mini|Abbildung des Heiligen Maximilian von Celeia auf einer Hauswand in Niederwölz. Ebenfalls sichtbar ist eine Abbildung der Freiung. Der Maxlaunmarkt ist ein viertägiger Jahrmarkt, der jährlich am zweiten Oktoberwochenende in Niederwölz in der Steiermark stattfindet. Der Name Maxlaun leitet sich vom Kirchenpatron Maximilian ab.

Im Jahr 2013 wurde das Freiungsaustragen beim Maxlaun, eine Prozession mit dem Markttagswahrzeichen, von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt.Österreichische Volkstanzbewegung. Österreichische UNESCO-Kommission: Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich. immaterielleskulturerbe.unesco.at (abgerufen am 9. Juli 2015).

Geschichte Ursprünglich erteilte Friedrich III. der Gemeinde Niederwölz im Jahr 1450 das Privileg, am Tag des Kirchenpatrons Maximilian einen Jahrmarkt abzuhalten. Die zugehörige Urkunde ging im Jahr 1532 wegen Plünderungen verloren, weshalb der genaue Inhalt unbekannt ist. Da neben der Urkunde auch die Freiung verbrannte, konnte das Recht zum Abhalten des Maxlaunmarktes nicht nachgewiesen werden, weshalb der Markt zu Beginn des 16. Jahrhunderts verboten wurde. Am 18. November 1536 hat König Ferdinand I. jedoch neuerlich einen Freiheitsbrief ausgefertigt, wodurch die Niederwölzer abermals das Recht erhielten den Maxlaunmarkt abzuhalten.Lit. Zugschwert 2003, S. 58 f.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zählte der Maxlaunmarkt zu den größten Jahrmärkten der Steiermark mit Schwerpunkt auf Vieh- und Lederwarenverkauf.

Auch heute ist er gut besucht, im Jahr 2014 verzeichnete der Maxlaunmarkt zwischen 70.000 und 80.000 Besucher. .

Im September 2013 nahm die Österreichische UNESCO-Kommission das Brauchtum als Freiungsaustragen beim Maxlaun in Niederwölz in das Verzeichnis des nationalen immateriellen Kulturerbes in Österreich auf, in der Sparte Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste. Zweck dieser Ausweisung ist ein verbindlicher Schutz als lebendige Kulturtradition.

Die Freiung

Die Freiung ist eine schwarze, aus Holz geschnitzte Schwerthand und war ein Zeichen für den strafrechtlichen Schutz zur Marktzeit und garantierte den freien Handel und Frieden durch ein Waffenverbot.

Im Jahr 1656 wurde eine neue Freiung angefertigt, welche mit der heutigen Kopie bis auf einige Restaurierungen identisch ist. Das Original wird beim Stinglbauer aufbewahrt.

Der geschnitzte Schwertarm der Freiung besteht aus schwarz bemaltem Holz und ist 54 cm lang. Am 95 cm langen Schwert hängt eine Quaste, am Schulteransatz ist ein Wappenschild mit schwarzem Doppeladler angebracht. Der Schwertarm ist auf einer 370 cm langen Stange montiert.Lit. Zugschwert 2003, S. 73

Austragen der Freiung und anderes Brauchtum mini|Übergabe der Freiung beim Stinglbauer-Haus mini|Geschmückte Freiung und Riesenrad Seit dem Zweiten Weltkrieg spielt das Austragen der Freiung, eine feierliche Prozession, eine zentrale Rolle beim Maxlaunmarkt.

Der Freiungsträger wird vom Bürgermeister der Gemeinde Niederwölz ausgesucht, der Freiungsträger bestimmt wiederum den sogenannten Maxlauner, den Wegauskehrer. Üblicherweise wird der Maxlauner aus unverheirateten Niederwölzern ausgewählt.

Am Sonntag des Maxlaunmarktes wird in einer feierlichen Prozession die Statue des Heiligen Maximilian zum Stinglbauer-Haus getragen, in welchem die originale Freiung aus dem Jahr 1656 aufbewahrt wird. Die Freiung wird vom Balkon des Stinglbauer-Hauses gehoben und der Festzug mit dem traditionellen Freiungsgruß eingeleitet. Der Freiungsträger bringt anschließend, begleitet von der Musikkapelle, der Sängerrunde, der Freiwilligen Feuerwehr, der Landjugend, der Bergwacht und dem Kameradschaftsbund die Freiung zum Marktgelände, wobei ihm der Weg durch den Maxlauner freigemacht wird.

Der Maxlauner zieht im Laufe des Sonntages durch das Festgelände, wobei er durch ein Jauchzen auf sich aufmerksam macht. Weibliche Besucher des Maxlaunmarktes werden vom Maxlauner oftmals abgehalst, wobei er seine roten und blauen Wangenfarben auf sie überträgt. Das Abhalsen soll Glück bringen.

Die Besucher des Maxlaunmarktes tragen am Sonntag üblicherweise steirische Trachten und bekunden ihr Vergnügen mit dem Ausruf .

Freiheitsbrief Der Wortlaut des Freiheitsbriefes vom 18. November 1536 im heutigen Sprachgebrauch:Lit. Zugschwert 2003, S. 61 f.

Der Maxlaunmarkt in den 1950ern Auszug aus der Murtaler Zeitung aus dem Jahr 1953:Lit. Zugschwert 2003, S. 131

Ablauf Der übliche Ablauf des Maxlaunmarktes ist:

Freitag: ab 14 Uhr: Judmaier-Zelt (kleines Festzelt) geöffnet von 14 bis 17 Uhr: Kindernachmittag im Vergnügungspark

Samstag: 11 Uhr: Eröffnung der Leistungsschau 15 Uhr: Bieranstich im großen Festzelt

Sonntag: 9 Uhr: Festgottesdienst in der Pfarrkirche 10 Uhr: Traditionelles Austragen der Freiung ab 11 Uhr: Frühschoppen

Montag: 9 Uhr: Austragen der Freiung ab 11 Uhr: Frühschoppen

Literatur Helga Zugschwert: Der Maxlaunmarkt von Niederwölz – Der traditionsreichste obersteirische Markt einst und heute. Eigenverlag der Ortsgemeinde Niederwölz, 2003

Weblinks

„Austragen der Freiung am Maxlaunmarkt in Niederwölz“ (1978) - Film von Lisl Waltner aus der Sammlung des Bundesinstituts für den Wissenschaftlichen Film (ÖWF) im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek

Einzelnachweise

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