Adolph Siegfried von Richter, modernisiert seit mindestens 1904 auch Adolf von Richter, (* 10. März 1839 in Stralsund; † 16. März 1903 in Weißenfels) war ein deutscher Verwaltungsbeamter.

Leben Geboren wurde er als Sohn des Stralsunder Rechtsanwalts Hermann von Richter (1791–1854) und der Emma geb. Wilhelmini (1809–1840) aus Lychen stammend. Der Vater besaß schon das Gut NeuendorfGutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Axel Thiessenhusen, Ilka Zander, Jan Meier (Red.): Gutshaus Neuendorf bei Neuenkirchen auf Rügen, Hrsg. QM3 UG Klein Kordshagen, Lüssow, Stand 2025. bei Neuenkirchen, mit Zessin, im Norden der Insel Rügen. Die alte Gutshaus ist eine Ruine, im Gutspark befindet sich bis heute eine Grabstätte der Familie.

Adolph, zumeist Adolf, hatte zwei ältere Brüder, Hermann von Richter (1828–1901) erbte Gut Neuendorf mit Nebenbesitz, Karl von Richter (1834–1909) wiederum bewirtschafte im westpreußischen Kreis Marienwerder eine Begüterung. Hermann und Karl von Richter erhielten am 5. Juli 1879 nochmals gesondert vom Herolds-Amt mit Sitz in Berlin die preußische Adelsanerkennung, Adolf von Richter zeitlich versetzt am 7. August 1878. Der Vorfahre, Pastor Abraham Richter aus Schaprode, erhielt bereits am 3. Oktober 1785 in Wien die Reichsadelsbestätigung, mit Wappen. Der bürgerliche Urahn war der Stralsunder Kaufmann Abraham Siegfried Richter, der älteste Vorfahre Jakob Richter, aus Goßmar bei Luckau in der Niederlausitz.

Adolf von Richter studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. 1859 wurde er, fast zeitgleich mit dem Politiker Walter Büchtemann, dem Diplomaten Theodor von Holleben sowie den späteren Staatsminister Willi von Heyden, Mitglied des Corps Vandalia Heidelberg.Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1794 bis 1904. Carl Gerber München-Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1904, S. 367, 122 (Corps), (Lfd. Nr. dort) 306.Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Carl Gerber München-Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 122 (Corps), (Lfd. Nr. dort) 341. 1861 legte er in Marienwerder das Auskultatorexamen, 1863 in Naumburg (Saale) das Referendarexamen und 1867 in Berlin das Assessorexamen ab. Von 1868 bis zu seinem Tod 1903 war er Landrat des Landkreises Weißenfels.(Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Landkreis Weißenfels Verwaltungsgeschichte und Landratsliste, In: Territorial.de, Stand 2011.

Verheiratet war er mit Marie geb. Pieschel (1840–1913) aus Naumburg. Sie hatten fünf Kinder, drei Töchter und zwei Söhne, alle in Weißenfels geboren, sowie mehrere Enkelkinder. Tochter Gertrud heiratete den Regierungsrat Martin Heese. Der Sohn Eberhard von Richter (1873–1947) wurde Jurist, heiratete in Weißenfels Hedwig Felber und bewirtschaftete mit der Familie das Gut in Dehlitz. Der jüngste Sohn Fritz von Richter war Reserveoffizier sowie ebenfalls Landrat in Weißenfels.

Adolf von Richter wurde 1887 als EhrenritterJohanniterorden (Hrsg.): Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1890. Julius Sittenfeld, Berlin 1890, S. 108, Nr. 1412, S. 228, Nr. 96. Mitglied des Johanniterordens, später, 1896, dort Rechtsritter, organisert der Provinzial-Genossenschaft der Provinz Sachsen der Kongregation.Johanniterorden (Hrsg.): Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1898. Julius Sittenfeld, Berlin 1898, S. 44, Nr. 738, S. 239, Nr. 83.

Einige Nachfahren waren nach dem Krieg noch in Weißenfels, andere blieben gänzlich in der DDR, viele lebten in Westdeutschland, einige wanderten nach Australien aus.Walter von Hueck, Erik Amburger, Detlev Schwennicke: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1985. Band XVI, Band 86 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1985, S. 349–356.

Das Gemeinschaftsgrab des Ehepaares befindet sich auf dem Friedhof der Kirche Wüstung Treben nahe Dehlitz.

Auszeichnungen Ernennung zum Geheimen Regierungsrat, 1893

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG), Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 433–436. Die Mitglieder der Vandalia zu Heidelberg nach dem Stande vom 29. September 1935. Berlin 1936, S. 92. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Jahrgang 1, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 640–641.

Einzelnachweise

Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Landrat (Regierungsbezirk Merseburg) Kategorie:Geheimer Regierungsrat Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1839 Kategorie:Gestorben 1903 Kategorie:Mann Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Sachsen