und Herbert Weissbach 1962: Liebe-Leute-Brücke – von Fernand Berset, mit Horst Keitel, Hugo Schrader, Frank Dannenbauer und Ilse Kiewiet
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